Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 31 (1.8.1877)
- Date
- 1877-08-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XVIII. Jahrgang. Zweite Beilage i« Ur. 31 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. 1)6 l'inüuence de l’eclairage sur l’acuitd visuelle par le Dr. N. Th. Klein, Eleve des Höpitaux (medaille de bronze). Paris, G. Masson, editeur , Libraire de l’Acad&nie de Medicine, Place de l’Acad6mie de Medicine , Place de TEcole-de-Mödicine, 17. Lasse sich Niemand von dem gelehrten Titel abschrecken, verwechsele man vorl. Werk nicht mit jenen Schriften, wo gelehrte Gegenstände in langweiliger, nur auf den Fachmann berechneter Art abgehandelt werden, wo man sich durch eine Unmasse unbekannter Begriffe durchzuarbeiten hat und viel in den Kauf nehmen muß, ehe man zum Verständnisse des Gegenstandes gelangt. Vers, dieses Werkes hatte dagegen weniger die Fachmänner im Auge, setzt demgemäß gar keine Vorkenntnisse voraus und beginnt mit den Grundlagen seiner Wissenschaft, da er sich in die Denkart des Nichteingeweihten versetzt. Ist ja der Gegenstand von der Art, daß er die Theilnahme eines Jeden anregt. Ein Jeder wird den Vortheil begreifen, der ihm ans klarer Einsicht in die künstlichen Mittel erwächst, wodurch die geschwächte Sehkraft wieder hergestellt oder gekrästigt wird. Wie leicht kann eine irrige Ansicht darüber den Verlust des Augenlichts zur Folge haben, wogegen die Kenntniß dieses Gegenstandes Jedem die Erhaltung seiner Gesichtsschärfe durch richtige Behandlung des Auges erleichtert. Das stellt uns der Verf. in volksthümlicher, fesselnder Darstellungsweise vor Augen, wodurch die trockensten Auseinandersetzungen und die fernliegendsten Begriffe unserm Verständnisse näher geführt werden. Unsere einfachsten Umgebungen dienen dem Verf. zur Aufstellung seiner Beobachtungen, zu Beweisen dagegen benutzt er die Versuche, die mit Brillen und Ferngläsern angestellt wurden. So nimmt Alles in vorliegender Schrift die Gestalt des Lebens an und verschmäht das trocken Darlegende, obschon hinter dieser lebensvollen Gestalt der strengste wissenschaftlichste Geist wirkt. Durch weitere Anwendung dieser Lehrart würde die Wissenschaft aus dem engen Bereiche des Hörsaales in das Volk eindringen und allgemeines Eigenthum werden. | Zu den wissenschaftlichen Quellen, die Verf. zum Beweise heranzieht, gehört auch der Talmud, und ist diese bisher wenig beachtete Seite dieses großen Werkes hier in einer eigenthümlichen und zugleich neuen Art beleuchtet. Welch' ein ehrendes Zeugniß für die unerfaßliche Vielseitigseit des Talmud , daß keine Erscheinung des Lebens und des menschlichen Wissens unseren großen Lehrern unbedeutend schien und Alles von ihnen berücksichtigt wurde; daß man selbst an dem, was auf den ersten Blick unbedeutend scheint, nicht mäkeln dürfe, indem Alles darin seinen Zweck hat und nur des tieferen Verständnisses bedarf, um wissenschaftlich bedeutend und der Menschheit in ihren allgemeinen Fortschritten fruchtbringend zu werden! So kann vorliegendes Werk einem Jeden zur Einweihung in die Wissenschaft dienen, vom wissenschaftlichen Schriftsteller dagegen zum Muster benutzt werden, wie die trockensten Wissenszweige volksthümlich dargestellt werden können und das Abschreckende verlieren, der Talmudist selbst kann daraus lernen, wie die Wissenschaft zum Verständnisse des Talmud und der wieder zur Klarlegung des Außenliegenden herangezogen werden kann. Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 12. Juli. Auf Grund eines Erlasses des Unterrichtsministers soll ein genaues und vollständiges Verzeichniß der in den Volks-, Mittel¬ und höheren Töchterschulen benutzten Lesebücher aufgestellt werden, wobei auf den Ministerialerlaß vom 5. Mai v. I. hingewiesen wird, welcher bestimmt, daß eine Anzahl solcher Bücher möglichst bald und jedenfalls bis zum 1. April 1878 aus dem Unterrichtsgebrauche entfernt werden müssen. Den Autoren derjenigen Lesebücher, welche fernerhin im Gebrauche bleiben dürfen, soll, wie verlautet, eine nochmalige genaue Durchsicht der religionsgejchichtlichen Aufsätze zur Pflicht gemacht und ihnen aufgetragen worden sein, vor Besorgung neuer Ausgaben den Plan derselben dem Schulcollegium der Provinz, in welcher das Buch im Gebrauch ist, zur Prüfung zu unterbreiten. Bei dieser Prüfung soll auch darauf geachtet wer-