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Der Israelit · 1877-03-07 · Heft 10 (7.3.1877) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 10 (7.3.1877)
Date
1877-03-07
Page
– (sequence 19)
Language
German
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235 „das Oberamtsgericht verurtheilte den Vorstand „zur sofortigen rituellen Herrichtung der mpo, wozu ein Plan ganz nach ritueller Vorschrift beigefügt wurde, sowie zur Tragung sämmtlicher Kosten. Rumänien. Nach einem Telegramm "der „N. Fr. P." aus Jaffy vom 25. d. M. interpellirte im Senate Deschliu den Minister-Präsidenten wegen der jüngst vom Timpul und anderen Journalen gebrachten Nachricht über ein angebliches rumänisch-russisches Bündniß. Bratianu bezeichnte das Gerücht als unbegründet, indem er auf die früheren diesbezüglichen Dementis hinwies. — Jetzt ist sie, wie man dem „N. W. T." schreibt, aller Form vor den Senat gebracht worden. Dem Senat wurde nämlich eine von den Juden in Vaslui Unterzeichnete Petition überreicht, worin der seither abgesetzle Präfekt Lupaschka zahlreicher Erpressungen und Verfolgungen beschuldigt wird. Die Petenten bitten den Senat um Schutz für Leben und Eigenthum. Die ministeriellen Senatoren widersetzten sich der Annahme dieser Petition. Senator CamareSseScu sagte, der Senat könne nur solche Petitionen in Betrachtziehen, welchevonwenigstens drei Senatoren unterstützt werden, und Senator Drossu meinte, die Regierung habe ohnedies bereits eine Enquete, betreffend die Vasluier Angelegenheit, angeordnet. Dagegen traten nun die Senatoren, Fürst Demeter Ghika und Jon Deschliu, mit aller Entschiedenheit auf. „Es werden sich schon" — sagte Fürst Demeter Ghika — „drei Senatoren finden, um einen Gegenstand nicht zurückweisen zu lassen, den Europa so sehr beschäftigt. Ich beantrage daher, daß diese- Petition als dringend an die Kommission gewiesen werde." Und Senator Deschliu sagte: „Wir müssen die Judenfrage, deren Lösung der Regierung nicht gelingen will, vor unser Forum ziehen, wir müssen eine parlamentarische Enquete an Ort und Stelle entsenden, damit die schuldtragenden Behörden bestraft werden," Der Dringlichkeitsantrag des Fürsten Demeter Ghika wurde mit großer Majorität zum Beschluß erhoben. Die rumänische Judenfrage ist damit in ein neues Stadium getreten. England. London, 25. Febr. Sir Moses Montefiore hat unter dem 17. Febr. von dem türkischen Gesandten in London, Musurus Pascha, nachstehendes Schreiben erhalten: Mein lieber Sir Moses! Der Absicht gemäß, welche ich in meinem Briefe vom 4. v. M. ausdrückte, übermittelte ich der hohen Pforte eine Abschrift des Schreibens, mit welchem Sie mich unter dem 1.' v. M. beehrten, und ich habe nun von der kaiserlichen Regierung die Instructionen erhalten, Ihnen den Dank derselben auszudrücken für Ihre großmüthige Gabe zu dem Fond zur Unterstützung der Leidenden im türkischen Heere und für die in Ihrem Briefe ausgedrückten, guten Gefühle und Ihnen gleichzeitig die Besicherung zu geben, daß die Sorgfalt Sr. kais. Majestät des Sultans über die Israeliten gleichmäßig wie über die andern Gemeinschaften des Reiches sich erstrecken werde. Genehmigen Sie u. s. w. MüsuruS. London, 25. Febr. Wie das „Jewish Chronille" erfährt, haben die englischen Kirchenbehörden die Bestimmungen modifizirt, die bisher betreffs des Uebertritts zum Judenthum in Kraft standen. Künftighin wird es nicht nothwendig sein, daß der Novize nach dem Festlande geht, um dort formell überzutreten. Es wird kein 'Einwand dagegen erhoben werden, daß die Ceremonie in England vollzogen wird. Es soll dafür gesorgt sein, daß die Aufrichtigkeit des Proselyten geprüft werde. Die Erlaubniß zum Uebertritt wird von den Kirchenbehörden „erst nach einer strikten Untersuchung, nicht allein betreffs der Reinheit deS Motivs, das den Kandidaten beseelt, sondern auch bezüglich des Umfanges der Kenntnisse, die er von den Doktrinen des Judenthums besitzt, und deS festen Willens zur Beobachtung der Vorschriften des mosaischen Codex, ertheilt werden." Es scheint fast, wie wenn die ertheitte Erlaubniß illusorisch ist, da doch die Kirchenbehörden stets behaupten können, die Motive des Präfecten seien nicht lauter genug. ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Reduction nicht verantwortlich. cT^ür einen jungen Mann, gewandter Verkäufer, 'fj wird in einem Dötailgeschäfte, welches Sabbat und Feiertage geschlossen, eine Stelle gesucht. Ansprüche bescheiden. Offerten besorgt die Erved. d. Bl. unter Rr. 696.

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