Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1877)
- Date
- 1877-02-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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180 Die Gefühle, die in dem Herzen des Mannes sich regten, wären schwer zu beschreiben. — Er war ein entfernter Verwandter von Dina. Als armer elternloser Knabe war er in das Haus ihres Vaters gekommen, der ihn erzog, als wäre er sein eigener Sohn. Dina hatte den um mehrere Jahre Aeltern stets als Bruder betrachtet, doch als sie heranwuchs, und ihre Schönheit sich mehr und mehr entfaltete, da erwachten heiße leidenschaftliche Gefühle in des Jünglings Busen. Doch weder Dina noch ihre Eltern hatten eine Ahnung davon. Und so kam es, daß eines Tages die kaum fünfzehnjährige Geliebte als Braut eines Andern unbefangen lächelnd ihm entgegentrat. — Noch am selben Tage verschwand Alexander aus dem Hause seiner Pflegeeltern; kein Mensch wußte, wohin er sich gewandt. Erst nach vollen zehn Jahren kehrte er zurück in die Heimath als reicher Mann. Seine Pflegeeltern waren gestorben, seine Jugendgeliebte lebte glücklich an der Seite ihres Gatten im Kreise blühender Kinder. Alerander konnte sie nimmer vergessen, mehrere Mal hatte er sie bereits getroffen, doch immer war er ihr ausgewichen. Er hielt sich überhaupt fern von den Glaubensgenossen; das prachtvolle Haus, das er sich gebaut, lag am äußersten Ende der Stadt. Ihn hatte der Schritt, den er heute gethan, keinen Kampf gekostet, längst hatte erthatsächlich mit dem Glauben der Väter gebrochen. Sie hatten Dina's Wohnung erreicht. Alexander öffnete die Thür. Beim Eintritt in das eigene Heim überfiel die unglückliche Frau abermals eine Schwäche, ihr Begleiter stützte sie und sprach ihr Muth ein; da raffte sie sich plötzlich auf und zerriß ihr Obergewand. „Dina, Dina, was thust Du?" Sie starrte wie sinnlos zu ihm auf. „Ich habe meine Seele begraben, soll ich sie nicht betrauern?^ Alexander stellte ihr vor, daß sie sich fassen, sich beruhigen müsse, um ihres Kindes willen, wollte sie nicht das ganze furchtbare Opfer, das sie ihm gebracht, nutzlos machen. „Du Haft Recht," hauchte sie, „ich werde stark sein," und beide betraten das Krankenzimmer. (Fortsetzung folgt.) A N Z_EJ_G E N. Für den folgenden Theil ist die Reduktion nicht verantwortlich. ie mit einem Baargehalt bis zu 900 Mark jährlich, mit freier Wohnung, einem Gemüsegarten und den Emolumenten aus der Schechita verbundene Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle Hierselbst, soll zum 15. Mai d. I. anderweit besetzt werden. Geeignete Bewerber wollen ihre Meldungen, unter Beifügung etwaiger Zeugnisse, dem Unterzeichneten baldigst einreichen. Spätere persönliche Vorstellung und Abhaltung eines Probe - Gottesdienstes ist nothwendig. Reisekosten werden jedoch nicht gewährt. Bewerber, welche gottesdienstliche deutsche Borträge halten können, werden vorzugsweise berücksichtigt. Tempelburg, Reg.-Bez. Cöslin, 5. Febr. 1877. Der Vorstand der jüd. Gemeinde: 411] Leibholz. in junges, gebildetes Mädchen wünscht eine Stelle als Stütze der Hausfrau in einer feinen iSr. Familie. Offerten unter Nr. 453 nimmt die Expedition d. Bl. entgegen. in Mädchen, gut bewandert im Kochen, wird gegen hohen Lohn bei zwei Damen in Mainz zu miethen gesucht. Offerten besorgt die Expedition b. Bl. unter Nr. 477. (bringe Mädchen, welche das Weißwaaren- und xj Putzgeschäft erlernen wollen, finden geeignete Stellung bei W. Rosen stiel in Potsdam. Kost und Logis gegen Entschädigung im Hause. Sonnabend und Feiertage streng geschlossen. s428 MF" Wenn je ein popnliir medieinisches Werk sich schnell in allen Schichten der Bevölkerung eingebürgert hat, so ist es das berühmte Buch r Dr. Airh'S Naturheilmethode. Wie aus den zahlreichen Danksagungen deutlich hervorgeht, fanden Tausende Ksanke, und darunter Viele, welche angeblich rettungslos verloren, schnelle und danernde Hilfe. Wir halten es daher für unsere Pflicht, alle Leser auf dies nur 1 Mark kostende, und in fast allen Buchhandlungen vorräthige Werk aufmerksam zu machen.