Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1876)
- Date
- 1876-08-09
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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758 Da trotz aller Ermahnungen diesem Uebelftand nicht abgeholfen worden ist, so hielt ich es als meine Pflicht, diese traurige Thatsache der Oeffentlichkeit zur Beurtheilung zu übergeben. Schweiz. Ettdittgerr. Eine traurige Kunde, das Hinscheiden eines unserer edelsten und frömmsten Männer, drückt mir die Feder in die Hand. Hr. Moses Guggenheim ist nicht mehr unter den Lebenden. Schon längere Zeit leidend, ist er am 15. pon im Alter von 69 Jahren gestorben. Ein großer Verlust für unsere Gemeinde sowohl als für seine Hinterbliebenen. Wer einerseits die Zustände unserer Gemeinde kennt, andererseits die Vorzüge dieses Heimgegangenen, seine talmudische Gelehrsamkeit, seine heiße Liebe zu n'LOi min, seine echte Religiösität zu schätzen wußte, der wird unseren Verlust zu ermessen wissen, der um so größer ist in jetziger Zeit, wo leider die 'n hdi? und D’kt immer seltener werden. Der Verstorbene hatte von zwei ^na rwrnn mnn, lernte stets fleißig nwy* v'vir? dp1? Er war ein eifriges Mitglied unser muri d», die zu heben er immer bestrebt war, sein Haus war von jeher wie das seiner frommen Eltern ein "iyi n»3 Wie viele Freunde der Verewigte sich erworben, bezeugte die große Theilnahme bei seiner Beerdigung, zu welcher auch viele Glaubensgenossen von Lengnau und Boden herbeigeeilt sind. Die Leichenrede hielt der Rabbinatsverweser von Lengnau, Herr S. Bamberger, der in einer trefflichen Rede das thatenreiche Wirken und Schaffen des Entschlafenen schilderte. .-i"3"L"i"n. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Baden bei Wien. Unser Glaubensgenosse, Herr I. Herz, hat sein in der Vorstadt gelegenes Haus als Asyl für Obdachlose der Stadt zum Geschenk gemacht. Pesth. Bekanntlich wurde OSman Paschah von den Montenegrinern gefangen genommen. Der „Pester Llyod" meldet, daß dieser Osman Paschah ein ungarischer Jude sei, der zum rnohamedanischen Glauben übergetreten ist. Die Geschichte dieses Mannes ist in Kurzem folgende: Er hieß ursprünglich Wolff. Im Jahre 1848 kämpfte er als Honved, zu welcher Zeit er auch anstatt Wolff den Namen Farkas annahm. Er befand sich unter dem Kommando Bem's, mit dem er nach der Niederwerfung Ungarns, auf türkisches Gebiet sich flüchtete. Hier nahm er den mohamedanischen Glauben an. Als Kenner vieler Sprachen erhielt er bald darauf eine Stelle als Professor an der Militärschule zu Konstantinopel. Es wurde ihm die Ehre zu Theil, die Kinder des Sultans zu unterrichten. Im Krim-Kriege ist ihm die Aufgabe geworren, die Correspondenzen zwischen der türkischen, englischen, französischen Armee zu führen, er verstand alle diese Sprachen gründlich. Nach dem Krim-Kriege wurde er zum Paschah erhoben. Merkwürdig ist es, daß Osman Paschah vom türkischen Glauben mit Eifer spricht. In feinen Briefen an seinen Bruder Bernhard Wolff, der ein ordentliches Mitglied der hiesigen israel. Gemeinde ist, vertheidigt Osman Paschah die muhamedanische Religion immer mit einer Begeisterung wie ein Alt-Türke. Wir wollen abwarten, ob er nicht plötzlich den türkischen Glauben abschwören wird, um als Montenegriner seine Rolle zu spielen. Bei solchen Menschen ist alles leicht, für sie ist die Religion am besten, die ihnen am raschesten zu einer Stelle verhilft. (Pesth. jüd. Ztg.) Rumänien. Bukarest, 24. Juli. Die Verfolgungen gegen die Juden haben schon wieder, wenn auch vorerst im Kleinen, in Fokschani begonnen. Nachdem der Minister des Innern an alle Präfecten einen Erlaß ergehen ließ, wonach alle Vagabunden über die Grenze geschafft werden müssen, hat die Polizei der genannten Stadt etwa acht Juden, die als Handelsleute in Fokschani theils ständig, IheilS vorübergehend wohnten, einkerkern und dann auSweisen lassen. Eine authentische Liste dieser acht Personen lag mir vor. Fokschani, 26. Juli. Durch die erfolgte Ratificirung der Handels-Convention mit Oesterreich-Ungarn wurde in Rumänien die Vexation der Reisenden, namentlich die Verpflichtung derselben, beim Betreten des rumänischen Bodens den Besitz einer bestimmten Summe nachzuweifen, de jure aufgehoben, nachdem sie de facto schon längst nicht mehr in Uebung gewesen war. Gleichwohl benützte der Minister des Innern im national-liberalen Bukrrester Cabinet diesen Moment, um in einem Circulär an die Präfecten vom 7. ( 9.) Juni 1876 diesen die äußerste Strenge und Wachsamkeit gegenüber den der Vagabundage verdächtigen Personen und die stricteste Handhabung des Rural-Polizeigesetzes wärmstens zu empfehlen. Dieses Circulär des Herrn Vernescu war kaum