Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1877)
- Date
- 1877-05-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVIII. Jahrgang. M 1» V Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 9. Mai 5637 (1877). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Vogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt. Leitende Artikel: Zum Feste der Offenbarung. — Die heilige Stadt und ihre Bewohner. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Carlsruhe. Aus Baden. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Feuilleton: Der Königliche Resident. Inhalt der ersten Mirage: Leitender Artikel: Die Friedhofsfrage in Düsseldorf. Zeitungsnachrichten und Corresponvenzen: Deutschland: Kempen. Feuilleton: Aus dem Mittelalter. Inhalt der zweiten Mirage: Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland: Werneck. — Oesterreich. - Ungar. Monarchie: Hanusfalva. — Italien: Rom. — Frankreich: Paris. Paris. — England: London. — Afrika: Afrika. — Leitende Artikel. Zum Feste der Offenbar««-. Mainz, 3. Mai. Als Gott, erzählen die Weisen im Midrasch, einst Seinem Volke sich offenbaren und ihm die Thora verleihen wollte, verlangte er zuvörderst ein Pfand. Die Israeliten boten der Pfänder mancherlei dar, aber Gott wies sie alle zurück, bis sie Ihm ihre Kinder verpfändeten. Dies Pfand nahm Gott an und gab ihnen Sein köstliches Kleinod, die Thora, zum Eigenthume. j'Ni ny rnD’ D’pm D^ty 'vv ütot «in 66n ioy n« "P3’ jrp ivyb ny imi loso» mm «P-r ry .Di^isa So heißt es auch: Aus dem Munde der lallenden Kinder und der Säuglinge hast Du die Macht gegründet; „bie Macht" aber ist nichts underes als die Thora, wie es heißt: der Herr wird geben „Macht" Seinem Volke, Er wird segnen Sein Volk mit Vollkommenheit. Die Religion ist der Engel, der des Kindes zartes Herz schon früh vergöttlicht, es früh gegen die Gewalt der Leidenschaften bewaffnet und seine Unschuld unversehrt durch den Sturm des Lebens, durch die Tage der Versuchung, durch den Wechsel des Schicksals rettet. Scyon die Unmündigen haben Religion; sie ahnen die Gegenwart Gottes, sie fragen nach dem Schöpfer des Himmels und der Erde, nach Ihm, der die Sonne und die Gestirne ihre Bahnen vollenden läßt, dessen Blitze in herrlicher Pracht den Himmel durchglänzen, unter dessen Donner der Boden der Erde bebt. Das holdselige Lächeln des Säuglings, mit dem er die theure Mutter begrüßt, ist der erste Funke, die erste Sprache seiner Religiösität. Noch ahnt er nicht die Größe und die Wunder der Schöpfung, noch weiß er nichts vom Dasein des über ihm waltenden Gottes — aber schon kennt er das theure, ihm nahe Elternpaar, und die Gefühle der Liebe, der Dankbarkeit, der Zuversicht sind die Quelle der Religion.