Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1876)
- Date
- 1876-11-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVII. Jahrgaug. M LS Der Israelit. J Ein CeWra^-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 8. November 5637 (1876). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark/ Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Die Mutter des Hauses. — Die jüdische Gemeinde zu Bremen. — Zeitungsnachri chten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Aus Oberschlesien. Oesterr.-Ung. Monarchie: Prag. Gap n Vär-Palota. - Frankreich: Paris. — England: London. — Türkei: Canea. — Afrika: Kimberley. — Feuilleton: Theresa. Anhalt der ersten ZLeilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correfponvenzen: Deutschland: Mainz. Orlenberg. Aus Baden. — Schweiz: Zürich. — Feuilleton: Proselyten. Anhalt der zweiten ZSeilage: Zeitungsnachrichten und Corresponbenzen: Deutschland: Wiesbaden. Marburg. — Oest.-Ung. Monarchien Prag. - Rumänien : Bukarest. — Italien: Rom. Ancona. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. — Afrika: Algier. — Leiten de A111111. Die Mutter des Hauses. (Zu Paraschath Chase Sarah.) Mainz, 31. October. Der kommende Wochenabschnitt erzählt uns von dem Hinscheiden der Mutter des Hauses: meo -»bdv Oma« „Und Abraham kam, um zu klagen um Sarah und sie zu beweinen". Die Erklärer des Gotteswortes fragen: Warum heißt es nicht m» niaa* t.bd1? om» ww, „Und Abram kam um zu klagen und zu weinen um Sarah" — warum trennt die heilige Schrift die Klage von der Thräne? Weil, ist die Antwort, die Thränen erst nachher reichlich flössen, bei jeder Gelegenheit, da die theure Gattin, die treue und sorgsame Mutter des Hauses,^thr liebevolles Mühen und Sorgen, ihre aufopferungsvolle Thätigkeit vermißt und entülchrMvurden. Wer kennt eineiRschönern Beruf als den der Mutter des Hauses?» Aus Liebe sich selbst zu vergessen, alle ihre Mühe, alle ihre Sorge ohne Unterlaß Andern zu weihen, ist ihr süßes Geschäft. Sie sorgt und arbeitet Tag und Nacht, nicht für sich, sondern für das Wohl der Ihrigen. Sie sinkt des Abends ermüdet auf ihr Lager und sammelt neue Kräfte, nicht für sich, sondern für Andere. Ihr Gatte, ihre Kinder, ihr Hausgesinde, ihre Angehörigen sollen des Lebens froh werden. Sie hat für ihr ganzes mühevolles Leben keine andere Belohnung als den Anblick derer, die sie zufrieden macht. Sie selbst gehört sich nicht. Ihr Schicksal, Glück und Unglück, band sie an das Schicksal, Glück und Unglück eines Mannes, der ihr einst fremd war. Welches Loos er ihr bereitet, sie nimmt damit fürlieb. Wird er arm, sie theilt seine Armuth, wird er verfolgt, sie trägt unschuldig seine Leiden mit ihm; wird erkrank, sie wartet und pflegt sein und leidet mehr als er selbst. Sie ist nichts für sich, Alles für einen Andern. Sie ist Mutter; sie lebt für ihre Kinder, de-