Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1877)
- Date
- 1877-08-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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786 ich laß den Schmuck bis morgen früh hier — zu was soll ich über Nacht die Sorge haben? — morgen früh hol ich mir ihn, meinetwegen beim Herrn Portier Kubitschka und morgen um vier Uhr Nachmittag" .... plötzlich stockte er, plötzlich überkam ihm ein Gedanke, er hatte die Empfindung als wenn er mit einem Topfe siedenden Wassers begossen werde, ein nervöses Zittern durchlief seinen Körper, .... ich habe es schon gesagt, Magdeburger besaß keine natürliche Anlagen, er war nicht klug; aber er besaß die Weisheit der Erfahrung. „Ällergnädigste wohlgeborene Frau Hoheit!" sprach er, „Sie befehlen geruhigst, ich möchte die Gnad' haben und gütigst das Maul halten, und nit sagen, wem die Brillanten gehören — ich hoff' Wolf Zappert wird mir glauben, er wird mich gewiß nit fragen — aber, wenn er mich doch fragt, wenn er wissen will, wem der Schmuck gehört . ... So wahr ich leb*, wenn ich da nit schnelle Antwort auf der Zuug Hab' Wolf Zappert is capable und lat2) mich einsperren; — freilich .... er wird mir trauen, denn er kennt mich as e braven Menschen; — und dann sind wir auch e Stückl Freund miteinander . . . ." Die Oberstburggrüftn schüttelte energisch den Kopf um anzudeuten, daß ihr das Verwandtschaftsverhaltniß schon genügend klar sei. — „Aber, wenn er doch fragt — was geb' ich ihm Antwort? — das ist das Fragament^)! 2) läßt. Die Oberstburggräfin dachte einen Augenblick verdrießlich nach. ,,Hm!" meinte sie dann: „Wenn es möglich ist, daß er dieser unbequemen Frage aus dem Wege geht, — war mir's am liebsten .freilich es ist mir angenehm, daß er's an einen jüdischen Juwelier verkaufen will, der ist wenigstens verschwiegen — also wenn ihn der Zappert fragt, woher er den Schmuck hat, so sagt er der Dragonerlieutenant Graf Julius Packta hat Schulden'; und um sie zu bezahlen wird der Schmuck seiner Großtante, der Gräfin Ledebour, verkauft.das darf er ganz ruhig sagen, das ist auch buchstäblich wahr.aber sag' er dem Zappert, er soll es keinem Menschen weiter erzählen." „Gut — also Euer Wohlgeboren Frau Oberftburggräfin, ich habe die Gnade mich unterthänigst zu empfehlen! „Ein sonderbarer Mensch das," meinte die Gräfin, nachdem Magdeburger gegangen war, „er macht den Eindruck eines ziemlich dummen, aber trotzdem verläßlichen, ehrlichen und vorsichtigen Menschen auf mich — aber Anna Du mußt ihm sagen, wie er mit mir zu sprechen hat, daß er mich ganz einfach Excellenz anzureden hat,. der hat ja die albernsten Titulaturen zusammengewürfelt; — ich habe manchmal das Lachen verbeißen müssen. (Fortsetzung folgt.) 3) Die Frage. So wurde das Wort vermeintlich verziert, in der That zur Unkenntlichkeit entstellt. ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. In der Pension des Rabbiners einer der besuchtesten Städte Deutschlands finden noch einige Knaben aus guter Familie Aufnahme. Liebevolle Pflege, sorgfältige Erziehung. Gediegener Unterricht in allen Fächern im Hause. — Villa, nahe den höhern stadt. Unterrichts-Anstalten — oder in diesen. Referenzen bei allen rabbinischen Autoritäten. Meldungen resp. Anfragen beliebe man zunächst zu richten an die Expedition dieses Blattes sub Nr. 488. Heidelberg. Gasthof zum goldenen Ross. Eigenthümer: M. WitsetthNUsett. Neu und comfortable eingerichtet. Streng religiös. Den verehrlichen Reisenden bestens empfohlen, sowie zur Abhaltung von Hochzeiten und Festlichkeiten aller Art. _ [1127 (JJtnei oder drei junge Mädchen (Jsr.), die eine O höhere Lehranstalt besuchen, oder solche, die in einzelnen Fächern zu Hause unterrichtet werden sollen, finden sorgsame Pflege, Aufsicht und Nachhilfe in den Schulaufgaben bei [1670 Frau vr. Retkendorf, Heidelberg, Plöckstr. 52.