Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1876)
- Date
- 1876-08-02
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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734 Berttrr, 28. Juli. Se. Excellenz der Herr Minister des Innern, Graf zu Eulenburg, hat dem Prediger Seligmann Meyer die statistischen Erhebungen in den preußischen Synagogengemeinden zum Zweck der Herausgabe einer Statistik der Juden in Preußen zur Einsichtnahme im Dienstgebäude des Ministeriums der Innern zur Verfügung gestellt. Frankfurt a M Am 17. Juni v. IS. wurde das neue von der Familie Königswarter erbaute Hospital der isr. Gemeinde eingeweiht. Zum ersten Jahrestage dieser Feier ist die Beschreibung desselben mit einer Abbildung des herrlichen Gebäudes geziert, im Druck erschienen. Die bei der Einweihung vom Präses des Gemeindevorstandes, Herrn Ignaz Creuznach, gehaltene Ansprache gibt die Entstehungs-Geschichte des Spitals, die wir darum unfern Leseru im Auszüge mittheilen wollen. Mit einfacher Größe, heißt es in derselben, mit einer milden, schlichten Natürlichkeit, als ob eS sich von selbst verstünde, haben Sie (die Ansprache ist an Herrn Jsaac Königswarter gerichtet) mehr gegeben, als wir zu hoffen gewagt; haben Sie mit einem einzigen Wort dem Mangel abgeholfen, der Jahrzehnte hindurch die Sorge der Gemeinde-Verwaltung bildete. Das alte Gebäude, welches noch gm heutigen Tage, glücklicherweise zum letzten mal, unserer Gemeinde als Hospital dient, konnte gewiß zur Zeit seiner ersten Verwendung als ein angemessenes Asyl für Kranke betrachtet werden. Doch waren vielleicht schon damals die Mangel fühlbar, welche sich im Laufe der Zeit bei veränderten Verhältnissen, Gewohnheiten und wissenschaftlichen Anschauungen zum Unerträglichen steigerten, und nur der Umstand, daß der größere Theil der eigentlichen Gemeinde-Mitglieder im Falle des Bedarfs in den Räumen der Krankenkassen ein geeignetes Unterkommen finden konnten, ließ das Bedürfniß weuiger fühlbar, die Abhilfe weniger dringend erscheinen. Aber grade weil der Wohlhabendere und der Angesessene selten in die Lage kam, das Bedürfniß persönlich zu empfinden, erscheint das Werk um so mehr als ein Werk der Liebe, der Milde und der uns durch Religion und Sitte so sehr an's Herz gelegten Freundschaft für den Armen und für den Fremden. Die Akten unseres Gemeinde-Archivs weisen eS aus, wie oft und dringend das Wünfchenswerthe eines Neubaues im Schoße der Verwaltung angeregt wurde, aber auch daß die Schwierigkeit der Abhilfe für unbesiegbar galt, indem schon die Erhaltung und Führung des Bestehenden die Steuerkraft der Gemeinde wesentlich belastete. Im Jahr 1671, kurz nach Beendigung des Krieges, der das Bedürfniß ausreichender und geeigneter Hospital-Räume auf's Neue nahe gelegt hatte, geschah eS, daß der Gegenstand wieder zur Sprache kam. In dem Wunsche, diese brennend gewordene Frage ihrer endlichen Lösung entgegenzuführen, waren alle einig. Rasch wurde der Beschluß gefaßt, zum Werk zu schreiten, den Neubau nach der Außenstadt zu verlegen; die noch fetzt bestehende Commission für den Hospital-Neubau wurde ernannt und um uns gleichsam selbst ein Pfand der Ausführung zu geben, schritt man zur Erwerbung des Küpper'fchen Grundstückes, das nicht ganz die Hälfte unseres fetzigen Flächeuraums bildet und aus Gemeinde-Mitteln bezahlt wurde. Was den weiteren Geldbedarf betrifft, der damals schon auf fl. 200,000 — geschätzt werden mußte, so war man darüber klar, daß es unserer Gemeinde nicht würdig sei, denselben etwa durch eine Sammlung von Hans zu Haus aufzubringen; daß aber die Besteuerung der Zukunft durch eine Anleihe in unserer an durchgreifenden Wandlungen so reichen Zeit ihre schweren sinanziellen und sonstigen Bedenken habe. Bei Erwägung dieser Schwierigkeiten wurde im Schoße der Commission Ihr Name mit Ehrfurcht und Vertrauen genannt. Man erinnerte sich, daß der Neubau eines würdigen Gemeinde-Hospitals schp.7 ein Lieblingsgedanke Ihres kurz vorher zu Gott einv^rufenen Bruders, des unvergeßlichen Herrn Zachar. König»- warter als Mitglied des Gemeinde-Borstandes ge^ wesen. Zwar war die von Ihnen begründete großartige Stipendien-Stiftung kaum entstanden, aber das erschütterte unser Vertrauen nicht. Derfenige, der hier zu Ihnen zu sprechen die Ehre hat, wurde gemeinschaftlich mit dem Mitglied der Hosp.-Verwalt. Herrn Beruh. Schlesinger beauftragt, Ihnen von dieser Gelegenheit, dem theuern Bruder ein würdiges Denkmal zu setzen, Nachricht zu geben, und dies geschah durch einfache, schriftliche Mittheilung. Kaum ein voller Tag verging, bevor Ihre freundliche Einladung zu einem Besuche eintraf, und unvergeßlich wird mir der 22. Mai 1872 sein, an welchem Sie den Deputirten des Gemeinde-Vorstandes, Herrn Harckheimer, Dr. Fuld und mir mit der milden Einfachheit, die wir an Ihnen gewohnt sind, eröffneten: Die Familie Königswarter habe zum ehrenden Andenken an Ihren Vater, den sel. Herrn Marcus Königswarter und Ihren Bruder, den sel. Hrn. Zacharias Königswarter die Kosten des Neubaues mit fl. 200,000 — übernommen, eine