Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1877)
- Date
- 1877-08-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 32, Beilage Nr. 1 (S. 755 - 762) folgt erst nach 763 - 770). Beilage Nr. 2 (S. XVIII. Jahrgang. Zweite Leiillgt jit Ilr. 32 des Äsrartit. Zeitungsnacbrichten & Korrespondenzen. Deutschland. Mühlhausen (Elsaß). Unser Rabbiner, Herr S. Moock hat an die Mitglieder seines Rabbinatssprengels einen warmen Aufruf zu Gunsten der Nothleidenden im hl. Lande erlassen und ist zu erwarten, daß in Folge dieses für diesen Zweck eine beträchtliche Summe eingehen wird. Oesterr. - Ungarische Monarchie. Pesth. Bei Gelegenheit der Einweihung der Synagoge im Badeorte Fired erzählte Herr Steiner aus Großwardein, als er beim Festessen einen Toast ausbrachte, folgende bemerkenswerthe Thatsache als Beweis, wie die Gesinnung der Christen den Juden gegenüber in neuester Zeit ganz und gar sich geändert hat: Es sind setzt 42 Jahre, daß ich zum Erstenmal nach Großwardein kam, barfuß und gerissen. Gleich beim Eintritt hörte ich von einem Glaubensgenossen , daß man den Vorsteher der Judengemeinde verhaftet und der Richter ihn zu einer Geldstrafe von 50 fl. oder zu einer Gefängnißstrafe von zehn Tagen verurtheilt hat, weil er es gewagt, in der Stadt zu übernachten. Derselbe Richter hat nach 37 Jahren den einstigen barfüßigen Judenjungen zur Wahl in die städtische Vertretung vorgeschlagen. Tarnow (Galizien). Der Bischof von Tarnow hat anläßlich seines 25jährigen Jubiläums zahlreiche Ovationen erhalten. Auch die Judengemcinde daselbst hat in einer herzlichen Adresse dem kirchlichen Würdenträger, dessen Streben immer auf Eintracht unter den Confessionen gerichtet war, Glückwünsche ausgesprochen. Diese Adresse hat der Bischof, wie das „Vaterland" meldet, mit folgendem Schreiben beantwortet: An die ehrwürdige israel. Cultusgemeinde in Tarnow. Es gereichte uns zu nicht geringem Tröste, Sonntag, am 8. Juli l. I., als wir das 25jährige Bischofs - Jubiläum feierten , die Ausdrücke der Anhänglichkeit, Verehrung und Dankbarkeit für uns aus dem Munde der P. T. Herren Repräsentanten der ehrwürdigen isr. CultuSgemeinde in Tarnow vernommen und aus dem überreichten Album gelesen zu haben. Indem wir hier unsere Freude, Zufriedenheit und unseren Dank für die uns geschenkte Aufmerksamkeit hiemit aussprechen, bitten wir zugleich Gott den Allmächtigen, er möge die Fülle seines göttlichen Segens über eine ehrwürdige isr. Cultusgemeinde in Tarnow ausgießen. Vom bischöflichen Ordinariate Tarnow, am 11. Juli 1877. Joseph Alois Freiherr v. Pukalski m. p., Bischof, k. k. wirklicher Geheimrath. Abany-Szanto (Ungarn), 31. Juli. Noch ist die Liebe zur Thora in Israel nicht erloschen. Noch ist jene Opferfreudigkeit aus dem Judenthume nicht geschwunden, die eine nie geahnt^ Höhe errreicht, wenn es gilt rninn tod durch eine großartige That zu beweisen. Ein überaus glänzendes Beispiel davon gibt die Gemeinde Szikszü (Abanjer Komitat) mit ihrem Bezirke. Bekanntlich hat der Oberrabbiner aus genanntem Orte, Herr S. Ehrenfeld, Verfasser des ->bid pn, der aus Mattersdorf, als aus dem Sitze seiner Voreltern, an ihn ergangenen Vokatton auf den dortigen Rabbinaissitz nachgegeben und den Entschluß gefaßt, schon diese Woche, Sonntag, dahin zu übersiedeln. Alle Anstalten zur Verabschiedung waren auch getroffen, die Abschiedsdraschah, die Aller Herzen erschütterte, ja der Auszug selbst ging schon vor sich; und vom Wege respektive von der Bahnstation Miskolz ist der verehrte Rabbiner zurückgekommen Hervorragende ihn geleitende Mitglieder aus der Gemeinde Szikszü und den Bezirksgemeinden haben nämlich in ihn auf Verbleibung auf seinem bisherigen Rabbinatssitze, so lange gedrungen, bis er, als er das Opfer sah, das sie ihm dadurch brachten, daß sie die nicht unbedeutende Summe von 1200 fl. ö. W. als Schadenersatz für die gemachten Spesen von weiten der Mattersdorfer Gemeinde zusammenschossen, eingewilligt hat, nach Szikszü zurückzukehren. Und er ist seiner Gemeinde nun wiedergegeben. Die Freude darüber und der Jubel, der dort herrscht, ist grenzenlos. Israel Margarethen. Holland. Amsterdam. Der König von Holland, welcher jedes Jahr einen talentvollen Knaben und ein begabtes Mädchen erwählt, um sie auf seine Kosten erziehen zu lassen, hat dieses Jahr wiederum einem jüdischen Knaben und einem jüd. Mädchen die dazu bestimmten Stipendien zuerkannt. (Jew. Chr.)