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Der Israelit · 1877-09-12 · Heft 37 (12.9.1877) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 37 (12.9.1877)
Date
1877-09-12
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XV111. Jahrgang. Zweite Leilage zu tlr. 37 -es Israelit. Zeituvgsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Würzbnrg, im Elul. Erst heute ist eS mir gestattet, Ihnen von einem herben Verluste zu berichten, welchen die hiesige Gemeinde erlitten. Herr M. I. Mayer, langjähriger Vorsteher unserer Gemeinde, ist nicht mehr. Schon am 15. Aw wurde seine irdische Hülle zur Erde bestattet, und nur die Rücksicht auf nahe Verwandte, welche die Trauerbotschaft erst nach den erfahren durften, ließ mich so lange schweigen. Herr M. I. Mayer war der Sohn des d^rch seine große Wohtthätigkeit und Frömmigkeit in weiten Kreisen bekannten Herrn Jakob Mayer bVi und man kann auf den Hingeschiedenen das Wort unsrer Weisen anwenden iroa«i «jro ena. Sowohl in specieü jüdischem wie in profanem Wissen hochgebildet, von einer innigen Frömmigkeit beseelt, als ypin 7ya und n7sn häufig thätig, war er zugleich stets bemüht, für das Wohl der Gemeinde und die Förderung ihrer Institutionen thätig zu sein, wobei selbst seine Gegner anerkennen müssen, Laß sein Wille, seine Absicht immer die besten waren. Möge der allgütige Gott der verwaisten Familie Trost spenden. Die unsterbliche Seele des Heimgegangen aber möge weilen in jenen lichten Höhen, von denen es heißt: nr6n DHT« 'ron &o py Nürnberg. Man hat dahier eine isr. Gemeindebibliothek gegründet. Den uns vorliegenden Statuten über dieselbe entnehmen wir: Die isr. Gemeindebibliothek will einerseits die jüdische Wissenschaft fördern, anderseits den Gemeindegliedern die Möglichkeit eröffnen, über alle Fragen, die Juden und Judenthum betreffen, sich belehren zu können. Es sollen die besten jüdischen Zeitungen aller Richtungen gehalten werden. Von Büchern sind zunächst nur solche anzuschaffen, welche in einer Der lebenden Sprachen geschrieben sind. Pamphletschriften gegen Juden oder Judenthum bleiben von der Bibliothek ausgeschlossen. Von den Einnahmen der Bibliothek-Cassa sollen alljährlich lo% als besonderer Fond zurückgestellt und vorläufig admassirt werden, um in Zukunft an sämmtliche Religionsschüler und Schülerinnen der hiesigen Lehranstalten ein geeignetes Buch jüdischen Inhalts als Chanuckagabe vertheilen zu können. ES wird ein Jahrbuch angelegt, in welches die wichtigsten Vorkommnisse, welche die isr. Gemeinde in Nürnberg betreffen, eingetragen werden; auch die Geschichte der alten Nürnberger Gemeinde bis zum Bau der neuen Synagoge ist voranzuschicken. Mitglied ist jeder in Nürnberg wohnende Israelit — vom 20. Jahre an — der einen Jahresbetrag von Einer Mark an die Cassa der Gemeindebibliothek entrichtet. Dieser Jahresbeitrag wird in der Woche des Purimfestes als halber Schekel erhoben. Württemberg, 3>. Aug. — Der heutige Staatsanzeiger f. W. enthält eine Bekanntmachung der K. isr. OberkirchenbeHörde, betreffend das Rechnungsergebuiß der isr. Centralkirchenkasse pro 1875—76. — Hienach bestehen die laufenden Einnahmen: 1) Kapitalzins 6402 M. 4 Pf. 2) erstmals Landesumlage (statt der früheren Personalsteuer) 10885 M. 75 Pf., 3) Rabbinatsbesoldungsbeiträge der Gemeinden 7992 M. 86 Pf., 4) disponibler, zeitlich in Verzinsung gelegener Kassenvorrath 12000 M., 5) freiwillige Beiträge der größeren Stadtgemeinden zur Unterstützung armer Landgemeinden 1714 M. 29 Pf., 6) laufende Pensionsbeiträge der Vorsänger aus ihrem Gehalte 18^9 M. 69 Pf. und 7) rückständige und laufende Pensionsbeiträge aus ihrer Besoldung 4515 M. 84 Pf. Hiezu kommt der jährliche Zuschuß der Staatshauptkasse mit 22,403 M. 67 Pf. — Die laufenden Ausgaben bestehen in 1) Aufsichts- und Verwaltungskosten 8049 M. 80 Pf., 2) Rabbinatsbesoldungen und Quiescentengehalte 24,897 M. 75 Pf., 3) Gehaltsaufbesserungen, für Lehrer und Vorsänger 10298 M. 20 Pf., 4) Turnus- und Kirchenkosten 3359 M. 4 Pf., 5) Unterstützung an Schulamtszöglinge und Gewerbslehrlinge 899 M. 30 Pf., 6) Sonstiges 13810 M. 66 Pf. — Somit betragen die baaren Einnahmen 79,114 M. 7 Pf. rc., die baaren Ausgaben 73,142 M. 50 Pf. und das Vermögen auf 30. Juni 1876 belauft sich auf 156,410 M. 33 Pf.

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