Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1877)
- Date
- 1877-04-18
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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379 Wien. Die Zahl der jüdischen Soldaten, welche an der auf Kosten der Gemeinde hergerichteten Seder-Tafel theilnahmen, betrug (ohne Offiziere) 296. Dieselben versammelten sich nach dem Abendgebet in 2 Sälen, in welchen 2 Religionslehrer die Hagada vortrugen und die Bedeutung des Festes darlegten. Wien. Die Vorstehung der isr. Cultusgeme inde hat den Beschluß gefaßt, sowohl an der städtischen Bürgerschule, II. Bezirk, Leopoldsgasse Nr. 3, als auch an der städtischen Bürgerschule, 11. Bezirk, Czerningasse Nr. 11a, die Religionslehrer zu belassen, für die Brigittenau aber eigene Religionslehrer zu entsenden, da die Zahl der jüdischen Kinder, welche die verschiedenen Schulen in der Leopoldstadt besuchen, stets im Zunehmen begriffen ist. Bemerkenswerth ist es, daß viele isr. Kirider, und zwar zumeist aus den besseren Häusern, den jüdischen Religions-Unterricht gar nicht oder doch nur höchst unregelmäßig besuchen. In Wien und in den angrenzenden Vororten leben gegenwärtig nahezu 55.000 Israeliten. Seit dem Jahre 1873 sind deren mehr als 5000 von Wien weggezogen. Als ein Zeichen der Zeit mag noch bemerkt werden, daß nicht selten bei der Cultusgemeinde Ansuchen um Unterstützungen von Männern eingehen, die bis zum Jahre 1873 6# fl. bis 80 fl. allein an Cultussteuer gezahlt haben und die jetzt — mitunter obdachlos sind. Pretzburg, am hdb % Schon wieder hat die jüdische Bevölkerung Preßburas einen schweren Verlust erlitten. e-v'b 2'b 'i 'mo cD-nson pHsn j-wn 21.-1 mnDjns p'pi pn yp«n ist am noB 21p früh im Alter von 76 Jahren vom Schauplatz seiner irdischen Thätigkeit abberufen und unter großer Betheiligung zu Grabe getragen worden. Wer der Verstorbene gewesen und wie weit sich dessen Thätigkeit erstreckte, dieß beweisen seine verschiedenen talmudischen Werke, welche der Dahingeschiedene schon vor längerer Zeit der Oeffentlichkeit übergeben, in eclatantester Weise, welche ein beredtes Zeugniß seines unermüdlichen und erhebenden Wirkens und Strebens oblegen. Schon seit längerer Zeit war der Verstorbene in Folge einer schweren Krankheit aufs Krankenlager gefesselt, weßhalb das pisn pi rv2 in Uebereinstimmung mit der isr. Cultusgemeinde den nunmehr Verewigten bei vollem Gehalte in den verdienten Ruhestand versetzt hatte. Vor einem halben Jahr hat sein Bruder, Rabbi Abraham Rosenbaum das Zeitliche gesegnet. n”2'W'r. I. D. Oesterreicher. 27. März. Am 26. fand in Brünn die Generalversammlung der Delegirten für die Verwaltung des mährisch-jüdischen Landesmassafondes statt. Den Vorsitz führte der Obmann Herr Julius Gvmperz. An Gemeindeschul-Subventionen sind 12600 fl., an Gemeindeunterstützungen 9C00 fl., an Personalunterstützungen und für Stipendien 10800 fl., für das Landesrabbinat 420 fl. und für Bildungs¬ und Humanitätsanstalten 2500 fl. präliminirt. Der Vorschlag wurde genehmigt. Hierauf folgte die Berathung des Musterstatuts für die mährisch-israelitischen Cultusgemeinden, nämlich über jene Aenderungen, welche das Curatorium über Vorschlag der Statthalterei der Generalversammlung zur Begutachtung vorlegte. Nach einer langen Debatte wurden die Aenderungen und das Statut im Ganzen genehmigt und der Statthalterei der Dank votirt. Alsdann wurde ein I2g!iedriger Ausschuß gewählt und derselbe mit der Aufgabe betraut, endgiltig über das Tableau der mährisch-jüdischen Cultusgemeinden zu entscheiden. Schweiz. In Endingen (Schweiz) starb vor einiger Zeit ein gewisser Leopold Bollag und testirte derselbe 40,000 Franken für wohlrhätige Zwecke, worunter 2500 Franken für Pilgerwohnungen in Jerusalem. Herr Cantor Lang in Z. hat die von mir gebrachte Notiz, die Schechitah - Angelegenheit betr., als Verleumdung declarirt und kann ich nur wiederholen , daß ein Theil der Gemeindemitglieder aus religiösen Bedenken von der Schechitah des Herrn Lang nichts genießen. Tiefes ist eine Thatsache, welche deutlich genug spricht. Türkei. Aus Konftantinopel schreibt man dem „W. Isr.:" Seit Eröflnung der Kammern haben nur wenige Sitzungen stattgefunden, es waren um diese Zeit viele Feiertage der verschiedenen Confessionen, die alle Beiücksicyttgung fanden. Auch an den ersten und letzten Tagen des Peßachsestes wurden auf Antrag eines türkischen Deputirten aus Rücksicht für die isr. Abgeordneten die Verhandlungen suspensirt. Amerika. Washington. Die nordamerikanische Regierung hat die Stelle eines Consularagenten in Bukarest wieder besetzt und zwar den früheren Privatsecretär des Herrn Peixotto, Hrn. Stern, zu ihrem Vertreter ernannt.