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Der Israelit · 1877-01-17 · Heft 3 (17.1.1877) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 3 (17.1.1877)
Date
1877-01-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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53 List der Vater meines Kindes, aber nicht mein Gatte, denn der Priester, der uns traute, hatte leine Ahnung von der Verschiedenheit unserer Konfession — unsere Ehe ist nichtig — und nun vernimm meinen Entschluß. — Ich verachte Dich zwar, am liebsten würde ich mein Kind nehmen und fortziehen von Dir in die weite Welt, je ferner von Dir, desto besser. — Aber ich bin einst über meine Eltern erröthet, ich weiß, was das heißt — und darum will ich nicht, daß mein Kind einst über seine Eltern erröthen soll. Ich will unter Beobachtung aller gesetzlichen Vorschriften zum Judenthum übertreten und dann, wenn wir der Confession nach gleich sind, mich auf'S Neue mit Dir trauen lassen. Bist Du einverstanden?" „„Du weißt, daß Dein Wunsch mir Befehl ist."" — Sie zuckte verächtlich die Achseln. „Jetzt, da' Ich noch nicht Jüdin bin, habe ich keine Veranlassung am Sabbat der Arbeit oder des Fahrens mich zu enthalten; morgen zur bestimmten Zeit werde ich zu Deiner Disposition fein." Sie wollte das Zimmer verlaffen, ohne ihn weiter eines Blickes zu würdigen; er stürzte ihr nach und hielt sie auf. „Helene, um Gotte- Barmherzigkeit willen, nur ein Wort -er Versöhnung! der Vergebung!" Sie schaute kalt zu ihm auf „Warum?" Er warf sich ihr zu Füßen, er umklammerte ihre Kniee. „Um Gotte- Barmherzigkeit willen, zertritt mich wie einen Wurm, aber laffe mich nicht leben mit dem entsetzlichen Gefühl Deiner Verachtung." Höhnisch kräuselte sie die Lippen und wollte sich von ihm losmachen, doch er ließ sie nicht. „Helene, Du weißt nicht, was Du thust; trotz allem willst Du Dich ja doch auf's Neue mit mir trauen lassen, wie kannst Du den Mann, den Du vor Gott als Deinen Gatten betrachten willst, wie kannst Du ihn so entsetzlich erniedrigen?" ,»„Du hast Recht."" erwiederte sie schmerzlich seufzend, „„ich weiß in Wirklichkeit nicht, waich thue — o, Anton, ich habe Dich so aufrichtig verehrt", ich muß e« erst lernen, ohne diese- Gefühl mit Dir zu verkehren. Wenn wir erst in Wirklichkeit getraut sind, wird es mir möglicherweise leichter werden. Gute Nacht!" (Fortsetzung folgt.) AN ZEIGEN. t Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. (Eingesandt.) Für Capitaliften und Rentier-, welche ihr Vermögen vortheilhaft und doch unzweifelhaft sicher anzulegen wünschen, ist im Verlag der „Allgemeinen Börsenzeitung" von deren Chefredakteur Herrn I. Holländer unter dem Titel „Deutschlands Pfandbriefe und Pfandbrief-Institute" ein Werk erschienen, welches als Anleitung zur selbstständigen Beurtheilung bezüglich des Werthes und der Sicherheit der verschiedenen cursirenden Pfandbriefe besten« zu emvfehlen ist. In diesem Buche wird nicht nur das Wesen der Pfandbriefe im Allgemeinen besprochen, sondern werden auch die Verhältnisse sämmtlicher in Deutschland existirenden Hypotheken - Institute in ausführlicher, theilweife sehr scharfer Weise kritisirt und beleuchtet, so daß eS selbst für den Laien auf diesem Gebiet nicht schwer wird, abzuwägen, welche Pfandbriefe unzweifelhaft sicher sind und welche zu Bedenken Veranlassung geben. Trotz der Vollständigkeit dieses Werkes ist die Abfaffung der einzelnen Artikel eine möglichst kurze und leicht verständliche. Daffelbe enthält 224 Seiten Groß - Octav und kostet nur 3 Mark, wofür das Buch sowohl durch jede Buchhandlung, wie auch direct von der Expedition der „Allgemeinen Börsenzeitung" in Berlin 8. W, Leipziger-Straße 50, zu beziehen ist. [81 ie iSr. Elementarschulstelle mit Borbeter- und Schächterfunction zu Autenhausen bei Seßlach mit einem fixen Gehalt von 771 M. 43 Pf. nebst Schächterertrag und Nebenverdienste ist zu besetzen £3080 P. Gutmantt jr., CultuS-Borstand. Briefkasten der Expedition. Mr. M. M. in N. M.: 9 Schilling erhalten. — G T. in S.: 5 M. erhalten. — Herrn H. H. in St.: 6 M. erhalten.

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