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Der Israelit · 1877-09-19 · Heft 38-39 (19.9.1877) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 38-39 (19.9.1877)
Date
1877-09-19
Page
– (sequence 20)
Language
German
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930 weit milder fort: „Wie zwei Brüder sind wir miteinander, er ist auch ein sehr braver Mensch, — nur da die Narrischkat mit mir — as ich soll Oberjurist werden (schon der Gedanke, die bloße Annahme einer solchen Möglichkeit hatte etwas berückendes, entzückendes, überirdisch-wonneberauschendes für den guten Mann) — was er da geplaudert hat is eppis, ein Schigou^) von ihm gewesen. Haben Sie ka Sorg, David Leb Magdeburger wird nit Prager Oberjurist werden. Ich werd' schon dem Oberstburggrafen tüchtig auspvtzen, und ihm sagen, er soll sich nicht weiter unterstehen solche Dummheiten zu reden!" Die Vorsteher hatten den einfachen Kundschaftgeher mit steigender Verwunderung angehört. Er war als ein einfältiger Mensch bekannt, dessen natürliche Dummheit, durch Unwissenheit und verwahrloste Erziehung, — wenn ich mich so ausdrücken darf, — nich verschärft worden war; aber nachdem der Primator selbst erzählt hatte, daß der Oberstburggraf gut von ihm gesprochen, unterlag es keinem Zweifel, daß die einfältigen Reden Magdeburgers nicht ganz unbegründet, nicht aus der Luft gegriffen wären, und er sich schon etwas gegen den hohen Herrn erlauben durfte. „Wie so kommt das, daß Ihr bei dem höchsten Herrn im Lande so angesehen seid?" frug Seckeles. Magdeburger meditirte; er war ein großer Schwätzer, und hätte für sein Leben gerne die herrliche Geschichte mit dem Schmuckverkauf zum Besten gegeben, aber er hatte ja den strengen Auftrag nichts darüber zu erzählen; er hatte sein Wort gegeben, zu schweigen, und das wollte er nicht brechen; aber eines erleichterte ihm das Schweigen; es hatte einen eigenthümlich prickelnden Reiz, sich und sein Verhältniß zum Oberstburggrafen in das mysteriöse Dunkel des Geheimnisses zu hüllen. „Sollen sich die drei ersten Männer 4) eine Verrücktheit. der Gemeinde, die ihn nur so von oben herab ansahen, auch einmal e bißt den Kopf zerbrechen" dachte er. „Es ist das eine lange Geschichte, und ich kann, so fürwahr soll ich leben und gesund sein — nit erwarten hinüberzukommen, zu seiner Excellenz (die Vorsteher sollten auch sehen, daß er den hohen Herrn richtig zu tituliren wisse, und Anna sollte ihre Unterweisung an keinem Ungelehrigen verschwendet haben) .... nu? .... kann ich noch mit etwas dienen, oder bin ich schon entlassen, Herr Primator?!" „Ihr könnt gehen," meinte Frankl kurz. „Ich wollte Ihnen nicht vorgreifen, Herr Primator," bemerkte Seckeles, nachdem Magdeburger gegangen; „aber, wäre es nicht angezeigt gewesen, dem Menschen zu sagen, daß es höchst unpassend ist, dem Oberstburggrafen Vorwürfe über seine Fürsprache zu machen?" „Glauben Sie es mir" unterbrach ihn Frankl, „dieser wackere, brave Einfaltspinsel hilft sich mit seiner Dummheit besser, als mancher Kluge, — der kann reden, was er will, dem nimmt der Oberstburggraf nichts übel; ich sehe schon, der darf ihm Alles, sogar die Wahrheit sagen! ' „Wird aber .der Oberstburggraf nicht über uns aufgebracht sein, daß sein Günstling so hart angelassen wurde? — Wie ich Magdeburger zu kennen glaube, erzählt er drüben jedes Wort wieder." „Seien Sie außer Sorge, ich übernehme jede Verantwortung," entgegnete Frankl bewußtvoll.,, Ich erweise dem Grafen Lazansky heute einen wichtigen Dienst. Uebrigens, wenn er sich ein klein wenig ärgert, gönn' ich's ihm vom Herzen. Wir werden von außen genug drangsalirt, in unsere innere Verhältnisse soll sich Niemand mischen, die werden wir schon selbst und allein ordnen. (Siehe Fortsetzung in der dritten Beilage.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. ( richt in allen Fächern im Hause. — Villa, nahe f Uff?! den höhern städt. Unterrichts-Anstalten — oder in GW«» > In der Pension des Rabbiners einer der be-! Referenzen bei allen rabbinischen Autoritäten, suchtesten Städte Deutschlands finden noch einige i Meldungen resp. Anfragen beliebe man zunächst Knaben aus guter Familie Aufnahme. Liebevolle! zu richten an die Expedition dieses Blattes sud Pflege, sorgfältige Erziehung. Gediegener Unter- | Nr. 488.

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