Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1877)
- Date
- 1877-01-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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94 zu erwähnen. In Folge dieser Bestimmungen war es auch nicht möglich, bei dessen Beerdigung, an der sich außer der hiesigen Gemeiude aus sämmtlichen Gemeinden deS großen RabbinatS, wohin die Trauerkunde gedrungen und auch aus dem benachbarten Kreise Schlüchtern sehr zahlreiche Deputationen betheiligten, durch» eine Rede die großen Verdienste des Verewigten zu schildern. Nach der ri'^> sprach Herr Dr. Munk aus Marburg iid’1? DipD2 einige von tiefster Rührung durchdrungene Worte an die D’oiud und D’P’2«. — Möge es uns vergönnt sein, den verwaisten Sitz unseres Rabbinats recht bald wieder in würdiger Weise besetzt zu sehen, wofür wir allerdings in der Gesinnungstüchtigkeit der Mitglieder unseres Provinzial- und Gemeinde-Vorstandes die Garante haben, daß unsere Wahl auf keinen Neologen oder gar einen D’jun w'« fallen wird. Unseren Landgemeinden aber, in denen sich leider, trotzdem deren Mitglieder im praktischen Leben D’nrv sind und bleiben wollen, aus Unkenntniß der Gefahren schon Stimmen des Jndifferentismus bezüglich der Wiederbesetzung des Rabbinats vernehmen lassen, müssen wir entschieden zu bedenken geben, daß ein Jeder, der kleinlicher materieller Interessen halber der Besetzung der Rabbinerstelle auch nur mit Worten Schwierigkeiten bereitet, die ungeheure Verantwortlichkeit auf sich ladet, unserer heiligen .ijidk , für deren Fortpflanzung auf uns und unsere Kinder unsere Vorfahren durch viele Jahrhunderte des Druckes und der Verfolgung in ganzen rnb'.ip muthig in den Tod zu gehen wußten, zu nahe getreten zu sein und im Begriffe steht, uns und unsere Kinder unseres theuersten Erbes 3py nPvip nanio zu berauben; alles dies nur aus kleinlicher Furcht vor geringen Opfern, die wir seither erschwingen konnten und die wirio"2 für die Folge noch leichter bringen werden. Auch kann ich nicht umhin, bei dieser Gelegenheit unseren Nachbargemeinden im Kreise Schlüchtern und ganz besonders der Kehilla Schlüchtern selbst, von der als der bedeutendsten und wohlhabendsten im Kreise die Initiative zur Wiederbesetzung ihres schon seit 2 Jahren verwaisten Rabbinatssttzes ausgehen sollte, ein ernstes Wort der Ermahnung aus brüderlichem Herzen zuzurufen. Ich möchte ihnen nur das Beispiel der Gemeinde Gelnhausen, bekanntlich früher eine onsiDi Q’üun nfi6o i’j>, Vorführer» , um daran zu zeigen, was aus einer Gemeinde und einer Provinz wird, wenn wie in Gelnhausen seit dem Tode des seligen Rabbiners Kunreuter ^pi"rn das geistige Oberhaupt und jeder Zusammenhang roiDX ’j’jya fehlt. Wie lange wird man noch ohne Bedenken bei Euch als Hin» essen dürfen? Wer überwacht Eure o’üniff, wer entscheidet Eure rro nttNff seit dem Tode Eures sel. Rabbiners Schwarzschild Wen kümmert noch ernstlich die Forterhaltung Eurer sonstigen Gemeindeinstitutionen? Groß und unermeßlich ist die Verantwortlichkeit, die Euch, die Ihr omn» seid und auch bleiben wollt, trifft, wenn Ihr den Stimmen in Eurer Mitte, die im richtigen Verständniß der Euch bedrohenden Gefahr des Jndifferentismus, dessen Folgen Euch und Eure Kinder, deren Erziehung zu guten omrp Euch die gütige Vorsehung anvertraut hat, drohen würde, nicht Gehör schenket. Bedenke ein Jeder, der nicht mit allen ih n zu Gebote stehenden Mitteln für eine so große und wichtige Sache eintritt, daß er eine Verantwortlichkeit auf sich ladet, die auf min nn von unberechenbarem Einfluß ist und deren Folgen er nicht bemessen kann. — Sollten diese Zeilen, aus dem Innern eines brüderlichen, wohlmeinenden Herzens hervorgehend, einen Impuls geben, Euch aus Eurer unverantwortlichen Lethargie herauszureißen, so wäre dies, da sie gelegentlich des Nachrufes um unseren seligen Rabbiner an Euch gerichtet, der sich in seiner großen nuy außer Bezeichnung seines Namens und Todestages auf seiner ri2SD jedes Wort ausdrücklich verbeten, das schönste und herrlichste Denkmal, das wir ihm errichten könnten. 02^1 ,u»n«ns 11"U' «in P'L omoni .0,112« 11212 D2^y «21 0pv» Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Darmstadt, 22. Jan. Dienstag, 30. d. M., nimmt die zweite Kammer ihre Thätigkeit wieder auf. Unter den in der bevorstehenden Session zur Berathung gelangenden Gegenständen ist die Vorstellung der hiesigen orthodoxen Judengemeinde eine Separation von der allgemeinen Judengemeinde zu erwähnen; der Kammerausschuß hat sich für Willfahrung des Gesuchs ausgesprochen. Bekanntlich haben sowohl die Freisinnigen, wie die orthodoxen Israeliten dahier sich in den letzten Jahren mit erheblichem Kostenaufwand eigene Synagogen erbaut. Aus Oberheffen wird uns berichtet, daß in dieser Provinz weder kleinere noch größere jüd. Anstalten bestehen. Mit Aufhebung des Ottensoser'schen Instituts zu Büdingen hat die letzte Israel. Schule zu existiren aufgehört. Herr Ottensoser ist mit seinem Institute nach Mellrichstadt (Bayern) üdergestedelt, wo er dasselbe ganz nach den Intentionen