Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1877)
- Date
- 1877-04-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVIII. Jahrgang. M 17 Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. .0?rausgegeben von Vr. 5 mann in Mainz. Mittwoch, den 25. April 5637 (1877). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 2b Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Eine alt-orthodoxe Stimme über den Austritt aus der Gemeinde. — Die heilige Stadt und ihre Bewohner. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Bitburg. — Frankreich: Paris. — Türkei: La Canvc. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Der Königliche Resident. Inhakt der ersten Freitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Heilbronn a. N. Köln. — Afrika: Mogador. — Feuilleton: Aus dem Mittelalter. Inhalt der zweiten Freitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Straßburg. — Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. — Inhalt der Krtra - Beilage: Spcnden-Berzeichnisse. Leitende Artikel. Eine ail-orlhodorc Stimme über den Austritt aus der Gemeinde. Als der Abfall vom Judenthum in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts unter dem pompösen Namen Reform des Judenthums in Deutschland sein Haupt erhob, da eröffneten deren Apostel die neue Religion ihrer Mache mit einem Kreuzzng gegen die verrathene alt^. Demr das Wort des lebendigen Gottes, wie es damals die jüdischen Geister und Gemüther noch durchweg erfüllte, wie es das Thun imfr Lafferr de? Gemeindem und des vereinzeltsten Einzelnen regelte, das heilige SEßou Gottes, von dem jeder jüdische Schulknabe wußte, daß es von Gott gesandt sei, die Menschen zu läutern, die Menschen zu reformiren na ninan, das heilige jüdische Gottesgesetz mußte erst aus den Herzen seiner Bekenner gerissen, mußte entstellt und verzerrt, verächtlich gemacht und dann verachtet werden, um nur für den Gedanken einer Reform des Judenthums Boden gewinnen zu können. So eröffnete der Selbsterhaltungstrieb der jungen Weisheit die Razzia auf das Wort Gottes und auf seine Treuen, gewann Kanzel und Feder für die neue Offenbarung, stellte das Diplom der Erleuchtung und Aufklärung sich selber und allen Denen, aus. die den traurigen Muth hatten, Gottes Gesetz öffentlich zu brechen und geradezu zu verhöhnen, und die Summe alles dessen nannte man — Reform des Judenthums. Die Treue der Treuen aber, die in diesem allgemein bejubelten Fortschritt den beklagenwerthesten Rückschritt zu erblicken wagte, ie sich nicht überzeugen konnten, daß die alte Verpflichtungskraft des jüd. Gesetzes den Anmaßungen einiger sensationsbedürftiger junger Stürmer zu weichen berufen fei, die daher mit doppeltem Ernst eintrat fit die so schwer gekränkte Gottessache um so ihrerseits den Abfall der Brüder zu sühnen und sich selbst davor zu schützen,