Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1876)
- Date
- 1876-12-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XYIL Jahr M 51 Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dp. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 20. Dezember 56 >7 (1876). Di^je Zeitung erjcheinl wöchemlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abvnnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 18 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. au die Expedition franco einzusenden. \ WE" Ja mit de« 1. Jan. 1877 ein neues Huartak öeginnt, so erkanöen wir uns, die! geehrten Aöou- «euteu daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich vei der Wost das AöonnernW frühzeitig erneuert werden muß, damit die Werfeudung keine Nntervrechung erleide. // Inhalt. Leitender Artikel: Die Phrase von der Reform des Judentbums. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Aus Hessen-Darmstadt. Würzburg. BrrMnäu. Erefeld. Elberfeld. Hamburg. Aus Ostpreußen. HabssMberdt. Dreien. — Oesterr-- Ung. Monarchie: Wien. —'MPM^Salomchr. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Der Königliche Resident. Inhalt der ersten Beilage; Leitnnder Artikel: Der Austritt aus der Gemeinde. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Main;. München. Breslau. Oest.-Ung. Monarchie: Aus Mähren. — Holland: Amsterdam. — Feuilleton: Proselyten. Inhalt der zweite« Beilage; Zeitungsnachrichten und Corresponüuzen: Deutschland: Main;. Wiesbaden. Leitender «rtikel. Mc Phrase «au der Nesyrm des Iudenthums. Von vr. H. 'Sänger. Wenn man seit Jahrzehnten immer wieder zu hören bekommt: Es sei eine Forderung der Zeit, das Judenthum an Haupt und Gliedern zu reformiren, dem todten Körper wieder neues, frisches Leben einzuhauchen, damit es ein lebenskräftiges Kind unserer Zeit werde; so war man wohl berechtigt anzunehmen, daß man nur nach reiflicher | Uederlegung, von der Nothwendigkeit einer solchen Reform überzeugt, von der Wahrheit dieser Behauptung durchdrungen und von der reinsten und besten Absicht geleitet, einen so folgenschweren Schritt Unternommen habe, der, nach den gemachteAMrDHrnugen, nicht bloß eine Reform desJudÜthums herbeiführen, sondern eine Assimilirung desselben mit den allgemein herrschenden Ansichten anstreben sollte. Denn wenn man Fundamentalgesetze wie D2& und 'spö M'DX notf auf* hebt, dann handelt es sich nicht mehr um eine Reform, sondern um Aufhebung des Judenthums. Von Seiten der sogen. Reform hat man nun freilich selten gewagt, öffentlich für Abschaffung dieser beiden Gesetze zu plaidiren, weil man, trotz angeblicher Ueberzeugung, nicht den nöthigen Muth dazu fand, aber daß man sich in Neformkreisen einfach darüber hinwegsetzte, spricht deutlich genug. Wenn man Wort und That der Reform vergleicht, so ergibt sich klar, daß man sich im practischen Leben von den jüdischen Gesetzen, von unserer heiligen Religion, somit vom Judenthume losgesagt hat, hierin also keine einfache Reform vornahm, sondern eine Aufhebung unseres ganzen Gesetzes anftrebte; in Worten aber sprach man immer nur von einer Reform des Gottesdienstes. Zugleich sehen wir, daß mit der gottesdienstlichen Reform die Trennung vom Mischen Gesetze immer und überall Hand in Hand ging. Indem man also die Bezeichnung für die eine Seite die-