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Der Israelit · 1877-10-03 · Heft 40 (3.10.1877) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 40 (3.10.1877)
Date
1877-10-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XVIII. Jahrgang. J)[§t 4UK Der Israelit Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von vr. Lehmann in M a i n z. N Mittwoch, den 3. Oktober 5638 (1877^/ Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.— Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Zum Sabbat Bereschith. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Main;. Mainz. Mainz. Frankfurt a. M. Thorn. Aus Thüringen. Stuttgart. — Oest. - Ungar. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Licht und Schatten. Anhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Die Judenhetze in Kasanlik. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Straßburg. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Pesth. — England: Bradford. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: David Leb Magdeburger. Anhalt der zweiten Beilage r Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Arnstadt i. Th. Düsseldorf. — Oest. - Ung. Monarchie: Wien. Czernowitz. Lemberg. Pesth. — Türkei: Konstantinopel. — Inhalt der Grtra-Beilage. Spenden-Verzeichnisse. Leitender Artikel. Zum Sabbat Arreschith. Mainz, 1. October. Nachdem die heilige Schrift uns in großen Zügen die Schöpfung des Weltalls dargestellt hat, erzählt fie uns die Geschichte der ersten Menschen; aber diese Geschichte hat wenig Ermuthigendes; es ist die entfesselte Wuth der Leidenschaften, die uns überall entgegentritt. Das erste Menschenpaar ist nicht im Stande, dem einzigen Gottesgebote, das ihm geworden, den Gehorsam zu bewahren, Brudermord befleckt das zweite Geschlecht, und im dritten, im Zeitalter des Enosch, beginnt man, dem Götzendienste und damit allen Lastern zu fröhnen, bis das zehnte Geschlecht so verdorben ist, daß Gott fich^veranlaßt sieht, alles Lebende hinwegznraffen. Das ist die Geschichte der ersten Menschen, der Inhalt der ersten Sidrah. Wir aber sollen daraus lernen, unsre Leidenschaften zu beherrschen, der Neigung zum Bösen zu widerstehen. Der Mensch ist ebenso fähig zum Bösen wie zum Guten; ihm winkt die Sünde, ihm winkt die Tugend. Die göttliche Vorsehung verlieh ihm Freiheit des Willens und den inneren Richter, das Gewissen, damit er prüfe und das Gute wähle. Was am Menschen irdisch ist, das zieht ihn unaufhörlich zum Genüsse irdischer Lust; der Geist in ihm strebt zvm Heiligen und Göttlichen hinauf und sehnt sich nach dem Ewigen, weil es ihm verwandt ist. Die Vorsehung gab uns die Sinne, damit wir die Anmuth der Schöpfung empfinden und durch weisen Genuß ihrer Gaben unsre Glückseligkeit auf Erden vermehren. Zur Sünde aber wird der Genuß, wenn man darüber höhere Pflichten vernachlässigt. Der Tugendhafte genießt die Freuden des Lebens, beschränkt aber seine Neigungen; er weiß durch die Kraft seines Geistes die sinnlichen Genüsse und Empfindungen zu verfeinern und zu veredeln.

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