Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1876-10-19 · Heft 42 (19.10.1876) · page 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 42 (19.10.1876)
Date
1876-10-19
Page
– (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447645-2447684--13022-2468871
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Heimath. gebürtig. Seine Muttersprache hatte er nicht vergessen. Von dem Zufluchtshause des Barons James Rothschild kann ich nur das wiederholen, was ich von dem jüdischen Krankenhause gesagt habe. Es nimmt unter allen Pariser Zufluchtshäusern Len ersten Rang ein. Der Director führte mich durch alle Räumlichkeiten, welche in ebenso behaglicher Sauberkeit gehalten waren, wie die Räumlichkeiten des Krankenhauses. Jeder Pensionär hatte sein eigenes Zimmer, in welchem er zugleich schlief und von Niemanden gestört wurde. In dem sehr behaglichen und freundlichen Speisesaale wurde gerade das Mittagessen angerichtet, zu welchem bereits draußen die Hausglocke läutete. Außer der Suppe wurden täglich drei verschiedene Schüsseln gegeben; zwei Schüsseln zum Dejeuner. Morgens gab es Kaffee und Milch und weißes Brod Der Wein war gut und reichlich; reichlicher wie im Zufluchtshause zu Bicetre. Hatten die alten Leute besondere Gelüste zum Essen während der verschiedenen Mahlzeiten, so war die Küche angewiesen, zu jeder Zeit ihren Wünschen nachzukommen. Baron James Rothschild hatte auch in der Unterhaltung seines schönen Zufluchtshauses in keiner Weise geknausert. In der Einrichtung der Räumlichkeiten war noch für besondere Behaglichkeit gesorgt. Die Greise hatten ein großes Zimmer zum Rauchzimmer und ein zweites großes Zimmer als Conoersations- und Unterhaltungszimmer zu ihrer Verfügung. Der parkähnliche Garten, den sie während der guten Jahreszeit benützten, zeichnete sich durch besonders prächtige Baumgruppen aus. An dem Tage, wo ich das jüdische Krankenhaus in der Rue de Picpus besuchte, zählte dasselbe hundert Kranke, während das Znfluchtshaus fünfzig Pensionäre hatte. Die Sterblichkeit war geringer als in anderen Pariser Krankenhäusern. Nur drei- oder viermal in der Woche erschien der Tod, um sich ein Opfer zu holen. Der Director begleitete mich bis zur Thüre seines schönen Krankenhauses. Als ich von ihm Abschied nahm und ihm meinen Beifall über Alles das aussprach, was ich gesehen hatte, konnte ich doch nicht unterlassen, zu sagen: „Sagen Sie, Herr Director, nehmen Sie auch christliche Kranke auf?" Da schaute mich der kleine Mann mit seinen klugen Augen so ernst an, als wenn er dachte, daß sich meine Frage von selbst verstünde, und sagte: „Unsere Statuten machen uns dies ausdrücklich zu einer Pflicht." ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. Offene Stelle. Die hiesige Cantor- und Schächterstelle, verbunden mit täglich 2 Stunden Elementar - Unterricht, soll mit dem 1. Januar 1877 neu besetzt werden, wofür die Gemeinde je nach Leistungsfähigkeit angemessenes Salair aussetzt. Bewerber (am liebsten Unverheiratete),. welche in diesen Branchen Tüchtigkeit besitzen und mit angenehmer, wohlklingender Stimme begabt sind, belieben unter Beifügung ihrer Zeugnisse ihre Anmeldung an den Präsidenten der Gemeinde, Herrn Gd. Nordmann, baldigst einzusenden. Zürich (Schweiz), im Oktober 1876. Im Namen des Vorstandes: 2603)_[H. 5742. Z.)__M. Dreiftts._ Die Israel. Gemeinde Zürich (Schweiz) beabsichtigt auf den 1. Mai 1677 einen Rabbiner oder Prediger, welcher auch der Schuljugend Religionsunterricht zu ertheilen hat, gegen angemessenes Salair zu engagiren. . Reflectanten belieben ihre Befähigungszeugnisse an den Präsidenten der Gemeinde, Herrn Gd. Nordmann, beförderlichst einzusenmn. Zürich, im Oktober 1876. 2601)_[H. 5743. Z.) __ Cput unser bmV geschlossenes Berg- und Hütten- O Producten-Geschäft suchen wir einen Lehrling mit guter Schulbildung. Egers und Engel, 2594) Berlin, Oranienstr. 183. ie hiesige Israelitische Gemeinde sucht zum pn Ostern 1877 einen unverheirathete» Schächter, D Im Namen des Vorstandes: _M. Dreiftts._ Vorbeter und Religionslehrer. Gehalt 500 Reichsmark bei freier Station und Wohnnng. Anmeldungen nimmt entgegen Der Vorstand 2597) D. L. Friedheim. Grevesmühlen (Mecklenburg), 16. Oct 1876.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.