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Der Israelit · 1877-05-02 · Heft 18 (2.5.1877) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 18 (2.5.1877)
Date
1877-05-02
Page
– (sequence 15)
Language
German
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423 zu thun pflegte. Sie erwiederte leise seinen Wunsch und wußte es ihm von Herzen Dank, daß er ihren Händedruck heute nicht begehrte. Sie fühlte sich durch diese Zurückhaltung fast wieder beruhigt. Alexander sah es und sein Vorsatz, sie erst wieder sicher werden zu lassen, bestärkte sich. Das Eis war nun gebrochen, sie kannte seine Gefühle; doch kein Wort von Liebe kam in den nächsten Tagen über seine Lippen. Es kostete ihn schweren Kampf, dieses Schweigen, aber er sogte auch dafür, daß sie diesen Kampf gewahre. Sie sah ihn leiden, durch sie leiden, ihn, der so viel für sie gethan. Es schien ihr unmöglich. seinem Wunsche zu willfahren; doch eben so unmöglich war es ihr, für die Dauer ihn zu versagen. Sie schuldete ihm so viel, so unendlich viel, wie hatte er gesorgt für sie und für ihr Kind — und zum Dank für Alles, sollte sie ihn so maßlos leiden lassen. — Ja, wenn sie sich hätte von ihm entfernen können, — aber Energie war es wieder, die ihr hier gebrach. Verzweiflung im Herzen, willigte sie endlich ein, ein Glück zu gewähren, für das sie selbst bereits erstorben war, und willig duldete sie seine glühenden Küsse, seiner wilden Umarmungen; nur eine Bedingung hatte sie gestellt, ihre Verbindung sollte nach jüdischem Gesetz geheiligt werden. Vergebens erschöpfte Alexander all.' seine Beredtsamteit, sie von der Unzulässigkeit ihres Verlangens zu überzeugen; hierin blieb sie fest und war sie nicht einmal zu bewegen, sich auch nur zum Schein der Trauung in der Kirche zu unterziehen, nicht einmal auf die Vorstellung hin, daß die Welt sie ohne dieses als seine Maitresse betrachten werde; denn die Trauung nach jüdischem Brauch konnte doch nur unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit stattfinden. Doch zu glücklich, endlich das Ziel seiner Wünsche so nahe zu sehen, mußte er sich in den Einzelheiten wohl ihrem Willen fügen, und selbst der Gefahr trotzen, die unleugbar die Erfüllung ihres Begehrens begleitete. Doch was konnte er machen? Es war auch nicht eigentlich die Gefahr, die ihn kümmerte, denn Feigheit gehörte nicht zu seinen Fehlern; aber eine Verzögerung von mehreren Monaten ward hiedurch bedingt, und das war's, was ihn außer sich brachte. Wohl hätte er schon am folgenden Tag in der nächsten jüdischen Gemeinde sich mit ihr trauen lassen können, denn wie bereits erwähnt, die Grenze war nicht fern: aber er durfte es nicht wagen, die Stadt mit ihr zu verlassen, sie mit Glaubensgenossen zusammen zu bringen, und Dina hatte auch bereits eingewilligt, sich zu begnügen, daß er die Trauungsformel in Gegenwart der zwei Glaubensgenossen , die mit ihnen zugleich zum Schein, wie sie glaubte, die Taufe empfangen, zu ihr spreche. Doch einer dieser beiden Zeugen war verreist und wurde erst Ende Sommeis zurückerwartet; ihre Vereinigung konnte daher auch nicht früher stattfinden, soviel Alexander auch tobte nnd fluchte. (Fortsetzung folgt.) A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. In der Pension des Rabbiners einer der besuchtesten Städte Deutschlands finden noch einige Knaben aus guter Familie Aufnahme. Liebevolle Pflege, sorgfältige Erziehung. Gediegener Unterricht in allen Fächern im Hause — Villa, nahe den höher« städt. Unterricht.-Anstalten — oder in diesen. Referenzen bei allen rabbinischen Autoritäten. Meldungen resp. Anfragen beliebe man zunächst zu richten an die Exped. d. Bl. «ub Nr. 486. (>ch mache hiermit aufmerksam, daß bei mir gcschriebene min neo, und nnuo aller Art, en gros und en detail unter reellen Bedingungen und prompter Besorgung zu haben sind. Auch eine mm "isd, 58 Cent, hoch, 45 Cent, breit, sehr schöne Schrift, zu haben. O. Levh, Zehngebotschreiber in Slonim, Gouvernement Grodno, Rußland. (^in junger Mann, 18 Jahre ait, sucht Stelle als Geselle bei einem israelitischen Bäcker. Man wende sich an 9971 Abr. Samuelsohn in Euskirchen.

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