Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1876)
- Date
- 1876-11-22
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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- Tunis 1× ep/1048155
- İzmir 1× ep/1047963
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1089 arabische Kind verfolgt mit Schimpfworten, bewirft mit Steinen, zieht an den Kleidern oder am Barte den durch sein Alter oder seine Tugenden geachtetsten Israeliten; Keiner dieser Unglücklichen kann auch nur einen Augenblick sich sicher fühlen; unter dem nichtigsten Vorwände läßt die Regierung einen Israeliten in seinem Hause aufsuchen und ihm die Bastonade geben; die Schläge werden nicht gezählt. ihre Zahl wird nicht festgesetzt; die Executoren schlagen, bis man sie aufhören heißt Es giebt Unglückliche, die bis zu 700 Schlägen erhalten haben; die Wunden, die sie davontragen, sind noch mehrere Monate nach der Execution fürchterlich und sie leiden daran ihr Leben lang. Es ist sedoch nicht die Centralregierung, die solche Maßregeln anordnet oder gestattet; Se. Maß der Sultan ist von den besten Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Wohlwollens beseelt; die Israeliten, die ihm mit Klagen nahen konnten, sind von ihm stets freundlich ausgenommen worden; aber die Umgebung des Sultans thut ihr Möglichstes, um sie von demselben fernzuhalten. Auch sind es nicht mehr die gewöhnlichen Gouverneure der Provinzen oder Städte, welche die Lage der Israeliten zu verantworten haben, sondern die Specialgouverneure der Israeliten; diese Gouverneure behandeln sie nach ihrem Gutdünken, nutzen sie gewöhnlich in ihrem Interesse aus, legen ihnen schwere Arbeiten oder Steuern auf, und bei dem geringsten Widerspruch hat der fürchterliche Stock die Aufgabe, sie zur Raison zu bringen. Wo diese Specialgouverneure gut sind, wie z. B. der frühere Gouverneur von Äzemur, ist die Lage der Israeliten erträglich, und die arabische Bevölkerung zeigt sich durchaus nicht intolerant. Wenn die Juden von Marocco, unter denen H. Halevy eine große Anzahl von sehr unterrichteten und aufgeklärten Männern gefunden hat, mit mehr Wohlwollen regiert würden, könnten sie bestimmt zu einer gedeihlichen Lage gelangen. Selbst gegenwärtig sind sie es hauptsächlich, die den Handel mit den Producenten des Gebirges und den Austausch der inländischen mit den ausländischen Maaren machen. Die Regierurg weiß die Dienste derselben ziemlich zu würdigen, indem sie Einigen Geld umsonst leiht, wovon sie die Zinsen in den Zolleinkünften gewinnt. H. Halevy ist überzeugt, daß die Gründung einer Schule zu Marocco (Stadt) viel zur Hebung der Lage der Israeliten beitragen würde. Auch schlägt er andere Maßnahmen vor, von denen später die Rede sein wird. (Die Israeliten von Tunis.) Der Hauptmörder des Israeliten Nataf aus Sfax, Mahmud Nuri, ist zu zehn Jahren Gefängniß verurtheilt worden. H. D- Cazös, Direktor der Schule von Smyrna, der sich gegenwärtig auf Urlaub in Tetuan befindet, übersendet nachstehende Notizen, die er über die Gemeinden von Malta, Gibraltar und Ceuta zu sammeln Gelegenheit hatte. Auf der Insel Malta giebt es nur wenig Israeliten; La Valette ist die einzige Stadt, wo welche woynen, im Ganzen 15 Familien mit 80 Seelen. Aber da La B stette ein sehr bedeutender Handelshafen ist, kommen außerdem wöchentlich ca. 30 auswärtige Israeliten hin. Eine Gemeinde- Organisation cxistirt nicht; sie haben ein kleines Betlocal in dem Hause eines Israeliten und, wie > ich glaube, auch einen Friedhof. | Gibraltar hat eine sehr bedeutende Israel.! Gemeinde, die aber auch leider sehr verwahrlost j ist. Die Daten, die mir in Betreff der israel.! Bevölkerung von Gibraltar gegeben wurden, disferiren dermaßen von einander, daß ich Ihnen nichts Genaueres hierüber mittheilen kann; die Einen versicherten mich, daß es dort 1000 Israel. Familien mit;;500 Seelen giebt, während Ändere die Zahl derselben auf 400 mit 2000 Seelen berechneten; > andere Angaben variirten zwischen diesen beiden Extremen. Diese Gemeinde, die sehr orthodox ist,? hat keinen Rabbiner, sie wird verwaltet (oder sollte i es sein) von einer Gesellschaft, betitelt: „Junta! governativa“ (Verwaltungsvorstand), bestehend,aus 10 Personen, unter Vorsitz des H. Jomtob Berjel,! des einflußreichsten, vielleicht reichsten Mannes ■ von Gibraltar. Dieses Consistorium cersammelt sich nur in den allerseltensten Fällen. Es sind daselbst 4 Synagogen, aber die Gemeinde hat mit denselben nichts zu thun; sie gibt nichts für sie aus und hat nichts von ihnen; jede Synagoge verwaltet sich selbst; es sind Privatspeculationen. (Schluß folgt). Telegraphische Depesche. Amsterdam, 20. Nov. Sch merz erfüllt müssen wir uns der traurigen Pflicht entledigen, den gestern erfolgten Hintritt unseres langjährigen Präsidenten, des Herrn Akiba Lehren's. A.. zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Wenn auch hiermit unserer Verwaltung die Krone entfallen, so werden wir dennoch unsere Bemühungen im Interesse der Armen Palästina's ganz in der bisherigen Weise fortjetzen. Briefe bitten wir vorläufig an Holländer und Lehren hier für E- I. zu adressiren und Rimessen einfach an die genannte Firma zu giriren. Amsterdam, 4. Kislew 5637 (20. Nov. Id76). Pekidim und Amarkalim des heil. Landes, residirend zu Amsterdam. N. H. van Biema, B. S. Rubens jr., M. H. M. Lima, M. S. Rubens jr. _