Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1877-05-23 · Heft 21 (23.5.1877) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 21 (23.5.1877)
Date
1877-05-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447695-2447717--13739-2469619
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

493 was Ihr für meine Mutter gethan, als sie im Hause Eures Vetters das Unglück traf? An jencm Sonntag, als das Maurergerüst über ihr zusammenbrach und sie zerschmetterte, und Ihr herbei eiltet und Ihr ganz allein mit Euren schwachen Kräften die schweren Balken von ihr entferntet und die grauslich Verstümmelte aus dem Schutt hervorzogt. — Und als ich dann heim kam aus der Kirche — o, noch Hab' ich's vor Augen. das Entsetzliche — vor Kummer unt> Herzweh wußte ich nicht, was beginnen, und da wart Ihr es, Ihr ganz allein, die in den letzten schweren Stunden meiner armen Mutter Linderung verschafft. Damals , in jener Stunde, als Eure Hände roth waren von dem Blute meiner Mutter, da Hab' ich bei mir selbst geschworen, daß ich's Euch vergelten werde. Und Ihr könntet glauben, ich wurd' Euch verlassen?" Dina mußte nachgeben und schon nach wenigen Wochen trat sic ihre Reise an, begleitet von ihrer treuen Marie und den heißesten Segenswünschen ihrer freundlichen Gastgeber, die sie nach besten Kräften mit Rath nnd That unterstützt. Auch das Entbehrlichste ihrer Habseligkciten hatte sie zu Geld gemacht, so daß sie die Reise nach H., wenn auch unter Mühsal vn) Beschwerden, doch ohne all zu empfindliche Beschwerden zürückzulegen hoffen konnte. Und als sie nun so dahin zog durch die rauhe stürmische Zeit, und doch nicht verzagt und doch das Herz voll Hoffnung und Vertrauen — da empfand sie mit bitterm Schmerz, wie schwer sie einst gefehlt, als sie sich geweigert hatte, den Bitten ihres Kindes zu willfahren. Und war nicht diese Weigerung vielleicht Schuld an seinem frühen Tode? — war nicht vielleicht sein reines Herz gebrochen, weil ihm nicht gestattet war, offen den Glauben seiner Väter zu bekennen? jetzt glaubte sie es. weil sie erst jetzt einsah, daß es möglich gewesen, seinem Verlangen zu entsprechen; und auf's Neue tobten Schmerz und Reue in ihrer Brust. Doch drückten sie sie nicht darnieder, vielmehr stählten sie sie gegen Ungemach und Leid; denn von nun an betrachtete sie Alles, was sie bisher gelitten, Alles, was noch zu leiden igr beoorstand, als Sühne für ihre schwere Schuld. (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Reduction nicht verantwortlich. Badenweiler Klimatischer und Molken-Kurort. — Nruerbautes Bassin - Bad, stets durchstrom?ndes Thermalwasser von 26° C. — Marmorpiscime in elegantst eingerichtetem Badesaal. — Großes Schwimmbassin unter freiem Himmel. — Douchen - Wannenbäder. — Grössnrrng der Saison 1. Mai d. I. [H.b. 1578 1364] Das Coiiiite. Heidelberg. Gasthof zum goldenen Ross. Eigenthümer: M. Witsenhausen. Neu und comfortable eingerichtet. Streng religiös. Den verehrlichen Reisenden bestens empfohlen, sowie zur Abhaltung von Hochzeiten und Festlichkeiten aller Art. fl 127 in junger Mann, mosaischer Confession und von anständigen Eltern, welcher seit mehreren Jahren im I Justizsache arbeitet, die 2. Secretairstelle bekleidet, wünscht veränderungshalber per 1. Juni oder Juli er. eine Stelle in einem gr. Bank- oder Maaren-engroset veta.il-Geschäft unter günstigen Bedingungen alsComptoirist oder Lehrling anzunchmcn. Gefl. Offerierten snd A. H. 100 postlagernd Pieschen, Prov. Posen. [1361

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.