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Der Israelit · 1877-02-14 · Heft 7 (14.2.1877) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 7 (14.2.1877)
Date
1877-02-14
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XVIII. Jahrgang. Zweitr Leilage zu Ar. 7 -es Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen Deutschland. Mainz, 4. Febr. Herr Jacob Ehrenreich, der nunmehrige Vorstand der Talmud - Thora- Schule in Höchberg versandet soeben ein Circular, dem wir Folgendes entnehmen; Der verewigte Rabbiner Lazarus Ottensoser, welcher unter himmlischem Beistände die erwähnte Anstalt zur Förderung des Thorastudiums überhaupt und zur Ausbildung jüdischer Lehrer insbesondere in's Leben rief und bis an's Ende seines Lebens mit feurigem Eifer leitete, hat vor ungefähr vier Jahren die Statuten dieser Anstalt revidirt und bei dieser Gelegenheit in Bezug auf „die zukünftige Leitung der Anstalt" bestimmt, daß der durch seine bereits fünfzehnjährige Mitwirkung an der Anstalt für befähigt erkannte Rabbinatscandidat Jocob Ehrenreich einstiger Nachfolger in der Leitung der Anstalt sein solle, und daß ferner zum Erheben der Untersiützungsgelder und der fälligen Zinsen, sowie zum Anlegen der Kapitalien Herr Samuel Eldod, welcher auch schon früher in diesem Fache thätig, als Kassier dem Vorstande beigegeben werden möge. Auf Grund dieser Willensäußerung, welche damals auch von Sr. Ehrwürden dem Herrn Districts-Rabbiner S. B. Bamberger zu Würzburg begutachtet und demzufolge von hoher k. Negierung genehmigt wurde, hat Hr. Ehrenreich nach erfolgtem Ableben des genannten Robb.Ottensoser s.A.die ausdrückliche hohe Regierungs - Genehmigung zur Leitung der Anstalt nachgeiucht und wurde dieselbe laut Reskript vom 11. November 1876 ertheilt. Bezüglich der Leistungen wird hervorgehoben, daß in der Anstalt, welche, wie oben erwähnt, hauptsächlich die Förderung des Thorastudiums zum Zwecke hat, zur Zeit etliche zwanzig Zöglinge stch befinden, welche nicht nur in den Religionsfächern : Pentateuch mit Commentar Raschi, Propheten, Mischna, Talmud, Ritual und hebräischer Sprache, sondern auch in den für Schulpräparanden vorgeschriebenen profanen Fächern: Deutsch, Rechnen, Weltgeschichte, Geographie, Naturgeschichte rc , unterrichtet werden und dabei außer fast völlig freier Wohnung nach Dürftigkeit und nach Verhältniß der zu Gebote stehenden Mittel noch eine Subvention zur Beköstigung, sowie ganz freie Beheizung und Beleuchtung erhalten. Nebft- I dem besorgt die Anstalt bereits für mehr als 60 Verstorbene, die entweder selbst oder für die An- ' dere ein Legat der Anstalt zugewendet, Schiurmit I Minjan und Kadisch sowie auch mit Namenser- | wähnung des Betreffenden das Anzünden des sog. - Jahrzeitlichtes. i Auch für mehrere noch lebende Gönner, welche der Anstalt Stiftungen von je 500 fl. zuwendeten, wird am Erev Rosch Chodesch Schiur mit Minjan gelernt und für deren Wohlergehen gebetet. Der gegenwärtige Leiter verspricht, bemüht zu sein, das in ihn gesetzte Vertrauen nach Kräften zu rechtfertigen und hauptsächlich dahin zu wirken, daß. obwohl in neuerer Zeit auf dem Gebiete der weltlichen Wissenschaften die Anforderung an den Lehrer bedeutend gesteigert wurden, dennoch der Unterricht in den jüdischen Lehrgegenständen ungeschmälert bleiben. Obzwar es der unermüdlichen Rührigkeit des frommen Gründers gelungen, die Finanzen auf einen anerkennenswerthen Standpunkt zu bringen und allmählich einen Fond zu sammeln, dessen Renten hinreichend sind, den jetzigen Gehalt zweier Lehrer zu bestreiten, so daß die eingehenden Spenden lediglich zur Unterstützung der unbemittelten Zöglinge und allenfallsigen Vergrößerung des Capitales verwendet werden können, so ist es doch erwünscht, daß auch in Zukunft das Wohlwollen der bisherigen Freunde der Anstalt sich derselben in ebenso reichem Maaße wie bisher zuwenden möge und daß die Zahl der Gönner und Spender sich noch vermehren. Es liegt besonders im Interesse der Anstalt, daß auch noch ein dritter Lehrer angestellt werde, wodurch natürlich die Kosten vergrößert würden. Wir können allen wohlthätigen Glaubensgenossen die Talmud - Thora - Schule in Höchberg auf's Wärmste empfehlen. Ulm, 13. Jan. In überfülltem Saale deS Gasthofs zum Baumstark fand gestern Abend die Abschiedsfeier unseres Mitbürgers und langjährigen Mitglieds der bürgerlichen Kollegien, des Ausschußmitgliedes im Gewerbverein, bei der Gewerdebank und in der Bürgergesellschaft, Herrn Fabrikant Max Neuburger, statt. Dieses Fest gestaltete sich zu einem glänzenden Bürgerfest, wie nach Versicherung zahlreicher Theiluehmer seit Jahren in Ulm keines mehr gewesen. — Zum erstenmale seit langen Jahren sah

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