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Der Israelit · 1876-10-25 · Heft 43 (25.10.1876) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 43 (25.10.1876)
Date
1876-10-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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993 Ueber und über erglühend, haftete ihr Blick am Boden. „Helene," drängte er nach einigen Minuten Schweigens, „Sie antworten mir nicht? Sie haben kein Wort für mich?" Sie rang vergebens nach Worten, es war ihr unmöglich, eines hervorzubringen. „Helene, nur ein Wort! — ein einziges! — Um Gotteswillen! wie soll ich Ihr Schweigen deuten?" Sie war noch immer nicht im Stande, zu reden, aber in seinen Wort.« lag eine so namenlose Angst, sie wollte sie um jeden Preis enden und rasch entschlossen reichte sie ihm die. Hand. ,,Mein! mein!" jauchzte er. Und was nun folgte? — müssen wir's erst schildern? — Zwei reine, unschuldsvolle Herzen hatten einander gefunden — sie liebten einander mit aller Gluth der ersten Jugendliebe, und diese Liebe, Beide empfanden es tief, würde nimmer enden , denn sie entsprang nicht der Bewunderung äußerer Vorzüge, ein Jedes fühlte sich angezogen durch des Andern hohen edlen Sinn. „Und Du glaubst, daß der Commerzienrath bedingungslos einwilligen wird?" Sie hob das seelenvolle blaue Auge und schaute mit dem Ausdrucke unaussprechlicher Liebe zu ihm auf. „„Ich glaube es nicht nur, ich weiß es sicher. L>ieh*, Leo, wie der Reine, wahrhaft Edle auch den gemeinen Menschen veredeln kann. Der Commercienrath war stets ein gemeiner Mensch; ich könnte Dir Züge von ihm erzählen, die Dir unglaublich scheinen würden; doch seit er Dich näher kennt, ist er wie verwandelt. Jetzt erst glaube ich auch, woran ich trotz seiner beständigen Versicherungen stets zweifelte, daß er mir in Wirklichkeit väterlich zugethan ist und mein Bestes will. Er schätzt und achtet Dich und spricht von Dir in Ausdrücken wie sonst von keinem Menschen. Seinem Scharfblick ist es auch kein Geheimniß mehr, daß ich Dich liebe, und noch heute sagte er, wenn er eine Tochter hätte, so würde er sich keinen Andern als Dich zum Schwiegersohn wünschen."" (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Offene Stelle. Die hiesige Cantor- und Schächterftelle, verbunden mit täglich 2 Stunden Elementar - Unterricht, soll mit dem l. Januar 1877 neu besetzt werden, wofür die Gemeinde je nach Leistungsfähigkeit angemeffenes Salair aussetzt. Bewerber (am liebsten Unverheirathete), welche in diesen Branchen Tüchtigkeit besitzen und mit angenehmer, wohlklingender Stimme begabt sind, belieben unter Beifügung ihrer Zeugnisse ihre Anmeldung an den Präsidenten der Gemeinde, Herrn Gd. Nord mann, baldigst einzusenden. Zürich (Schweiz), im Oktober 1876. Im Namen des Vorltandes: 2603] [H. 5742. Z.] M. Dreifrrs. Die Israel. Gemeinde Zürich (Schwerz) beabsichtigt auf den 1. Mai 1877 einen Rabbiner oder Prediger, welcher auch der Schuljugend Religionsunterricht zu ertheilen hat, gegen angemessenes Salair zu engagiren. Reflectanten belieben ihre Befähigungszeugnisse an den Präsidenten der Gemeinde, Herrn Gd. Nordmann, beförderlichst einzusenden. Zürich, im Oktober 1876. 2601] [H. 5743. Z.] Im Namen des Vorstandes: M. Dreifrrs.

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