Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1876)
- Date
- 1876-11-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVII. Jahrgang. M 1« Der Israelit. C/ntral/Organ für das orthöd Herausaeaeben von iasx Judentum- Herausgegeben von vr. Lehmann in Main z. Mittwoch, den 15. November 5637 (1876). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Rallm.— Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusendcn. Inhalt. Leitender Artikel: Daniel Deronda. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Hessen-Darmstadt. Stendal. Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. Wien. Pesth. Waitzen. Prcßburg. — Rumänien: Bukarest. - England: London. — China: Hong-Kong. — Türkei: Konstantinopcl. — Feuilleton: Theresa. Inhalt der ersten Freitage: Leitender Artikel: Die jüdische Gemeinde zu Bremen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus dem Rabbinatsbez. Landau. Berlin. — Oest. - Ung. Monarchie. — Feuilleton: Proselyteu. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Corresponvenzen: Deutschland: Sontheim. Karlsruhe. Wiesbaden. — Schweiz: St. Gallen. — Südamerika: Rio de Janeiro. — Anhalt der Grtra» Beilage. Spenben-Verzeichnisse. L«it««d«r «rttkek. Daniel Deronda. Mainz, 5. November. Der Name in der Überschrift ist der Titel eines in englischer Sprache geschriebenen Romans, der soeben die Presse verlassen.*) Wenn wir demselben einen leitenden Artikel an der Spitze des *) Daniel Deronda, by George Elliot, in four volumes. Leipzig, Tauchnitz, 1876. Blattes widmen, so darf der geehrte Leser wohl voraussetzen, daß es mit diesem Roman eine besondere Bewandtniß hat. Der Autor-Name, George Elliot, ist ein Pseudonym, und es soll die Berfasserin eine vornehme englische Dame sein, deren Gemahl ein berühmter Schriftsteller ist. Die Verfasserin ist keine Jüdin; aber was sie über Juden und Judenthum schreibt, ist großartig, überzeugend, wahrheitsgetreu. Wir wollen Einiges daraus mittheilen. In einer Gesellschaft äußert sich ein Jude spöttisch über die erhoffte Rückkehr in das heilige Land. Daraus antwortet ihm ein anderer Jude, Namens Mordechai, die idealste Figur im ganzen Buche, wie folgt: „Möge Jeder sich fern von der Brüderschaft und dem Erbe halten, die er verachtet! Tausende auf Tausende unseres Stammes haben sich mit den Heiden vermischt, . wie der. Celte mit den Sachsen, und sie mögen den Segen erben, welcher den Heiden gehört. Sie können ihnen nicht nachahmen. Sie' sind Einfr von den Vielen rings auf diesem Erdball, welche unter den Nationen wandeln und als Juden bekannt sein müssen, und mit Worten auf ihren Lippen, welche bedeuten: „Ich wollte, ich wäre nicht als Jude geboren^ ich verleugne jedes Aand, das mich mit der Ängen Arbeit meines Stammes verknüpft, ich wilÜbie Heiden im Spott über unsere Abgeschlossenheit überhjieten," fühlen sie sich während dessen unablässig von dem Odem der Verachtung, weil sie Inden sind, ange-