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Der Israelit · 1877-03-21 · Heft 12 (21.3.1877) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 12 (21.3.1877)
Date
1877-03-21
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XVIII. Jahrgang. Zweite Leilage )u Ar. 18 des Israelit. Zeitungsnachrichten Sf Eorrefponderrzerr. Deutschland. Mckinz 14. März. Heute gaben wir einem würdigen, allverehrten Greise das letzte Geleite. Herr Bernhard Cahn (Rabbi Bär Cohen) y"j wurde im Jahre 1793 im Elsaß geboren. Er stammte aus einer hervorragenden Familie und zählte viele berühmte Männer zu feinen Ahnen. Einer derselben war der Rabbi Jakob Cohn, Rabbiner zu Coblenz und spater zu Frankfurt a. M., Verfasser des upy’ 2v, von dem erst unlängst in diesen Blättern (in der Erzählung „der Königliche Resident") ist berichtet worden, ein anderer seiner Vorfahren war Rabbi Hirsch Fränkel, der berühmte Rabbiner von Schwabach, der 24 Jahre lang, Hände und Füße in eiserne Ketten geschmiedet, im Thurm zu Schwabach gefangen gesessen, angeblich weil er ein Zauberbuch geschrieben, in der That aber aus Rache gegen seinen Bruder, Eikan Fränkel, welcher der Premier" minister des Markgrafen von Anspach-Bayreuth gewesen war. In der Erzählung „der Gefangene" hat der sel. Dr. Carmoly (im 9. Jahrgang des „Israelit") die Geschichte des edlen Märtyrers ausführlich erzählt und den Stoff dazu großentheils den Familienpapieren des Hrn. B. Cahn y": entnommen. Der Verewigte widmete sich den rabbinischen Studien in Straß bürg, als er im Jahre 1813 in die Armee des großen Kaisers eintreten mußte; aber auch als Soldat hat er, oft mit der größten Aufopferung und unter den größten Gefahren, seinen religiösen Pflichten genügt; während und nach der Schlacht bei Hanau hat er fast drei Tage lang nichts gegessen, um nicht verbotene Speisen zu sich zu nehmen. Ein»t wurde er von einer Revifionspatrouille überrascht, als er, auf Posten stehend, die Tephillin anlegte. Das hätte ihn beinahe vor ein Kriegsgericht gebracht, wenn nicht sein Hauptmann, der ihm wohlwollte, sich ins Mittel gelegt hätte. Nach dem Kriege wurde Herr C. in unsrer Nachbargemeinde Castel als Cantor und Religionslehrer angestellt und wartete daselbst seines Amtes mit der größten Sorgfalt und Treue länger als fünfzig Jahre. Den Abend seines Lebens verlebte er in günstigen Verhältnissen in Mainz, ob seines tiefen Wissens, seines biederen Charakters, seiner aufrichtigen Frömmigkeit allgemein geliebt und geehrt. n"D''s":>"n. Mainz, 19. März. Von Herrn B. Bähri in Düsseldorf erhalten wir ein Schreiben des Inhalts, „daß Herr Rabb. vr. W edell durchaus keine Schuld ander Verschiebung der Beschneidung des Sohnes des Genannten trage, daß derselbe gar nicht befragt worden sei und daß Herr L. Winter in M.-Gladbach die Frau Bähri wohl mißverstanden habe; nicht Herr Rabbiner Wedell, sondern Herr Cantor Levi sei befragt worden. — Von anderer Seite erhalten wir die Mittheilung, daß Herr Cantor Levi zwar befragt worden, aber die Beantwortung der Frage, als nicht seines Amtes, verweigert habe. Zwingenberg, 25. Febr. Ein schwerer Verlust hat nicht allein unsere Gemeinde, sondern das gesammte Judenthum wie auch die Christen der Bergstraße betroffen. Der kenntnißreiche, allgemeinbeliebte, weitberühmte und gegen die Armen besonders wohlthätige Herr Geh.Medicinalrathvr. Weil von Zwingenderg ist den 9. Febr. von dem Schauplatze seiner irdischen Thätigk it in eine schönere Wielt abberufen worden. Montag den 12. hat die stattgefunden. Die Israeliten wie auch zahlreiche Christen, Geistliche, Gelehrte, das ganze Gerichtspersonal der Umgegend begleiteten den Heimgegangenen zur letzten Ruhestätte; seine sämmtlichen Orden wurden dis auf den Friedhof ihm nachgetragen. Der Bürgermeister von Zwingenberg überreichte einen Lorbeerkranz und drückte die Trauer der Gemeinde in beredten Worten aus. Hr. Rabb. vr. Landsberg hielt die Trauerrede. Er entwarf ein Bild von dem Ringen, Streben und Schaffen des Meisters der Medicin. Hr. vr. W. starb im Alter von 78 Jahren und hinterließ unserem Kreise einen Trost in seinem Sohne, dem jungen Practc. Herrn vr. Weil. Gott möge die geehrte Wittwe und die zu den schönsten Hoffnungen berechtigenden Kinder des Abberufenen trösten, und ihnen die geschlagene Wunde heilen. Y'a"s"j"n. I. Rom. Frankfurt a. M. Der in Paris erscheinende „UniverS Jsraelite" enthielt in seiner Nummer vom 15. Feb. eine, bei Gelegenheit der Be-

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