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Der Israelit · 1877-02-21 · Heft 8 (21.2.1877) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 8 (21.2.1877)
Date
1877-02-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XVIII. Jahrgang. Erste Beilage zu Nr. 8 -es Israelit. Zeitungsnachrichten & Gorrefpondenzen. Deutschland. Hamburg. Leider war es Herrn Hartwig Herz. der der Talmud-Thora-Schule bei Lebzeiten 180.000 M. testirt hat, nicht lange vergönnt, die Freude an seiner guten That hier aus Erden zu genießen. Den 5. d. M. hat er das Zeitliche gesegnet. / Ich glaube am besten den Charakter dieses Mannes zu schildern, wenn ich die Worte des Präsidenten des Obergerichts und Vorsitzendender hiesigen Bürgerschaft, Herrn Or. Baumeister, die derselbe in dieser ehrenwerthen Versammlung über ihn gesprochen hat, wiedergebe: „Mit mir," (schließt der Redner), „werden die Mitglieder der Bürgerschaft und viele Mitbürger dem Verstorbenen ihre Hochachtung stetig bewahren, nicht nur wegen seiner gründlichen Kenntnisse, sondern auch seines braven Charakters und seiner entschiedenen Ueberzeugungstreue. Andersdenkende beurtheilte Hertz dabei stets mit Milde. Für Viele war er rin treuer zuverlässiger, uneigennütziger Berather. „Noch im vorigen Jahre trug „er Sorge, eine großartige Schenkung, die er zur „Pflege geistiger Fortbildung" bestimmt hatte, sicher zu stellen. Uns Allen war er ein verehrter, lieber Kollege. Seit 1850 gehörte er der Bürgerschaft an. Von 59 bis 71 war er Mitglied des Bürgerausschusses, sowie auch vieler Separatausschüsse, in welchen er seine Thätigkeit glänzend bewährte. Er hat es um uns Alle verdient, daß Wir sein Andenken ehren." Hamburg. Es hat sich hier eine Thatsache vollzogen, die veröffentlicht zu werden verdient, da das Resultat auch für weitere Kreise maßgebend sein dürfte. Der hohe Senat hat auf Ansuchen des Herrn Oberrabbiners Stern durch ein Deeret dem nichtautorisirten Privat-Schochet des Fleischhäudlers Jacob, unter Androhung einer Strafe für jeden einzelnen Fall, verboten, in Hamburg zu schlachten. Dadurch ist es dem Oberrabbinate gelungen, die Verwilderung, die auf diesem Gebiete an vielen Plätzen herrscht, von unserer Stadt fern zu halten und das nntco zu erhalten. Güstrow, 9. Febr. Vor einigen Jahren verließ Frau Wittwe Sophie Hinrichsen nach dem Tode ihres Mannes ihren hiesigen Wohnsitz, um sich in Berlin niederzulassen. Bei ihrem Umzuge überl'eß sie den ihr gehörigen Thora-Schmuck impn einstweilen leihweise unserer Gemeinde. Bei Gelegedheit der jüngst begangenen Feier ihre- 80sten Geburtstages überwies sie die erwähnten geweihten Gefäße unserer Gemeinde zum Eigenthum als rin ewiges Andenken ihres in Gottselig ruhenden Gemahls, dessen sterbliche Hülle hier ihre Ruhe gefunden hat. Folgende Stelle aus ihrem an den hiesigen Vorstand gerichteten Briefe finde ich geeignet, hier getreu wiederzugebev: „Indem ich bitte, dieses Geschenk mit der ausgesprochenen Bedingung anzunehmen, wünsche ich, daß die dortige Gemeinde unter dem Segen unseres gnädigen Allvaters, ferner bestehen und gedeihen möge als treue Hüterin des göttlichen Bundes und als Pflegstätte wahrhaft gottesdienstlichen Wirkens." Feuilleton* Aus dkm Mittrlalter. Von Friedrich Rott. II. Es war eine fürchterliche Nacht; fußhoher Schnee bedeckte die Erde und doch war es stockfinster; der heulende Sturmwind trieb die noch unablässig fallenden Schneeflocken dem nächtlichen Wanderer gerade in's Gesicht. Er zog den Mantel fester um sich und eilte, so rasch es ihm möglich, die Straße entlang. Doch so wohlbekannt ihm auch der Weg, er war kaum im Stande, sich zu orientiren. „Verflucht!" murmelte er, „die Finsterniß in Aegypten hat kaum ärger sein können." Da öffnete sich, wie auf sein Geheiß die Thür eines der gegenüberliegenden Häuser, ein bärtiger hochgewachsener Mann ward sichtbar, ein kleines, kaum anderthalbjähriges Kind auf dem Arm; beide umschlang heftig schluchzend ein bleiches junges Weib. Ueberrascht schaute Simon hin. „Ei," flüsterte er weiter eilend. „David ist auch geblieben — von dem hätt' ich's nicht gedacht, Hab' ihn immer für'n Schwärmer gehalten. Doch 's ist besser so, Leah hält was von ihn und wenn sie das auch von ihm sieht, wird sie nicht mehr so wild über mich sein."

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