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Der Israelit · 1877-05-02 · Heft 18 (2.5.1877) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 18 (2.5.1877)
Date
1877-05-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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426 Wendig ist. Uebrigens abgesehen von der momentanen Stimmung liegen die Verhältnisse für uns heute bedeutend besser als damals. Seit wenigen Jahren hat Würzburg durch die Freizügigkeit und Gewerbeordnung einen bedeutenden Zuwachs an Seelen und Capital erhalten und wird unzweifelhaft die jetzige Sammlung bedeutend ergiebiger sein. Zur Beruhigung des Hrn. Rosenbaum, der es bedauert, daß bei der Jubiläumsfeier die Vertretung des Capitals nicht im Einklänge mit der Vertretung der Orthodoxie stand, diene ihm die mir gewordene Zusicherung , daß bereits ein bedeutender Finanzmann Würzburgs seinen Beitritt zum Comite zugesagt hat. Als weiterer Beweis und zwar wie sich Hr. Rosenbaum ausdrückt „als schlagender Beweis" für die wahrscheinliche Unausführbarkeit unseres Projectes, dient auch die Sammlung für ein Spital in Jerusalem, di«' noch kein solches Resultat lieferte, daß man bis jetzt auch nur einen Anfang hätte machen können. Auch dieser Beweis scheint mir nicht stichhaltig zu sein. Wenn auch zugegeben werden muß, daß die Unterstützung und Unterhaltung unserer nothleidenden Brüder in dem Lande unserer Vergangenheit und Zukunft Sache des Gefammtjudenthums sein sollte, so läßt sich dennoch nicht leugnen, daß sich für dieses Project blos die Orthodoxie interessirt und wie es die Sammlungen constatiren die Gelder zu diesem Zwecke blos von jener Seite herfließen, während der Bau eines jüdischen Spitals für Würzburg, für unsere nächste Umgebung, sich wohl auch des Beifalls und der Unterstützung weniger orthodox Gesinnten zu erfreuen haben würde. Außerdem aber fließen alljährlich bedeutende Summen von Deutschland dorthin und ist es daher schwierig, ohne die gewöhnlichen Beiträge für px zu beeinträchtigen, ein großes Capital zu einem außergewöhnlichen Zwecke anzusammeln, während in dem Kreise Unterfranken und Aschaffenburg noch wenige Institute bestehen, die die Mildthätigkeit unserer Glaubensgenossen stets in Anspruch nehmen. Auch ist der Bau eines jüdischen Spitals für Jerusalem mit weit größeren Schwierigkeiten verbunden als die Ausführung unseres Projectes. Abgesehen davon, daß Jerusalem Mangel an Aerzten und Ueberfluß an Kranken hat, daher, wie es die Rechenschafsberichtebeweisen, ungeheure Summen alljährlich blos für die Unterhaltung der Aerzte und Anschaffung von Arzneimitteln verausgabt werden, während in unserm Kreise die Zahl der jüdischen Kranken gottlob gering, Würzburg aber, wie ich dies schon in meinem vorigen Artikel betonte, der Sitz der berühmtesten Professoren Bayerns ist und wir daher erstens einen viel kleineren Bau als in Jerusalem benöthigen und zweitens die Besoldung der Aerzte weit geringere Summen beansprucht als dies im heiligen Lande erforderlich ist, jo ist ja außerdem der Spitalbau für Jerusalem noch nicht aufgegeben. Es läßt sich nicht verkennen, daß immerhin schon beträchtliche Summen zu diesem Zwecke bereit liegen und im Laufe der Zeit auch dafür ihre Verwendung finden werden. Auch ich glaube nicht, daß eine Sammlung zur Gründung eines jüdischen Spitals für Würzburg sofort jenes Capital herbeigeschafft, das unser Project vollständig ausführbar macht, jedoch soviel glauben wir uns versprechen zu dürfen, daß die Gründungsbeiträge jene Höhe erreichen werden, daß wenn sie sammt den darauffolgenden Jahrtsbeiträgen admaf* sirt werden, es uns in wenigen Jahren vergönnt sein wird, das nöthige Grundstück hier anzukaufen' Ist erst dies geschehen, dann wird es um so leichter sein, in späterer Zeit jene Gelder flüssig zu machen, die zur Vollendung unseres Zweckes erforderlich sind. Um den Raum dieses vielgelesenen Blattes heute nicht gar zu sehr in Anspruch zu nehmen, werde den von Hrn. Rosenbaum gemachten Gegenvorschlag in der nächsten Nummer besprechen. E. I. Roos, Lehrer. Aus der Provinz Posen. In dem von dem Vereine für Wissenschaft und Geselligkeit bereitwilligst hergegebenen Saale des Keiler'schen Hotels in Posen«» tagte am 15. u. 16. c. die Confirenz der Rabbinen der Provinz Posen. Der von dem Ausschüsse der Gnesener Rabbinerversammlung erlassenen Einladung hatten von den 33 zur Zeit in der Provinz amtirenden Rabbinen 19*) Folge geleistet, wahrend 8 durch Unwohlsein behindert ihr lebhaftes Interesse an den Bestrebungen der Conferenz in Zuschriften bezeugten. Alle Schulen, alle Richtungen waren vertreten und deutlicher konnte der Beweis nicht geliefert werden, daß die gemeinsamen Interessen der Judenheit mächtig genug seien, um die für unüberwindlich gehaltenen Spaltungen zu überbrücken. Mit einer ihnen selbst wunderbaren Uebereinstimmung wurden Beschlüsse, deren Jnslebentreten gedeihliche Förderung unseres Gemeindelebens verheißt, gefaßt. Das Büreau wurde gebildet aus den Herren vvr. Feilchenfeld, Bloch (Posen) und Joel. Da *) Und zwar: die Herren Doct. Baeck in Lissa, Bloch in Jarotschin, Bloch in Kobylin, Bloch in Posen, Feilchenfeld in Posen, Holländer in Wreschen, Horowitz in Gnescn, Iaffe in Kurnik. Joel in Krotuschin, Kahn in Sammter, Koref in Rawitsch, Lewin in Koschmin, Münz in Kempen, Nager in Wronke, Pleßner in Rogasen, Rosenzweig in Birnbaum, Stiebel in Filehne, Wälder in Schönlanke, Wassertrilling in Bajanowo.

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