Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1877)
- Date
- 1877-09-05
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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874 Leben. Jetzt.jetzt macht sich's doch e bissel; ich bin nit reich; ich Hab' mir ein Paar Gulden d'erspart, daß, wenn ich früher sterben sollt, als mein liebes, gutes, treues Weib, als meine Dina — das is Ihnen, Excellenzleben, eine Perle; es gibt gar kein besseres Weib auf der Welt — keine Menschen nit zur Last zu fallen braucht.... aber Excellenzleben ich Hab' keine Kinder, — un; immer nur puffeln und rackern*) — man will doch nit für sich allein leben .... das Hab ich mir immer so gedenkt und es is nie nit kein Armer an meiner Thür gestanden, — ob Jud oder Christ war mir alles eins, der nit etwas bekommen hat. — So lang ich selbst arm war, wenigstens e Kreuzer, e Stückl Brot oder e bissl Essen — und wie ich selbst gar nichts gehabt Hab, wenigstens ein gutes tröstendes Wort .... Wenn ich könnt werden, etwas ein ganz kleines Borsteherl, und sei's in dem kleinsten Betlocal, wär' mirs gan^ recht — schon.wegen meiner Frau wegen. Meine Dina — hundert Jahr soll sie leben von heute an — hat mich ganz gern — aber Excellenzleben, ich kann Ihnen das 1) arbeiten und sich mühen. nit so sagen — das.was man so: Respekt heißt — an dem fehlts — wo soll der Herkommen? . ... ich bin nix, ich stell nix vor — was nützt mich meine Bravheit, wenn ich doch der letzte in der Gemeinde bin. — Die Verwandten meiner Frau waren und sind Alle etwas; ihr Vater is Wochenvorsteher in der Klaussynagoge gewesen, ihr Bruder is heute noch Verwalter beim Brautausstattungsverein, ein Schwager ist gar Beisitzer bei der Beerdigungsbrüderschaft — alle sind etwas, nur ich bin nix als — der Kundschaftgeher David Löw Magdeburger . . . Ah! „C6t Komme est ambitieux,“ meinte der Graf, sich an seine Gemahlin wendend, fuhr dann aber deutsch sprechend zu Magdeburger fort: „(Snc kann versichert sein, daß er bei dem nächsten Ehrenposten berücksichtigt werden wird, „und der Oberstburggraf begann sich zu langweilen, unterdrückte nur aus Gewohnheit ein leichtes Gähnen und sagte mit ironischem Lächeln: „Hat er sonst noch weitere Befehle für mich?" „Nix weiter Euer Excellenz, wenn ich etwas brauchen werd', werd ich schon die Gnad' haben und geruhen zu Ihnen zu kommen." „So geh' er mit Gott!" (Forts, folgt.) A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. in jupges gebildetes Mädchen (JSr.) aus achtbarer Familie, welches in allen weiblichen Handarbeiten, sowie im Häuslichen erfahren ist, sucht Stelle in einem religiösen Hause als Stütze der Hausfrau oder Gesellschafterin. £2297 Franco - Offerten unter C. P. 683 befördert die Central-Annoneen - Expedition von Li. Daube & Co., Frankfurt a. M. in junger Mann, welcher längere Zeit in einem großen Manufacturgeschäste als Verkäufer servirte, sucht zum l. October Stellung als solcher oder als Reisender. £2334 Offerten werden unter G. H., postlagernd Halberstadt, erbeten. Es wird gesucht ein älteres Mädchen oder eine kinderlose Wittwe vom Lande, mit angenehmem Aeußeren. für einen Wittwer mit Kindern auf dem Lande, die die Stelle als Haushälterin zu versehen hätte und auch befähigt ist, in einem Ladengeschäft thätig zu sein. Der Eintritt könnte sofort oder auch bis 1. Oct. d. I. geschehen. Nur solche werden berücksichtigt, welche gute Zeugnisse besitzen. Offerten sub Nr. 3021 besorgt die Exped. d. Bl. Sehrlingsstelle offen bei L. I. Etttt«ger, 2319s Eisenhandlung, Karlsruhe. Verantwortliche Redaction: Dr. Lehmann. — Berlag der Le Ronx'fchen Hofbuchhandlung. I. GottSleben'S Buchdruckerei (Mainzer Anzeiger).