Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 41 (12.10.1876)
- Date
- 1876-10-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447645-2447683--12979-2468827- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
937 Da aber kamen am 26. Sept. Abends die israel. Soldaten zu mir und berichteten, daß auf den 28., also auf den Versöhnungstag, Festungsmanöver angesagt sei und fiedeßhalb unmöglich vom Dienste befreit werden könnten. Ich begab mich am andern Tage früh zu Sr. Excellenz dem Gouverneur und fand hier das freundlichste Entgegenkommen. Allein dieser hohe Herr war nicht in der Lage, den Urlaub allein zu bewilligen, da die erwähnten Uebungen unter der speciellen Leitung Sr. Excellenz des Commandanten stehen; ich begab mich nun zu dem Genannten, der jedoch sein Bedauern aussprach , daß er meine Bitte abschlägig bescheiden müsse. Weißt Du, lieber Leser, was ein Festungs- Manöver ist? Da berennt ein Theil der Soldaten als stngirter Feind die Festung und der andere muß sie vertheidigen. Da müssen alle Posten besetzt fern, „alle Ma n" aufgeboten werden, und bei der gegenwärtigen wenig zahlreichen Besatzung konnte nicht ein Mann entbehrt werden; ja, der Oberst eines der hier ligenden Regimenter, der mir in der Thüre des Commandantur-Palastes begegnet war, hatte unmittelbar vor mir dem Herrn Commandanten geklagt, daß er gerade jetzt der nöthigen Mannschaften entbehre. Trotz Allem aber erlaubte ich mir, auf die hohe Bedeutung des Versöhnungstages , die sogar wahrend des deutschfranzösischen Krieges die Allerhöchste Berücksichtigung gefunden, aufmerksam zu machen, und ich hatte dann auch wirklich das Glück, die Befreiung meiner Glaubensgenossen zu erlangen und die jüdischen Soldaten am Versöhnungstage in der Synagoge zu sehen. Darrrrstadt, Ende September. Der Vorstand der hiesigen israel. G emeinde (Orgel-Synagoge) will das Geiger'sche Gebetbuch einführen. In Folge dessen werden viele Mitglieder, die nicht auf diesem radikalen Standpunkte stehen, zu der israel. Neligionsgesellschaft übertreten. Bamberg, 24. Sept. Folgende Mittheilung wird Ihre Leser ohne Zweifel lebhaft interejsiren, weßhalb ich hoffe, daß Sie solche einer Ihrer nächsten Nummern einreihen werden: Auf dem Friedhofe der alten jüdischen Gemeinde Waller st ein in Schwaben ruhen die Gebeine des hochberühmten rwn -n"ma pan am W'r aPPn 's-, des Großvaters des in der ganzen jüdischen Welt bekannten “n"niD b-un am V'u"? rn-.i ]ü^b. Von dem großen Ansehen , in welchem Jener bei seinen Zeitgenossen gestanden, gibt die erfolgte Ernennung desselben durch den römisch - deutschen Kaiser zum Oberrabbiner aller Juden Deutschlands, die auch in der ntnpn zu 'Jiyow uipy emo, Ausgabe Frankfurt a. O., ppvw rw, erwähnt ist, sprechendes Zeugniß. Die rpsa dieses Mannes liegt seit undenklichen Zeiten in Trümmern und immer und immer wurde der Wunsch laut, daß dieselbe wieder aufgerichtet werden möchte. Endlich ist dieser fromme Wunsch in Erfüllung gegangen. Am verwichenen rwvVDn 'x dt versammelten sich auf Einladung des in weiten Kreisen bekannten, ehrwürdigen Herrn Districts-Rabbiners Weiskopf i"V'j viele Männer, Verehrer der min, aus der ganzen Umgegend Wallersteins, um der Aufrichtung einer neuenriasa, die in einem feingeschliffenen Sandstein in Obelisk- Form besteht. anzuwohnen. Man würde es vorgrzogen haben, die Bruchstücke der alten nass zusammen zu fügen, allein das war leider nicht möglich und man mußte sich daher zur Errichtung eines neuen Denkmals entschließen, welches die Inschrift der alten rnLv enthält, insoweit sich dieselbe (durch die Bemühungen des Herrn Districts- Rabb. Wciskopf) noch aus den erhaltenen Bruchstücken, die übrigens an Ort und Stelle gelassen wurden. entziffern ließ. Nach Aufrichtung des neuen Steins hielt Herr Distr. - Nabb. Weiskopf eine entsprechende Ansprache an die Versammlung, die den tiefsten Eindruck hervorbrachte. Darauf wurden drei nutpo in mana nava : ,pip ’rva’xo yDP nx K-npn ,i-axr? nvhw, deren Anfangsbuchstaben den Namen des großen Mannes bilden, vorgetragen und wurde wohl diese nnaoa gewählt, weil sein Enkel bya in seiner Vorrede zu seinem Werke, welche in jeder Ausgabe der mD n«crar rutfo sich vor no-ü naDa findet, seine Abstammung von diesem, seinem Großvater rühmend hervorhebt. Den Schluß des erhebenden Acres bildete r6’sn nruo, die in der Synagoge zu Wallerstein von den tiefgerührten Anwesenden verrichtet wurde. Die Inschrift, die nun auf der neuen naso in Goldbuchstaben prangt, lautet: O’mxn ba nby nsro umx^ mam aV'Va Y's"d''d mey con ‘ixn " unxo npy inn uayn -up« m uV Dai D’ynn umo px:n Pn:n P^xn irry n«D T^yn vb nro U’pns omax 'a ttnpn p also 1550. ’itf'ttfn »pso easy i"a ’a dt Dresden. Herr Dr. Bendau, Israelit, ist zum ordentlichen Lehrer der englischen Sprache an der hiesigen Vorstädter Realschule ernannt worden. Es ist dies der erste Jude, der in Sachsen