Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1877)
- Date
- 1877-08-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVIII. Jahrgang. M 32 Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Jndenthnm. HcrauSgegeben von vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 8. August 5637 (1877). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expeditton franco einzusenden. Anhalt. Leitende Arttkel: Trost. — Die Petition preußischer Synagogenvorstände um obligatorischen jüd. Religionsunterricht. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Heilbronn. Berlin. — Oesterr. - Ung. Monarchie: Wien. Pesch. — Italien; Rom. — Feuilleton: Der Königliche Resident. Inhatt der erste« ZLeitage r Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland: Stuttgart. — England: London. — Feuilleton: David Leb Magdeburger. . Anhalt der zweiten Aeilage: Zeitungsnachrichten und.Correfpondenzen: Deutschland: Mühlhausen. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Pesch. Tarnow. Abany- Szanto. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris. — England: London. — Türkei: Constanttnopel. Anhalt der Hrtra-Aeitage. Spenden-Verzeichnisse. Leitende Artikel. Trost. i iv. . Mainz, 2. August. "V* Ente dritte Ursache der Erlösung ist der PnNllme Wandel der Bäter, wie es heißt: „Unb Er wird nicht vergessen deS Bundes mit deinen Vätern." Unsre Leser wollen sich erinnern, daß eS in der von uns hier besprochenen Midrasch-Stelle heißt nu« not -nno n1?« uro* Tny^> und daß der dazu citirte Bibelverö lautet: *6? "I’ddn nna nw; hier unterscheiden also die Weisen zwischen noi und nna nicht, während ein anderer Ausspruch lautet, daß, wenn auch m« nor, der fromme Wandel der Stammväter, uns. ihren späten Nachkommen nicht mehr zu Gute kömmt, ni2Krp~o, der mit den Stammvätern geschlossene Bund unverändert bleibt; es ist demnach auch wohl gn dieser Stelle unter roa« dot nichts Anderes als der in Folge des frommen Wandels der Bäter mit ihnen geschlossene Bund zu verstehen. Die in der heiligen Schrift wiederholt ausgesprochene Thatsache, daß Gott, der Allmächtige, der Schöpfer des Weltalls mit Menschen, mit schwachen, sterblichen Menschen einen Bund geschlossen. ist gewiß eine der merkwürdigsten, welche die Weltgeschichte kennt. Die Schließung eines Bündnisses setzt eine gewisse Gleichartigkeit der beiden Contrahirenden, eine gegenseitige Unterstützung voraus. Wie ist es nun denkbar, daß Gott, der Allmächtige, der Schöpfer einen Bund schließe mit seinem eigenen schwachen, in alle« Dingen von ihm abhängigen Geschöpfe? Die,e Frage führt uns auf eine der wichtigsten — vielleicht die allerwichttgste — Grundlagen unsrer heiligen Religion. ES ist daS der Grundsatz von der Freiheit deS Menschen. Der Mensch ist frei, ist in de» wichtigsten Dingen unabhängig. Diese Freiheit ist ihm angeboren, und Niemand kann sie ihm rauben. Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Weltalls, hat sich in dieser Bezie-