Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 38-39 (19.9.1877)
- Date
- 1877-09-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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912 DHDjn nin&m man sdttr 1- \-n NNO *wd p'Nn p&'i OniDrp D^DJl Und Jakob wurde sehr reich und hatte viele f eerden, Sclaven und Sclavinnen; aber die Söhne aban's mißgönnten ihm die Früchte seines gottgesegneten Fleißes und sprachen: Alles, was Jakob besitzt, hat er unserm Vater genommen. Wiederholen sich diese Vorgänge nicht täglich seit vielen Jahrhunderten? Der Jude ist sparsam, arbeitsam, emsig, nüchtern, fleißig, auf die Zukunft bedacht. Er geht nicht Sonntags in's Wirthshaus, um zu vertrinken, was er die Woche über erworben; und wenn dann der allgütige Gott seinen Fleiß segnet, und er es „zu Etwas gebracht hat', dann sagen die Söhne Laban's, heute wie damals: „Alles, was Jakob besitzt, hat er unserm Vater genommen". Und dagegen gibt es keinen Schutz als den unsres Gottes allein, und ein Symbol dieses Gottesschutzes ist die Hütte unsres Festes. Im Tractat Abodah Sarah wird die Suckah eine r6p mao, „ein leichtes Gottesgebot" genannt. Warumnbp mao? fragen die Weisen; und die Antwort lautet oo |non na p&tter *jbd, „weil durch sie der Geldbeutel nickt leidet". Diese Antwort scheint den factischen Verhältnissen nicht entsprechend zu sein. Jeder, der in der Lage ist, sich eine Festhütte einzurichten, namentlich, wenn er in einer größeren Stadt wohnt, wird es erfahren, mit welche großen Kosten und noch größeren Schwierigkeiten die Einrichtung einer Suckah verbunden ist. — Aber der Sinn scheint uns ein ganz anderer zu sein. Die Suckah ist ein Symbol des Gottvertrauens, des Gottesfchutzes. Wann die Stürme und die Regengüsse des Herbstes beginnen, verlassen wir das festgebaute, wohlgeschützte Haus, um in der mit Laub gedeckten Hütte zu wohnen, auf daß wir erkennen, daß nicht das festgebaute Haus uns Schutz gewährt, sondern einzig und allein die Hilfe unsres Gottes. Und wenn wir dieser sicher sind, so können wir getrost die haßerfüllten Reden der Feinde vernehmen. „Wenn Gott mit mir ist, was können Menschen mir thun?" Daher heißt die Suckah rttp mso, ein Gottesgebot, welches die drückenden Sorgen „leicht" ertragen läßt, ’jso D’D jnonna psw,* weil es in ihr keine Vermögensschädigung gibt, weil das feste Vertrauen auf Gott, das wir durch das Wohnen in der Suckah betätigen, alle Sorgen verscheucht, alle Gefahren hinwegräumt. Aber nicht nur für sein Eigenthum, auch für sein und der Seinigen Leben hatte Jakob zu bangen, •wo npjr „Und Jakob fürchtete sich sehr." In der That, Jakob hatte Ursache, für sein und der Seinigen Leben zu fürchten. Der erzürnte Bruder, der ihm den Tod geschworen, zieht ihm mit 400 Bewaffneten entgegen. Aber Gott rettet ihn und umwandelt Esaw's Zorn in Sanftmuth, seinen Haß in Liebe. Ach, wie oft mußten unsre Väter für ihr und der Ihrigen Leben bangen während der finstern Jahrhunderte des Mittelalters! Und noch heute! In Rumänien, in Bulgarien und in vielen andern Ländern. Wie hat Israel diesen Haß der Völker vergolten? Am Hüttenfeste, schreibt das Gottesgesetz vor, sollen 70 Stiere dargebracht werden. Unsre Weisen lehren, daß diese Stiere den siebenzig Hauptnationen zu Gute kommen sollen, wie sie in der Völkertrfel des ersten der fünf Bücher der Lehre aufgezählt werden. Dieser Vorgang ist bezeichnend: Israel opfert für die Nationen, die es mit Untergang und Tod bedrohen. Unser Volk hat seinen Feinden stets und immer nur Gutes vergolten für all das Böse, das man uns zugedacht hat. Es sind ja auch nicht die Feinde, die uns Böses zufügen können; vor unverdienter Gewaltthat schützt uns Gott. Unser schlimmster Feind, der einzige, der der uns wahrhaft Böses zu thun vermag, das ist der Feind in unsrer eignen Brust, jnn -is» »in mon pNpo «in ivw wni. „Das ist der Trieb zum Bösen, der nach getbaner Sünde zum Ankläger IBP wird an Gottes Thron, um dann als Engel des Todes die Strafe zu vollziehen. Als Jakob im Kampfe mit dem Engel obgesiegt hatte, da sprach dieser in ' nnN ’Di ,-1'P "jon ,->rwn nbv o »jn InVd r\'b “lONi -intfirn '12a trvnöff nnN DöDi»aip .vaoy ny mW nnjp jrn nP »rwnaw ovdi „Entlasse mich, der Morgen ist angebrochen." Und Jakob sprach: ..Bist du ein Dieb oder ein Spieler, daß du das Tageslicht scheuest?" Und Jener antwortete: „Ich bin ein Engel, und seit dem Tage, daß ich erschaffen wurde, ist die Zeit nicht gekommen, daß ich dem Herrn obliever singe, bis jetzt." (Talmud Babli, Cholin 92.) Merkwürdiges Zusammentreffen, daß gerade in diesem Augenblicke — von jenem Tage an, da der Engel erschaffen worden — die Zeit gekommen, daß er Loblieder singe am Throne Gottes! Diese Bemerkung der Weisen läßt uns einen Einblick nehmen in die jüdische Anschauung über das Princip des Bösen. Das Judenthum kennt keine Teufel, die jubiliren, wenn sie Seelen gefangen und in's Verderben verlockt haben. Das Princip des Bösen ist nothwendig, weil sonst keine Freiheit, keine freie Wahl denkbar wäre. Das