Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1877)
- Date
- 1877-04-11
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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354 Calmberg. Am 22. März verschied in hiesiger Gemeinde Frau Jetta Hamburger geb. Weil im blühendsten Alter von kaum 39 Jahren. Außer ihrem Mann und 8 unmündigen Kindern, welche die Dahingeschiedene hinterlasscn hat. wird diese, im wahren Sinne des Wortes gewesene P'N n&tt Von Allen, die sie gekannt, tief betrauert. In ihrer Mildthätigkeit, die sie gegen jeden Menschen ohne Unterschied der Religion übte, war sie sehr bescheiden. Keinen rvjyn verfehlte sie zu fasten, wozu sie auch ihre Kinder anhielt. Am verflossenen -'Pdn rvayn fastete diese ro'ipn bis ~tn« nxnp. Gewiß eine Seltenheit bei jetziger Zeit. Mit Recht können an der Verblichenen die Worte nnw O'tyj ncona angewendei werden, denn abgesehen davon, was eine Mutter bei einer so zahlreichen Familie zu leisten hat, stand sie ihrem Manne in seinen Geschäften mit Rath und That bei, nrv»3'!? pa jmi mya Dp m. Um 2 und 3 Uhr Nachts stand sie auf und besorgte die nöthigen Arbeiten, die zu ihres Mannes Geschäften erforderlich waren. Zwölf Kinder gebahr sie zur Welt und bei der dreizehnten Entbindung mußte sic zugleich mit ihrem Sprößling ihren Geist aufgeben. Nur der einzige Trost anpa ranpa, welcher den Hohepriester pnu in seiner harten Prüfung zum Schweigen brachte, ist der. der die Hinterbliebenen beruhigen kann. [988 H u f t « f! Unsere Stadt ist von einem schweren Unglück betroffen worden. Die längst befürchtete Ueberfchwemmung in ihrer grausigsten Gestalt, mit ihren schrecklichen Folgen hat uns wieder heimgeftcht. Gewaltige Wasserfluthen ergießen sich seit einigen Tagen unaufhaltsam über die fruchtbaren Fluren unserer Gegend, wie über die Straßen von Schwetz, alles verheerend, alles vernichtend, den Fleiß des Landmannes, wie die Arbeit und Sparsamkeit des Städters. Von allen Seiten der Stadt ertönen nur Roth- und Hilfe-Rufe; viele Familien sind durch das entfesselte Element brod und obdachlos, viele Glaubensgenossen durch den Einsturz ihrer Häuser, durch den Verlust ihrer Habe ruinirt, an den Bettelstab gebracht worden. Familienväter, die sich sonst durch Fleiß und Rührigkeit redlich ernährt haben, sind nun außer Stande, für die Ihrigen zu arbeiten und ihnen das tägliche Brod zu verschaffen. Wie traurig es in unserer Stadt aussieht, entzieht sich jeder Schilderung; die kleinsten Räume auf offenen Böden und Dachkamkamern dienen zu Haushaltungen für mehrere Familien, in denen fte das Peffachfest abhatten. Zwar ist schon Vieles von uns geschehen, um der schrecklichen Noth möglichst zu st?u-rn, aber es ist zu viel zu thun, um genügende Abhilfe zu schaffen. wozu unsere lokalen Mitteln Nicht ansreichen. Glaubensbrüder, helfet, rettet! Setzet uns durch milde Beiträge in den Stand, dem großen Elende abzuhelfen, gedenket Eurer unglücklichen Brüder, Eurer Glandens- und Stammesqenossen. Wir wenden uns an Euer jüdisches warmes Herz, voll Vertrauen, daß es unsrem Rufe, unserer Bitte sich nicht verschließen wird; uud Gott der Allmächtige wird in den Tagen der Noth auch Eurer gedenken, wird es Euch tausendfach vergelten. Etwaige Unterstützungen bitten wir an den Mitunterzeichnelen, Herrn 8. 12. Hirsch einzusenden. worüber später über deren Eingang nnd Verwendung öffentlich Bericht erstattet werden wird. Sch wetz, im März 1877. Das Hilfs-Comitc für die jüdischen Ueberfchwemmten in Schwetz nnd Kreis. IIr. Danbowicz, Rabbiner. Jacob Ui eher. 8. I>. Uukofzer. Ti. 8. Brenner. 8. E. Hirsch. €• 8. Horwitz. Louis Roseaithal. 8. J. 922] Cohn. II. Hirschherg. (£ine achtbare, gut situirte jüdische Familie in einer größeren Stadt Norddeutschlands wünscht ein Mädchen jüdischer Abkunft von 1 bis l1/* Jahren, elternlos oder außerehelich, zur Erziehung anzunehmen, eventuell zu adoptiren. Vergütung irgend welcher Art wird weder gegeben noch verlangt. Adressen unterH. 0.1314 befördert dieAnnoncen- Expedition von Haasengtein & Vogler, in Hamburg. [938 - Für unser, Sabbat- und Festtage geschlossenes Seidenwaaren - Engros - Geschäft suchen wir auf sofort einen, mit den nöthigen Vorkenntnissen versehenen Lehrling. Samuel & Frensdorfs, 971] Hannover.