Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1877)
- Date
- 1877-03-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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305 Verzweiflungsvoll, wie erstarrt hatte der unglückliche Knabe diese Worte vernommen; er weinte nicht, Verzweiflung schien ihn zum Manne zu reifen und in den Worten des Priesters, so freundlich und milde sie auch klangen, lag doch etwas so Bestimmtes, Entschiedenes, daß auch der Blinde einsah, Flehen und Thränen würden hier nimmer nützen. (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Wenings, den 9. März. Einen herben Verlust hat dieser Tage die hiesige israel. Gemeinde erlitten. Herr Lehrer Hofmann ist nicht mehr. Am Sonntag den 4. d. M. ist er vom Schauplatze seiner irdischen Wirksamkeit, im Alter von 63 Jahren und nach lOtägigem Krankenlager, abberufen worden und sanft entschlafen. Der Schmerz der hiesigen Gemeinde ist sehr groß, die Trauer über das schnelle und unerwartete Hinscheiden desselben eine allgemeine. Er war ein echter Jehudi im wahren Sinne des Wortes, einer der Männer, wie sie in unseren Tagen sehr nöthiq sind und die leider immer seltener werden. Als Lehrer 26 Jahre hier thätig, gab er, ganz seinem Stande gemäß, das Beispiel und Vorbild eines streng religiösen Lebens, verbunden mit der größten Humanität. Seine Schüler hielt er jederzeit eifrigst an, nach seinem Muster ein streng jüdisches Leben zu führen und ließ es an Ermahnungen in dieser Beziehung nicht fehlen. Bis in die späte Nacht hinein beschäftigte er sich mit dem Thorastudium. Arme und Dürftige haben in ihm einen Vater, Trauernde und Kranke einen mitleidsvollen Tröster, viele wohlthätige Institutionen eine helfende Stütze verloren. Seine Hand war stets zum Geben geöffnet, sein Haus stand den Armen offen, und es war die größte Freude des Verblichenen, Dürftige und Nothleidende an seinem Tische zu sehen und ihnen mit Rath und That beistehen zu können. Er war nach dem VAllangen unseres großen Gelehrten ein pnx biff ~'Di>n, ein smx, ein 3m« nrnnb 3-ipci nnm. Der Verblichene hatte keine Kinder, übte jedoch an Vielen Vaterpflicht, zog sogar, ohne die geringste Vergütung, ein Kind vom 1.—14. Lebensjahre auf. Durch seinen stets friedlichen Charakter wußte er sich die Anhänglichkeit und Freundschaft nicht nur der hiesigen Einwohner, sondern auch aller derer, die ihn kannten, zu gewinnen. Dies zeigte sich namentlich auch bei seinem Begräbnisse, zu welchem Leute aus der ganzen Umgegend herbeiströmten. Die Theilnahme Seitens der christlichen Bevölkerung an dessen Leichenzuge war eine zahlreiche, da er sich unter derselben eines außerordentlich guten Rufes zu erfreuen hatte. Möge Gott die hinterlassene trauernde Wittwe, sowie alle Angehörigen trösten und die Wunde, die er ihnen durch diesen Verlust schlug, wieder liebevoll heilen. Möge es aber aucy der hiesigen Gemeinde vergönnt sein, einen würdigen Nachfolger zu bekommen, der in den Fußstapfen des seligen, unvergeßlichen Lehrers wandeln wird. n"3"y"j 'n. jon. Gesucht eine jüdische Köchin, welche auch Hausarbeit mit zu übernehmen hat, gegen hohen Lohn. Gef. Meldungen unter W. 2157 durch Ä. Winkler* s Annoncen-Expedition in Hildesheim erbeten. (813 m Küche und Haushalt gründlich kennen zu lernen, sucht man ein braves I6jähr. Mädchen aus guter Familie, durchaus zuverlässig, an Arbeit gewöhnt, intelligent und leistungsfähig, in einem religiösen, fein bürgerlichen Hause einer mittleren oder größeren Stadt zu placiren. Salair Nebensache, dagegen verlangt: tüchtige Anleitung, freundliche Behandlung, gute Aufsicht. Offerten sab Nr. 806 besorgt die Exped. d. Bl. eine Lehrlingsstelle für einen kräftigen Jungen, 141 2 Jahre alt, mit nöth'gen Vorkenntn'.ssen versehen, gleichviel welcher Branche. Bedingungen: Koü und Logis im Hause. — Sonnabend und Feiertage geschlossen. — Detailgeschäfle erhalten den Vorzug. — Off. sind unter Nr. .-6' an die Exp. d. Bl. zu richten.