Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1877)
- Date
- 1877-05-09
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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452 Von allen Friedensbedingungen, die Serbien auferlegt wurden, war ihm diejenige, die sich auf die Israeliten bezog, die peinlichste. Sie formell zurückzuweisen, hieße einen eigenthümlichen Beweis von Civilisation geben Seitens eines Staates, der soeben die Humanität Europas angerufen hatte; andererseits entschlossen, sie nicht zu unterschreiben, fühlte dieser Staat das Bedürfniß einer Ausflucht, die ihm die isr. Candidatur in dem genannten Punkte darbot. Indem der serbische Staat der Türkei versprach, den Israeliten sehr gern die bürgerlichen und staatlichen Rechte zu gewähren, hatte er zugleich den Bortheil, durchzuietzen, daß die betreffende Clausel unentschieden blieb und daß er sich in den Augen Europas den Anschein geben konnte, Gerechtigkeit zu üben, da er sich für die von H. Oser in Finanzsachen und besonders bei der Anleihe erwiesenen Dienste dankbar beweise. (Schluß folgt.) England. London. Von einflußreichen Männern wird gegenwärtig zur Errichtung eines isr. Seminars zur Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen hingearbeitet. Sir Francis Goldsmidt hat zu diesem Zwecke 1000 und seine Schwester 400 L.-St. gezeichnet. Auch Sir Moses Montefiore hat eine beträchtliche Summe bewilligt. An der Universität Cambridge wurde Dr. Schiller-Szinefsy als Professor der talmudischen und und rabbinischen Fächer angestellt. Er ist der erste Jsraelite, welcher einen Lehrstuhl ay dieser Universität erhalten hat. Afrika. Algier. Ein von Aumale nach Boncaada reisender Rabbi wurde von einem Eingebornen unterwegs ermordet und seiner Baarschaft beraubt. (Arch. isr.) A N Z E l G E N. Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. ie hiesige israel Gemeinde sucht einen ledigen Religionslehrer, Vorsänger und Schochet, welcher alsbald einzutreten hätte, gegen einen Jahresgehalt von 650 Mark, freier Wohnung und Ueberlassung der Schächtergebühren. Da der betreffende Lehrer täglich nur einige Stunden Religionsunterricht zu ertheilen hat, so kann er den größeren Theil der Arbeitszeit nutzbringend für sich verwenden. Ausländische Bewerber haben sich über ihren Bildungsgang und ihre Qualification zum Religionslehrer und Vorsänger auszuweisen. Reiseentschädigung wird nicht gewährt. Portofreie Meldungen mit Zeugnissen belegt sind in Bälde zu richten an 1283) das Köttigl. Rabbirmt Göppingen. Jebenhausen (Württemberg), 3. Mai 1877. Annonce. Ein junger Mann, der seine 3jährige Lehrzeit in einem Kurz- und Spielwaarengeschäft on §ros bestanden, sucht, gestützt auf Referenzen, in derselben oder einer ähnlichen Branche Engagement. Eintritt kann sogleich oder auch später erfolgen. Franco-Offerten unter A. O. Nr. 1312 an die Expedition d. Bl. zu richten.! /Hin Kaufmann, israel. Confession, 30 Jahre alt, i sucht auf diesem Wege die Bekanntschaft einer i Dame zu machen, die gesonnen ist, auf einem groj ßen Dorf am Bodensee sich zu verehelichen. Derselbe besitzt ein sehr rentables Geschäft, sowie Vermögen; sieht daher weniger auf Geld als auf schönes Aeußere, Bildung und gute Familie. Ernstgemeinte Anträge mit Beischluß der Photographie wolle man gefäll. unter Chiffre H. N. Nr. 3222 postlagernd Gottmadingen (Baden) einsenden. Discretion Ehrensache. [1158 in junger Mann, der seine Lehrzeit in einem Bankgeschäfte bestanden, sucht unter bescheidenen Ansprüchen Stelle auf einem Comptoir, gleichviel welcher Branche. Offerten unter M. N. 12 an die Buchhandlung 1314) I. Kaitffrnanrr, Frankfurt a. M. in junger Mann (Isr.) mit schöner Handschrift, der in Comptoirarbeiten bewandert ist und in der Wollbranche Kenntnisse hat, wünscht bei.sehr bescheidenen Ansprüchen Engagement. Prima Referenzen. Offerten unter Nr. 1316 an die Expedition dieses Blattes.