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Der Israelit · 1877-03-28 · Heft 13 (28.3.1877) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 13 (28.3.1877)
Date
1877-03-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XYI1I. Jahrgang. Zweite Leitagc %lr. 13 -es Israelit. Zeitungsnachrichten & Korrespondenzen. Deutschland. Aus Westphalen. Dem Vorworte des kürzlich von dem Vorstande der Unterstützungskasse des Vereins isr. Elementar-Lehrer Westphalens und der Rheinprovinz ausgegebenen Jahresberichte erlauben wir uns Nachstehendes zu entnehmen. Zuvörderst spricht der Vorstand sein Bedauern darüber aus, daß seine in dem Jahresberichte pro 1875 ausgesprochene Befürchtung leider zur Wahrheit geworden. Mit tiefem Schmerze hat derselbe sich genöthigt gesehen, die seit mehreren Jahren gewährte Unterstützungsquote von 54 Mark auf 48 Mark herabzusetzen. Derselbe ist sich wohl bewußt, daß die Zeuverhältnisse den Rückgang der außerordentlichen Einnahmen (1875 betrugen dieselben Rm. 5714,20 1 76 nur Rm. 1765,-0) mit verschuldeten; allein auch das verfehlt er nicht, daß viele College» sich in ihrer Pflicht für das Wohlthätigkeitsinstitut stets und überall nach Kräften zu wecken sich nicht reiflich bewußt waren, daß ebenso bei gehöriger Anregung der in den Herzen der Bekenner Israels so reich vorhandene Wohlthatigkeitssinn sich gewiß nicht von den Zeitverhältnissen so sehr beeinflußt gezeigt haben würde, den schwachen und dienstunfähigen Lehrern, so wie den Lehrerwittwen und Waisen die milde Gabe zu versagen. Es wird dann mehrerer Collegen ehrend gedacht, die. ohne selbst Mitglieder der Unterstützungskasse zu sein, oder sein zu können, sich rührig zeigen, für den Dere n zu wirken, wo sich ihnen nur eine Möglichkeit dazu bietet. Daß viele Lehrer in beiden Provinzen der Kasse uoch nicht als Mitglieder beigetreten sind, dafür hat der Vorstand kein Verständniß.*) Das Vorwort schließt mit folgenden Worten: „Möge unsere Bitte um fernere Beihilfe in recht viele Herzen dringen! Möge unser Institut die allen Freunde, denen wir hiermit herzlich danken, sich bewahren *) Auch wir begreifen es nicht, zumal die Mehrzahl der jüd. Lehrer beider Provinzen nur als Privatlehrer angestellt sind und daher,, bei eintretcnd r Dienstunfähigkeit, auf keine Pension seitens der Gemeinde zu rechnen haben. Mit banger Besorgnis müsse diese dann in die Zukuust schauen, besonders aber diejenigen, welche Familie und dabei kein Privatvermögcn besitzen, welches letztere bei den Wenigsten der Fall sein wird. Ter (Korrespondent. I und viele neue sich erwerben!" Dem eigentlichen! Rechenschaftsbericht entnehmen wir folgende Daten. Die Gesammt-Einnahme der Kasse' betrug im Jahre 1876 3554,20 M.; die Gesammtausgabe (außer den, den Eingängen pro 1875 entnommenen Unterstützungen (für Verwaltungskoften, Porto und desgl. 146,25 M. Von dem Reste 3408,25 kommt die Hälfte zur Vertheilung, also 1704,12 M. Unterstützungsberechtigt sind gegenwärtig 6 Familien mit zusammen 35 Quoten. Das Vermögen des Vereins bestand am 1. Januar 1877 aus zusammen M. 29,018, 39. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Aus WeftphaleN. Schon oft haben wir Gelegenheit gehabt, in vielen gesch. Blättern die Art und Weise und den Mißbrauch zu rügen, der leider in Westphalen mit der npnai nüTiv und dem Ausstellen von map an D’Dnn? getrieben wird, und immer und wieder — schon allein deßhalb, um dem '21 min nun einigermaßen Rechnung zu tragen — sehen wir uns genöthigt, auf diese Frage zurückzukommen. Vor einigen Monaten haben wir uns kurze Zeit bei Verwandten in dem sog. Paderborn'schen Saucrlande aufgehalten und so recht Gelegenbeit gehabt, uns davon zu überzeugen, wie leichten Kaufes hier junge Leute zum 2"i"^ gestempelt werden. Daher kömmt es auch, daß in besagter Gegend ein so großer Ueberfluß an Schächter vorhanden ist. Es gibt dort Gemeinden von 5 bis 6 Familien, in denen 3 bis 4 Schächter vorhanden. Denn ein solcher zu werden, ist hier nur eine Kleinigkeit. Und wenn auch die Provinz W. leider noch immer eines Rabbiners entbehrt, so finden sich doch Subjecre genug, die gewissenlos genug sind, sich als pns mia zu gerrren und jungen Leuten . die nicht im Stande sind, einen vnm p-cs richtig zu übersetzen, die die größte mmy in der wahren Bedeutung des Wortes sind, — ach, wir kennen leider nur zu viele solcher zu Q*cnx' gestempelten jungen Leute — nufv nbjp geben. In der Regel lassen sich die junge» Leute von einem practischen Schochet in unterrichten, aber nicht nach dem rwoff nur, ^sntcn .nyn mr oder einem andern p“n ]w^2 geschriebenen Werke, sondern ganz einfach nach dem von dem verstorbenen Danziger eigens für solche unwissende Leute in deutscher Sprache verfaßten und vom verstorbenen Rabb. Friedländer in Brilon approbirten ^so;p' bn «. Haben die Schochet - Candidaten ge-

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