Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1876)
- Date
- 1876-08-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XYII. Jahrgang. M SS. Drr Israelit. Sin für da- -r.h«da« Audmthum. Herautgegeden »VN &t. Lehmann m Mainz. ± nt Lochend g,^albjähi Wtt) o ch , den 30. August 56 3 6 (1 8 7 6). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig,^halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Der Kampf gegen den innern Feind. — Die Feier des 25jährigen Amtsjubiläums des Herrn Oberrabbiners A. Stern. — Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Deutschland: Aus Württemberg. — Rumänien: Galatz. — Frankreich: Paris. - Feuilleton: Aus vormärzlicher Zeit? Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Württemberg. Berlin. Berlin. Feuilleton: Oroselyten. Anhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. — England: London. — Amerika: Panama. — Blätter für jüdische Wissenschaft «nd Pädagogik. Die 'Ebräische Sprache. — Literarischer Bericht. — Eedanken und Sprüche aus Sachs Stimmen von Jordan und Euphrat. L«tle«d« Artikel. Der Kampf grgra ifn mtttn Feind. (Zum Sabbat Paraschaih Ki Szeze.) Mainz, 24. Augnst. ,! Wir befinden uns gegenwärtig in dem Monate, i welcher uns als Vorbereitung dienen soll für den! herannahenden Tag des Gerichts, im Monat Elul.! Morgens und Abends ruft uns der Schofarton auf,! zu erwachen aus Trägheit und Gleichgiltigkeit und Einkehr zu Hallen bei uns selbst. sinm rmPM non^ca — yp «sn '2 oano „Wenn Du auSziehen wirst zum Kriege gegen Deine Feinde" — von dem Kriege spricht die heilige Schrift, der von Deinem freien Willen abhängt. In vielen Gestaltungen lauert die Sünde auf den Menschen und führt ihn in Versuchung. Jeder Mensch wird versucht zur Sünde, und jedes Alter hat seine eigenen Versuchungen. Die Jugend wird durch ihren Leichtsinn, das reifere Alter durch Leidenschaften und üble Gewohnheiten, der Greis durch Muthlosigkeit, Schwäche, Stolz und Habsucht versucht. Die Hauptaufgabe des Menschen ist, dafür zu sorgen, daß er der Versuchung entgehe und daß er, wenn sie dennoch an ihn herantritt, sie überwinde. Die Lehre unseres Gottes zeigt uns, wie wir unsere Sinne im Zaum halten, unsere Begierden bezwingen sollen. Bon frühester Kindheit an gewöhnt sie uns, auf tausend Genüsse zu verzichten. Die Beobachtung ihrer heiligen Gebote ist eine ununterbrochene Üebung in der Selbstbeherrschung, und je länger der Mensch kämpft, desto mehr gewinnt er an Kraft und Hoheit, desto würdiger wird'er seines Daseins und des künftigen Lebens. Die Stunde der Versuchung ist für den Weisen die Stünde des Triumphes seiner Religion, seiner Ueberzeugung, die Stunde der geistigen Verklärung und des Gottahnlichwerdens.