Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1876)
- Date
- 1876-09-27
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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919 „„Bernstein?"" „Jnteressirt er Sie? Ja, richtig, Sie hatten 1a neulich bei Meyersteins nur Auge und Ohr für seine Tochter. In der That, ein charmantes Mädchen, nur ein bischen zu überspannt, zu schwärmerisch. Das arme Kind! Wie ich den Bernstein kenne, rettet er aus der traurigen Katastrophe keinen Kreuzer. Seine Tochter kann dann Klavierstunde geben!" Hohenacker antwortete nicht. Die Nachricht, die er da hörte, überraschte ihn auf's Höchste. Er hätte aufjubeln mögen. Theresa arm, vor den Augen der Welt erniedrigt — das war eine Situtation, wie sie seinen Wünschen entsprach. Er verabschiedete sich von seinem Begleiter und ritt nach Hause. Eilig 'sprang er vom Pferde, warf dem harrenden Reitknecht die Zügel zu und stürmte die Treppe hinauf, in sein Schreibzimmer, wo der Bediente bereits Licht angezündet hatte. Der Baron konnte kaum schreiben, seine Hand zitterte; gewaltsam zwang er sich zur Ruhe und schrieb: „Mein hochverehrtes Fräulein! Nehmen Sie zuerst das Geständniß meiner heißen, leidenschaftlichen Liebe entgegen. Ja, Theresa, ich liebe Sie, ich liebe Sie tief, unendlich. Vergebens habe ich gegen dieses Gefühl gekämpft;! ich kann eS nicht verwinden; Therese, Sie müssen ' die meine werden! Ich habe vernommen, in welcher! Verlegenheit Sich Ihr Herr Vater befindet. Ich j werde alle seine Schulden bezahlen, und wenn sie Hunderttausende betragen sollten; ich werde ihm andere Summen zur Verfügung stellen, damit er aufs Neue als hochgeachteter Kaufmann sein Geschäft beginne. Auch Ihre Zukunft werde ich sicher stellen. Kein Opfer ist mir zu groß; nur das Eine verlangen Sie nicht, Theresa, daß ich mich binde für die Ewigkeit. Die Fessel der Ehe will ich nicht tragen. Lassen Sie uns einander angehören in freier Vereinigung, so lauge wir Gefallen aneinander finden. O, Theresa, Geliebte, erfüllen Sie meinen heißen Wunsch; vielleicht veranlaßt mich später Ihr Einfluß, mich dennoch unter das Joch zu beugen; ich glaube sogar, daß das bald geschehen wird; allein eine derartige Verpflichtung möchte ich nicht übernehmen. Geben Sie meinem Boten ein paar Zeilen, und ich komme noch heute zu Ihnen, um die Angelegenheiten Ihres Herrn Vaters zu ordnen. Ihr sehnsuchtsvoll wartender Albert von Hohenacker. Wien, 2. April 1875." Der Baron couvertirte und siegelte das Briefchen, das er seinem Bedienten zur Besorgung, mit der Weisung, Antwort zurückzubringen, übergab. (Fortsetzung folgt.) ANZEIGER Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlrch. (Israelitischer Elementar-Lehrer gesucht für Ober- -vjf Hausen a. d. Ruhr. Gehalt 1200 Mark und freie Wohnung. Eintritt sofort. 2429s Fr. Philipp. Commisstelle-Gesuch. Ein j. Mann (Jsr.), welcher bisher in der Manufacturwaaren-Branche gearbeitet, sucht anderweitig Engagement. Gefall. Offerten beliebe man unter A. Nr. 2431 an die Exped. d. Bl. zu senden. (7^n meinem gemischten Warengeschäfte findet zum «O 1. Januar 1877 ein mit den nöthigen Vorkenntnissen versehener junger Mann aus anständiger Familie Lehrlingsftelle. Samstag und Feiertage geschlossen. Kost und Logis im Hause. 12411 Schlüchtern. Abraham Sichel. in junger Mann, mit schöner Handschrift, welcher feine Lehre in einem größeren Manufactur- und Confectionsgeschäft bestand und gegen- > wärtig für ein Aachener Manufactur - Detail-Gej schüft reift, sucht Pr. 1. Nov. c. Commis- oder Reisestelle in ähnlicher Branche. Prima-Referenzen stehen zu Diensten. Gefäll. Offerten unter R Nr.; 2399 an die Exped. d. Bl._ esucht zur Führung eines Haushaltes und ^>ur Erziehung von 3 erwachsenen Kindern eine gebildete und religiöse, gesetzte Person. Näheres in der Exped. d. Bl. sul, Nr. 2416. in braves israel. Mädchen, das nähen, bügeln und etwas kochen kann, sucht Stelle zur Stütze! der Hausfrau, als Wirthschafterin oder zur Bei-! Hilfe in einem Laden. 12432! Näheres unter S. B. Nr.278 postlag. Ladenburg.