Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1876)
- Date
- 1876-11-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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2^: / / XVII. Jahrgang. J3. «8. H^» Der Israelit. (< Ein -Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeden von vr. Lehmann in Main z. Mittwoch, den 29. November 5627 (1876). * Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die PeÜtzeile oder deren Raum.— Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband sro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: R.Akiba Lehren x>":. ZkitungSnnchrichten uitij Korrespondenzen: MuWand: Frankfurt a. M. Wiesbaden. — England: London. — Feuilleton: Theresa'. >%u#fh\>er ersten Aeikage: ZeitungSnachMten und Wrrespondenzen: Deutschland: Straßburg. — OestH.-Ung. MMarchie: Pesth. Aus Oberungarn. — Frankreich: Paris. — England: London. London.— Serbien: Feuilleton: Proselyten. Anhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Confessionsloser Religionsunterricht. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Rinteln. — Italien: Reggio.— Rumänien: Bukarest. — Türkei: Konstantinopel. — Afrika: Algier. — Feuilleton: Talmudgriechen. Leitender Artikel. N. Akiba Lehrt« Amsterdam, 21. Nov. Ein höchst schmerzliches Ereigniß, von dem wir unfern geehrten Lesern bereits Kunde gegeben, führte uns gestern hierher nach der Hauptstadt des Königreichs der Niederlande. Als wir anka* men und die Freunde uns am Bahnhofe abholten, führte uns der Weg durch die Zarfati-Straye, die zu Ehren eines jüdischen Arztes so genannt wurde; dann fragte Jemand die uns begleitenden Freunde nach der Spinoza-Straße — genug, um ans bemerken zu lasten, daß wir an einem Orte uns bfinden, an welchem in der Vergangenheit wie in der Gegenwart Juden in die Verhältnisse thätig eingegriffen haben und eingreifen. Amsterdam, von Alters her, vielfach Klein-Jerusalem genannt, ist noch keine alte Gemeinde; die ersten Ansiedler waren portugiesische oder spanische Juden, die im Heimathlande gezwungen zum Christenthume übergegangen waren und dem Zwange entflohen. Bald folgten den Sephardischen Glaubensgenossen auch deutsche. Daß die Juden nicht sofort volle Freiheit genossen, davon gibt uns ein an einem Hause an der Kaiser-Gracht angebrachtes Bild Zeugniß. Unser Vater Jizchak^4st dort abgebildet, wie er seine Hände zum Hrmmel erhebt, während Knechte und HeerdMkmz«^8riwnen umgeben. Darunter steht— und in holländischer SMlflye: „&w$(uunS der Herr Raum verschafft V* Es wA^was erste Haus, das von Juden erbaut wurde^nachhemLe die Erlaubniß erhallen hatten, überall in Äjj^^tadt zu wohnen. Ach, wie ofk^aiüM'wir uns darnach gesehnt; diesen Mittelpunkt jüdischen Lebens, diese große und merkwürdige jüdische Gemeinde kennen zu lernen und zugleich den besten, edelsten, hervorragendsten Mann derselben, der uns ein theurer Verwandter war, zu besuchen, und nun kamen wir zu seinem Leichenbegängnisse. Rabbi Akiba Lehren, alleiniger Chef deS be-