Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1876)
- Date
- 1876-08-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M »S XVII. Jahrgang. Der Israelit. Ein Hentrat/Hrgan für das orthodoxe Judentyuur. Herausgegeden »v« vr Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 9. August 5636 fl 8 7 6). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Amerikanisches Judenthum. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Berlin. Aus Weswhalen. Aus Westphalm. Westphalen. Evlberg Straßburg. — Oest. - Ung. Dionatchke': Brünn. — Rumänien: Bukarest. — Feuilleton: Binjamin. Anhalt der ersten Freilager Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Heilbronn. — Ocst.-Ung. Monarchie: Wien. Lemberg. Aus Ungarn. Feuilleton: Proselyten. Anhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Aus Hessen. Wetzlar. — Schweiz: Endingen. — Oest.-Ungar. Monarchie: Pesth. — Rumänien: Bukarest. Fokschani. — Leitender Artikel. AmeriKarlifches ^udenthum. Mainz, 1. August. Die zu New- Aork erscheinende Zeitschrift „The Jewifh Tunes" hat die vor einigen Monaten im „Israelit" veröffentlichten Vorschriften über „Ereb Peßach am Sabbat" mit dem Bemerken abgedruckt, daß den amerikanischen Juden die Beobachtung dieser Gesetze wie ein Stück Mittelalter vorkomme. Die amerikanischen Juden, wenn sie überhaupt das Chamez verbrennten, würden sich kein Gewissen daraus machen, das am Sabbat zu thun. „Unsere Rabbinen", erzählt die genannte Zeitschrift, „rauchen Cigarren am Sabbat, und wir denken deshalb nicht schlechter von ihnen; wir legen keine Tephillin und habe« da» Talilh abgeschafft; wir esien zu unfern Mazzoth gesäuertes Brod am Peßachfeste und sind dennoch — gute Juden." Diese ebenso offne, ehrliche wie leider auch wahrheitsgetreue Schilderung jüdisch-amerikanischer Zustände erinnert uns an die Rede eines ungarischen Rauberhauptmavns, der bei einem ländlichen Feste den aufhorchenden Bauern fein und seiner Genossen Leben beschreibt. „Ich und meine Leute," sagt der Held der Putzt a, „wir find Ehrenmänner; wir lauern den Reisenden auf und befreien sie von der Last, ihr Gepäck weiter zu schleppen — aber in Ehren, wir brechen in die Höfe ein und führen die Heerde hinweg — aber in Ehren; wenn es uns an Frauenzimmern fehlt, so rauben wir Frauen und Jungfrauen — aber in Ehren; wenn man sich uns widerfetzt, so schießen wir die thörichten Menschen nieder oder knüpfen sie auf aber Alles in Ehren; wir stehlen, rauben, morden, thun Alles, was Gott und Menschen verboten haben, aber in Ehren, meine Herren, Alles in Ehren! Ja, ich und meine Leute, wir sind Ehrenmänner!" Ist es nicht genau so, wenn die amerikanischen Stammesgenoffen svrechen: „Wir miduns-re Rabbinen entweihen den Sabbat, und sind doch gute