Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1876)
- Date
- 1876-08-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVII. Jahrgang. M SL Der Israelit. Gin GenMat-Grgan für das orthodoxe Iud<nthum. Heraukgegeden von vr Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 23. August 5 6 3 6 (1876). Diese 3eitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Rel^S - Mark. Man abonmrt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Pctitzeile oder deren Raum. — Oesterrerchische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Der Niedergang des Islam. — Eonstanre von Rothschild über die jüdischen Frauen. — Zeitungsnachrichten und «Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Neuenkirchen. Stuttgart. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Hamburg. Aus Meckleuburg. Aus Mecklenburg. Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. Aus Ungarn. Aus Mähren. — Italien: Turin. — England: London. — Asien: Bagdad. Feuilleton: Binjamin. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Kleinerdlingen. — England: London. London. — Feuilleton: Proselpten. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Bingen. — Frankreich: Paris. — Türkei: Salonichus. — Feuilleton: Glaube ^und Pflicht. Leitende Artikel. Per Niedergang des Islam. Mainz, 9. Augnst. Alle Blicke find gegenwärtig auf den Orient gerichtet, wo sich Dinge vollziehen, deren Tragweite wir noch nicht ermessen können. Es ist ein großes Stück Geschichte, dessen Schluß - Act vor unsern Augen sich abspielen zu wollen scheint. Vor setzt eimausendzweihundertundviernnd- .ünfzig Jahren trat der Mann ans Mecka alsPro^ phet des einzigen Gottes auf. Von seinen Gläubigen weiter nichts verlangend als das Bekenntniß dieses einen Glaubenssatzes ohne dessen konsequente Durchführung, unterwarfen er und seine Nachfolger sich einen großen Theil der Welt. Das Reich des Islam dehnte sich von Spanien bis Indien aus; in ihm entstanden große Werke des Friedens, schufen Gelehrte und Denker, Dichter und Künstler Unsterbliches, wurden Bibliotheken, Universitäten und Sternwarten angelegt. Als die Heiden, Mongolen und Tartaren das Chalifenreich zerstörten, machte der Islam seine Besieger sich geistig unterthänig. Doch die Zeit seines Endes wird bald da sein; für die islamitischen Staaten paßt die europäische Cultur nicht; weigern sie sich, sie anzunehmen, so sind sie verloren; nehmen sie dieselbe auf, so wird sie ihnen zum tödtlichen Gifte. Was auch das Ende sein mag — der Islam ist im Niedergehen und wird sich nie wieder erheben. Wunderbar ist, daß noch vor dem Ende der Herrschaft des Islam auch das Pabstthum aufgehört hat, eine herrschende Macht zu sein. Christenthum wie Islam sind vom Judenihume ausgegangen, durch das Judenthum erstanden. Beide haben ihre große historische Berechtigung: die heidnischen Völker, verdanken ihnen die ersten Schritte auf der Dckyn des Fortschrittes und der religiösen, B^ffkffe. Die Menschheit schreitet langsam vovi/ lmd Jahrtausende sind notbwendig, um die Begriffe, Anschauungen und Lebensgewohnheiten