Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1877)
- Date
- 1877-01-31
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447695-2447701--13369-2469233- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
111 glieder", von einem „conservativen Mittelpunkt" und dergleichen schönen Dingen mehr, spricht, „und sich dennoch in dieser Gemeinde nicht einmal eine mpv befindet!" Wahrlich der Mangel an dieser sollte mehr empfunden «erden, als der einer Synagoge, und erst wenn diesem wahrhaft jüdischen Bedürfnisse Genüge geschehen, dann mag ein Hinweis auf den frommen König David und seine Begeisterung für den Bau eines Tempels am Platze sein. Aber auch dann erst, wenn diesem uud ähnlichen Religionsgesetzen geeignete Stelle erworben, wird es dem wirklich gesetzestreuen Israeliten möglich sein, sich in Eisenach niederzu lassen, oder eine Tochter dahin zu verheirathen. B. Breslau. Der soeben erschienene elfte Jahresbericht der D'^rv nzsnN man liefert den erfreulichen Nachweis, daß in der hiesigen Gemeinde die Liebe zum heiligen Lande noch nicht erloschen ist. Der Verein zählt gegenwärtig 191 beitragende Mitglieder, außerdem werden ihm auch von Nicht- Mitgliedern nennenswerthe Gaben zugewendet. Von den diesmaligen Geschenkgebern wollen wir hier nur Herrn Jonas Lippmann —70M. — namhaft machen. Der Verein steht unter der bewährten Leitung deS Herrn F. Ehrmann, der ihn in's Leben gerufen hat und bis zum heutigen Tage die Seele desselben geblieben ist. Seinen opferfreudigen Bemühungen, seinem frommen Eifer ist es zu danken. Daß auch in diesem Jahre unfern Noth leidenden Brüdern in Palästina eine nicht unbedeutende Summe (1065 M., 135 M. mehr als im Vorjahre) gesendet werden konnte. Nicht unerwähnt dürfen wir hier lassen, daß in ausreichender Weise für gerechte Vertheilung des Geldes gesorgt ist, indem jeder einzelne Empfänger, nachdem er die ihm von hier aus genau festgesetzte Summe erhalten, eine besondere Quittung hierüber an den Verein zu senden hat. (Geschieht bei der von den Pekidim und Amarkelim besorgten großen Vertheilung ebenfalls. R e d.) Rumänien. Der Bukarester Correfpondent des „Lloyd" veröffentlicht, gegenüber allen Dementi'S, einen Erlaß des Ministers des Innern, Vernescu, an die Präsecten, wonach auf die Eingabe von S. Bändel und L. Rohan im Namen zahlreicher Israeliten wegen der Vertreibung von ihren Wohnstätten und Plünderung ihrer Habe die Maßnahmen bis auf weitere Ordre fiftirt werden sollen. Er erklärt ferner als Thatsache, daß mehr als 200 Familien aus dem District Vaslui vertrieben untr ihre Habseligkeiten auf die Gaffe zerstreut wurden; daß jene, die sich durch Bitten ..widersetzten", auf unmenschliche Weise, in vielen Fällen vom Präfecten selbst, mißhandelt, versperrte Wohnungen erbrochen, Kranke, worunter zwei 80jährige Greise, auS den Betten gerissen, Kinder strafweise mit kaltem Wasser begossen und dem Erfrierungstode preisgegeben wurden. Er habe vorsätzlich diese Thatsachen früher verschwiegen, um nicht gegen das Consulat vollwuchtig aufzutreten, weil er die Ueberzeugung hatte, daß schon das von ihm Gejagte genügen werde, um die ungarische und die gemeinsame Regierung zu energischen Schritten zu veranlassen. Wenn das österreichisch - ungarische Consulat nicht Alles mit seinen Angaben identisch finden sollte, so werde er die Namen aller von den Mißhandlungen Betroffenen und einen detaillirt n Bericht über die Thärlichkeiten der Redaktion des „Lloyd" zur Verfügung stellen. Der Präfekt Lupascu habe übrigens trotz des oberwähnten Erlasses seine Heldenthaten fortgesetzt, bis der Minister auf neuerliche Bitten ihn telegraphisch abrief, woraus endlich ein Stillstand eintrat und demzufolge einige Familien bei Anlagen der Enguete-Kommission noch unbehelligt waren. Die Commission begnügte sich mit der Konstalirung dessen, und kehrte ruhig nach Bukarest zurück. Hoffentlich werde das Konsulat sich damit nicht begnügen. P a l ä st i n a. Jerusalem. Am 7. nao starb nach kurzem Krankenlager tm Älter von 64 Jahren Rabbi Moses Baum garten, einer der ehrwürdigsten Männer der hl. Stadt, dessen edle Eigenschaften und unermüdliches Streben für Thora und Gottesfurcht in den weitesten Kreisen bekannt zu werden verdienen. Aus einer hochgeschätzten Familie in Kremsir (Mähren) stammend (Enkel des oma« -ronn pxj p"pi p"p-nx rvca D"Dnjn pBDna pOvrr), zeichnete er sich schon in seiner frühen Jugend auf verschiedenen no’E” seines Heimathslandes durch seine Frömmigkeit und unermüdlichen Fleiß aus, so daß er ein besonderer Liebling des :noDjnsa *T d"othd a^naaan wurde. Im Jahre 1833 siedelte er mit Zustimmung seines Lehrers nach dem heil. Lande und zwar zunächst nach Sephat über, woselbst er sich verheirithete. Drei Jahre später ließ er sich bleibend in Jerusalem nieder. Hier verbrachte er jede Nacht bis nach der zwölften Stunde in Gebet und Thorastudium; trotzdem weckte und ermunterte er bei Wind und