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Der Israelit · 1877-04-06 · Heft 14 (6.4.1877) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 14 (6.4.1877)
Date
1877-04-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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321 für unser wer mar'sches Land ist es doch ein bedeutender Fortschritt auf dem Gebiete der Entwickelung des JadrNthums. Wenn auf der Kanzel, von der Dr. Heß gepredigt, wenn in der Synagoge, in der zuerst ein Gottesdienst in rein deutscher Sprache den Gemeindemitgliedern aufgezwungen wurde, — wenn von dieser Kanzel in dieser Synagoge heute eine n»"n 8-m n:ur gehalten wird, so ist dös gewiß werth, in einem jüdischen Blatte regiftrirt zu werden. Und wenn das Andenken der -om in solch kleinen Gemeinden gefeiert wird, so dcktz ihr ruhmvolles Gedächtniß selbst in kleinen Kreisen zum Segen wird, so freut sich darüber gewiß manch ein Leser jüdischer Blätter. Wenn die verehrliche Redaktion es wünscht, so wird Schreiber dieses nächstens in diesen Blättern ein Bild der Schulen unseres Landes, namentlich soweit es den israelitischen Religionsunterricht betrifft, geben.*) Berlin, 25. März. Die von Herrn M. Halle im Jahre 1845 gestiftete Krankenkasse der jüd. Handwerker und Künstler hatte am 13. ihre 32. Generalversammlung; in derselben wurde mitgetheilt, daß die Einnahmen von 18765512 M. und die Ausgaben für Krankengelder, Badereisen. Medicamente. Bäder, Bandagen und Brillen, Gehalt der Gesellschaftsärzte und des Boten, sowie andere Generalversammlungs-Unkosten 4967 M. betrugen. Der eiserne Fonds hat 8400 M., der Reserve-Fonds 12900 M. Der Verein hat 22 immerwährende. 212 Ehren- und 272 ordentliche Mitglieder, sowie 4 immerwährende Jubel- und 1 Amts-Jubilar, M. Bodenstein, in Summa 512 Mitglieder. Hierbei besteht noch a, ein beim 25jährigen Stiftungsfest begründeter Jubelfonds mit 11825 M. und N. Oppenheim- und M. S. Bodenstein-Stiftung, deren Zinsen an Mitglieder der Gesellschaft vertbeilt werden, b, eine Wittwen - und Mädchenkaffe mit 254 ordentlichen und 13 immerwährenden Mitgliedern in Einnahme v. 4225 M. und Ausgaben an 8 Wittwen und diversen Andern 3705 M. Der Fonds ist 36616 M., e. 2 gesellige Vereine, die alle Woche zur Belehrung und Geselligkeit der Mitglieder und deren Familienangehörigen beiträgt. Der Vorstand besteht aus den Herren Bankier H. Hirschberg, Kaufmann L. Auerbach, Maler M. Bodenstein. MalerM. Jakobund Löwenstein. Die Gesellschaftsärzte sind Sanitätsrath vr. Unruhe und vr. Hamburger. Schweiz. Bttfek. Die Kinder des verstorbenen Herrn Bachofen (Protestant) habendem israelitischen Asyl zu Hegenheim bei Gelegenheit des Todes ihres Vater« 2000 Fr. geschenkt. (Arch. Jsr.) Oesterr.-Ungar. Monarchie. Budapest, 3. März. Der Bezirksrichter aus B^ktzs-Czaba bediente sich während eines Verhöres dem greisen Bürger und Familienvater Israel Oppenheim gegenüber der Ausdrücke, „elender Betrüger." „größter Dieb im Comitate," „Räuber," „es wäre für Sie besser gewesen, zu krepiren, als daß Sie zu mir geriethen," und versuchte sodann mit allerlei Flüchen den angeblich Schuldigen zu einem Geständniß zu bringen. Und als Oppenheimer trotz dieses Verfahrens seine Unschuld betheuerte zerrte der Bezirksrichter den kränklichen Alten am Schnurrbart, und versetzte ihm drei Rippenstöße, so daß der vergebens um ärzliche Hilfe rufende Angeklagte in den Mantel eines Hajduken gehüllt längere Zeit bewußtlos im Kerker lag. Jedenfalls ist die Sache dazu angethan. daß der Justizminister eine strenge Untersuchung vornehmen läßt. Frankreich. Besanyon. Herr A. Veil-Picars, der sich um die hiesige Stadt schon vielfache Verdienste erworben, hat neuerdings der Stadt 100,000 Fr. zur Disposition gestellt, damit dieselbe mit dieser Summe die Verbauung eines gewissen StadttheilS auszuführen im Stande sei. (Arch Jsr.) Italien. Ikorn. Herr Samuel Alatri, Mitglied des Stadtraths in Rom, hatte bei letzterem den Antrag eingebracht, an dem Hause, in welchem der berühmte polnische Dichter Adam Mickiewicz gewohnt hatte, eine Gedenktafel anzubringen, ähnlich wie eine solche für Goethe angebracht worden war. In Folge dessen erhielt Herr Alatri von dem Sohne des Dichters, Ladislav Mickiewicz, folgenden Brief: „Als Polen und als Sohn hat mich Ihr Antrag sehr gerührt, und ich danke Ihnen von Herzen im Namen meiner Familie uud meiner Landsleute. Es ist mir besonders angenehm, daß die erste Anregung zu dieser Huldigung von dem Manne ausgeht, der feit mehr als 40 Jahren das angesehene Haupt der iSrael. Gemeinde Roms und zu gleicher Zeit ein guter italienischer Patriot ist. Mein Vater, der, wie Sie wissen, eine Vorliebe für Israel hatte und. indem er oft wiederholte, wie viel die Welt dieser Nation verdanke, die ■) Wir bitten darum. Die Red.

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