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Der Israelit · 1876-08-23 · Heft 34 (23.8.1876) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 34 (23.8.1876)
Date
1876-08-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XVII. Jahrgang. Zweite Beilage yx Ur. 34 des Israelit. AeilungSnachrichlen Hf Correspondenzen. Deutschland. Bingen, 18. Aug. Wir sind abermals in der angenehmen Lage, Ihnen Erfreuliches von unserer jungen Gemeinde mittheilen zu können. Wenn auch die Entwickelung derselben eine langsame ist, so verspricht sie doch eine um so gedeihlichere zu werden. Die am verflossenen Freitag Abend begangene feierliche Einweihung unseres neuen Betsaals scheint uns Bürge hiefür zu sein. .Schon um 51/* Uhr versammelten sich sämmtliche Mitglieder unserer Religionsgesellschaft, festlich gekleidet, in dem alten Betsaale, um den Einzug in den erwähnten neuen Betsaal zu halten. Nach beendetem Mincha-Gebet wurden die Thorarollen von den ältesten Mitgliedern unserer Religionsgesellschaft in das neue Lokal in feierlichem Zuge, dem sich unsere sämmtlichen Gemeindemitglieder anschlossen, übertragen. Als der Präses, Herrn Joseph Meyer, die Synagoge öffnete, die Gemeinde unter Vorantritte der Thorarollen den Einzug hielt, überraschte uns, unser jugendliches Mitglied, Herrn Arthur Cahn, mit seinem erhebenden Gesang. Nachdem unser ehrwürdiger Rabbiner Herr vr. Sänger zwei Segenssprüche wnn» 3’üom mmn und das Gebet für Den Landesfürsten gesprochen und die üblichen rospn mit den □nsD beendet waren, hielt Herr Rabbiner vr. Sänger, eine der Feier angemessene Predigt , die uns im wahrsten Sinne des Wortes begeisterte. Die hinreißende Redeweise unseres ehrwürdigen Rabbiners, die von tiefster Gottesfurcht überzeugende Wahrheit seiner Worte, konnten ihre Wirkung nicht verfehlen und so verließen wir in begeisterter und gehobener Stimmung nach beendetem Abend- Gottesdienst, die festlich geschmückten Räume unseres Gotteshauses. Befanden wir uns schon an diesem Abend in freudiger, gehobener Stimmung, so wurde diese bei dem darauf folgenden Morgen-Gottesdienst in noch erhöhtem Grade hervorgerufen, durch die wiederholt trefflichen Gesangs-Leistungen unseres Mitgliedes Herrn A. Kahn und durch die entzückende Rede unseres allverehrten Rabbiners. Wir sagen nicht zu viel, wenn wir hiemit öffentlich anssprechen, daß ein Mann, wie Herr Rabbiner vr. Sänger, beseelt von wahrer Gottesfurcht , getragen von den reinsten, erhabensten Ideen, auf seine Gemeindemitglieder, sowie auf seine ganze Umgebung veretzelnd wirkt. Wir fühlen uns daher glücklich, einen solchen Mann an unserer Spitze zu haben, insbesondere schätzen wir uns glücklich, ihn als Religionslehrer unserer Kinder zu wissen. Möge es uns vergönnt sein, diesen trefflichen Mann recht lange in unserem Kreise wirken zu sehen. — Zum Schluffe statten wir unserm Vorstande für seine Mühe und Thätigkeit im Allgemeinen und insbesondere für dessen Thätigkeit bei dem Bau unseres Betsaales den innigsten Dank ab mit dem Wunsche, er möge es sich auch fernerhin zur Aufgabe machen nJioxn -ins msa piDj/^>. Frankreich. Paris Herr Osiris hat sich dem Vorstande der portugiesischen Synagoge gegenüber verbindlich gemacht, auf seine eignen Kosten auf dem von der portugiesischen Gemeinde bereits erworbenen Bauplatz eine neue Synagoge zu erbauen, unter der ausdrücklichen Bedingung, daß in dieser neuen Synagoge ausschließlich der sephardische, sogenannte portugiesische Ritus, wie er bisher in den portugiesischen Synagogen zu Paris, Bordeaux, Bayonne und Amsterdam gebräuchlich ist, eingeführt werden darf. Keine gegenwärtige noch zukünftige Administration dieses Tempels darf an dem Ritus das Geringste ändern. Herr .Osiris hat in seinem Acte die Vorkehrung getroffen, daß wenn einmal eine oder mehrere von feinen Absichten abweichenden Aenderungen ftattfinden sollten, die Gesellschaft verpflichtet ist, ihm oder seinen Erben 200,000 Frs. für das Gebäude zurückzuzahlen, die aber wieder zu einem frommen isr. Werke verwendet werden sollen. Der Vertrag zwischen Herrn Osiris und der Administration .des bisherigen portug. Tempels wurde am 31. Juli unterzeichnet und nach dem mit dem Architecten geschlossenen Vertrage soll das Gelläude bereits nächsten April fertiggestellt fein. (Un. Isr.) Türkei. Saloniki. Kurz nach Ausbruch des Krieges mit Serbien und Montenegro hat die Pforte die Einwohner des türkischen Reiches zur

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