Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1876)
- Date
- 1876-08-23
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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806 Zeichnung von freiwilligen Geldbeiträgen aufgefordert. Die hiesigen Israeliten haben ,diesen Aufruf mit Eifer ausgenommen und bedeutende Summen gegeben. Die Stadtbehörde hatte eine aus den verschiedenen Confessionen bestehende Commission gebildet, in der vier Mitglieder Israeliten sind. Herr Vr. Allatini hat allein 11,500 Fr. gezeichnet. Der Großvczicr hat im Namen der Regierung in einer von Mehemed-Rachdi-Pascha Unterzeichneten Depesche Herrn vr. Allatini seinen Dank ausgedrückt. (Arch. Jsr.) Afrika. Tunis. Aus dem englischen Parlamente von dem englischen Generalconsul Word über den Handel der Regentschaft Treis vorgelegten Berichte entnehmen wir nachstehende Stelle: Die von der Londoner protestantischen Bibelgesellschaft gegründeten Schulen werden von 167 Schülern (75 Knaben und 92 Mädchen) besucht. Neun Lehrer unterrichten in diesen Schulen. Die Schüler können schreiben, Englisch, Französisch, Italienisch und Arabisch sprechen. Sie verstehen Grammatik, Arithmetik, Rechnen, Geschichte und Geographie. Die Zöglinge erhalten daselbst auch religiösen Unterricht. Die Mädchen erhalten denselben Unterricht, aber auf eine mehr elementare Weise, außerdem lernen sie noch nähen und sticken. Es ist nothwendig hinzuzufügen, daß „alle Schüler, „Knaben und Mädchen, mit Ausnahme von fünf, „den Israel. Gemeinden angehören." (Schrecklich!) (Arch. isr.) Feuilleton. Glaube und Pflicht. Der Glaube an den Ewig-Einzig-Einen Kann mit Vernunft und Herz sich wahrhaft einen; Er wurzelt tief in jedes Menschen Brust, Von der Natur bestätigt, unbewußt, Denn Alles weift auf einen Schöpfer nur, Der einst erschuf, nun leitet die Natur. Spricht auch der Schöpfer, zeigt uns seine Spur: Da leuchtet wahrer Glaub' dem Geiste hell, ' Erquickt das Herz und stärkt's mit seinem Quell. Und dieser Glaub' schafft Leben, das nicht endet, Wenn sich das Erdenleben von uns wendet, Wenn Schein und Täuschung liegen vor uns bloß, Sich ringt der letzte Hauch vom Körver los: Dann noch bleibt dieser Glaub' der feste Halt Und schwächt des Todes grausige Gewalt. Nun — sollten wir solch reinen Glaubens Lehren Und seine hohen Pflichten nicht auch ehren? — Sie gar vergessen, die gepflanzt ins Herz, Die Freud'verdoppeln, scheuchen uns den Schmerz? Der Glaub' allein hat nicht den kleinsten Werth, Wenn wir nicht üben, was der Glaube lehrt. Das lehrt die Gott es lehr', der wir verpflichtet, Die mit uns hat den Gottesbund errichtet'. Am Sinai schon — da sprachen wir den Eid, Den Bund zu halten für die Ewigkeit. — Was ist der Mensch, der Gottes Bund vergißt? Ein Lebensschiff, das ohne Führung ist. Den Stürmen preisgegeben, ohne Plan, Jrrt's steucrlos in seines Dunkels Wahn — Und sucht umsonst des sichern Hafens Ruh', Eilt schnell nun seinem Untergange zu. — DaS Lebensschiff verliert den Anker nicht, Das stets geleitet von der Thora Licht. Drum laß, o Israel, Dich nicht bethören Und wolle nie des Wahnes Stimme hören, Als sei veraltet heut die Gotteslehr', Sei nichts als jede andre Myth' und Mähr', Da sie gegeben für die Ewigkeit Und nicht für engen Raum und flücht'ge Zeit. Wie einst am Sinai bleibt sie uns die wahre, Ist unveränderlich, die reine, klare; Wie einst am Sinai bleibt sie immer neu, D'rum halten wir an ihr mit ew'ger Treu': Wir wollen heut noch üben und versteh'«. Was wir gelobt am Sinai und gefeh'n N Der in uns schon gepflanzt die Lehr'der Wahrheit, Der in uns spricht mit majestät'scher Klarheit. — Und wo sich zeigt die herrliche Natur,