Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1876-09-13 · Heft 37 (13.9.1876) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 37 (13.9.1876)
Date
1876-09-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447645-2447680--12916-2468761
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

XVII. Jahrgang. Zweite Beilage)« Ur. 37 -es Israelit. Zeitungsnachrichten & Korrespondenzen. Holland. GietzeN, 3. Sept. Oberstaatsanwaltssubstitut Wolfs in Gießen hatte bei einer Schwurgerichts- Verhandlung zur Begründung der Anklage u. A. angeführt, der Angeklagte fei in die Hände der Juden gerathen und in Vermögensfall gekommen. Von Seiten Gießener Israeliten erschien nun ein Inserat in dem dortigen Anzeigeblatt, in welchem diese Aeußerung für eine Beleidigung der Israeliten erklärt und getadelt wurde, daß der Assisen- Präsident, der jetzige Oberappellationsgerichtsrath Eckstein den Ausdruck nicht zurückgewiesen habe. Die Herren Wolff und Eckstein erhoben nun gegen die Inserenten Anklage, die Beschuldigten wurden jedoch von dem Gr. Bezirksstrafgericht Gießen freigesprochen. Auf die von Seiten der Staatsbehörde erfolgte Appellation hat das Hofgericht der Provinz Oberhessen in seinem am 1. Sept. publicirten Erkenntniß das erstinstanzliche Urtheil lediglich b estätigt. Haiberstadt, 12. Sept Gestern fand hier eine seltene Feier statt, die um so mehr die Beachtung verdient, als sie von allen Kreisen und bei allen Schattirungen unserer Gemeinde mit wärmster Sympathie die allgemeinste Betheiligung fand. Es war dies das 25jährige Jubiläum des Mohel Herrn Joseph Dessauer hier. In seltener Weise wurde ihm auch von vielen auswärtigen Gemeinden Anerkennung zu Theil, da seine aufopfernde Thätigkeit als Mohel selbst in entfernteren Distrikten fast beispiellos ist. Dem hiesigen Festcomite flössen von nah und fern reiche Geldbeiträge zum würdigen Begehen dieser Feier zu, und zahlreiche Glückwunsch-Adressen und Telegramme gaben Zeugniß von der Beliebtheit des Jubilars. Das Festcomit« überreichte des Morgens eine sehr innige Glückwunsch-Adresse mit namentlichem Verzeichniß vieler hundert Gönner von hier und auswärts und beschenkte den Jubilar in sehr würdiger Weise; auch ein sehr werthvoller Pokal mit sinnigen hebräischen Inschriften wurde ihm zu Theil. Abends war dem Jubilar zu Ehren ein sollennes Gastmahl, an dem sich nahe an hundert Verehrer von hier und auswärts betheiligten. Sehr schöne Toaste gaben von der gehobenen Stimmung; der Tischgenossen ebenso Zeugniß, als sie auch den ' seltenen 21D Dr des Jubilars bekundeten.; Ein sehr schöner hebräischer Festgesang mit z dem Refrain rr~o, den Herr Peterchowsky hier eigens dazu verfaßt hat, wurde nach der! Melodie nr dv unter Instrumental- und i Chorbegleitung während der Tafel in vorzüglicher! Ausführung vorgetragen. j Möge es unserem Jubilar vergönnt sein, noch! viele Jahre in Gesundheit und Freude pviy! zu sein! j Schönebeck. Unsere Synagoge ist bekannti lich den verflossenen Februar ein Raub der Wasser-! fluthen geworden. Die Gemeinde war nicht im > Stande, aus eignen Mitteln ein anderes Gottes- I Haus zu erbauen. Von Nah und Fern spendeten l jedoch edle Menschen namhafte Beiträge zu die-! fern heiligen Zwecke und nach und nach kam ein j Fond von 15000 M. zusammen, auch die Stadtgemeinde gab 500 M. hierzu. Am 22. v. Monats wurde nunmehr unter entsprechenden Festlichkeiten und bei zahlreicher Betheiligung der Gemeinde und der städtischen und Staatsbehörden der Grundstein zu der neuen Synagoge gelegt. Herr Rabbiner vr. Rahmerhielt die mit allgemeinem Beifall aufgeuommene Festrede. Kalmar. Ueber den Rabbiner vonWir.tzenheim, von dem wir neulich berichteten, daß er mit mehreren Gemeindemitgliedern in Proceß stand, wird dem „Univ. Jsr." geschrieben: Der Rabbiner hatte schon lange durch seine gewaltthätige Handlungsweise die Antipathie der ganzen Gemeinde sich zugezogen. Er hatte sich mit Gewalt der Administration bemächtigt und despotisch gehandelt. Er ließ sogar Gensdarmen in die Synagoge kommen, die ihm seine Ukase ausführen helfen sollten. Er hat noch Schlimmeres gethan, wie man uns versichert, hat er die Gemeinde bei der Behörde denuncirt, daß dieselbe sich nicht erhebe, wenn er das Gebet für den Kaiser vortrage. Das Consistorium zu Kolmar ist über das Benehmen dieses Rabbiners sehr betrübt und wird wohl im Interesse dieser bedeutenden Gemeinde eine Versetzung deS Rabbiners in Betracht ziehen müssen. Schweiz. Zürich, 27. Aug. Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redacteur, Sie um die Aufnahme

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.