Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1876)
- Date
- 1876-08-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XYII. Jahrgang. M 81 Der Israelit. ^ntxat - Grgan für das orthodore Iu^rnthum. und einen einzeln! unwahren Ar Bei ein vor allem Bezug au nehmen. E seit der (* <w*fe?Tthte_ Ein Hrrausgegebrn von Dr. Lehmann m Mainz. Dr ittwo ch , den 2. August 5 6 N 6 (187 Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Trost. — Graf Amberley über die Hinrichtung des Stifters der chr. Religion. — Zeitungsnachrichten ,md Eorrejpondenzen: Dei'tschland: Mainz. Bingen a. Rh. ließen. Lippstadt. — Oe st. - Ung. Monarchie: Wien. Aus Mähren. Abauj - Szanto. — England: London. London. — Türkei: Sofia. — Serbien: Belgrad. — Feuilleton: Binjamin. s«Hatt der erste« Freitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Müllheim. Altona. — Oest.-Ung. Monarchie: Pesth. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. — England: London. — Amerika: New-.. York. — Feuilleton: Profelyten. Znhatt der zweite« Freitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Berlin. Berlin. Frankfurt a. M. — Oest.-Ungar. Monarchie: Linz. — «rtirel. Trost. Mainz, 25. Juli, nsy idhj icm, „Tröstet, tröstet mein Volk!" So ruft man uns mit den Worten des Propheten seit vielen, vielen Jahrhunderten zu, nach-! dem wir um die Zerstörung Jerusalems getrauert,! um die Vernichtung des heiligen Tempels geweint j haben. Und die anderen Nationen ebenso wie die! abtrünnigen Söhne und Töchter unseres eigenen Volkes verhöhnen uns und sprechen: i „Ist es nicht thöricht, noch immer zu hoff/n und zu harren, nachdem dos Hoffen und Harren nach so vielen Jahrhunderten sich stets als vergeblich erwiesen?" Wahrlich, wenn wir Unbedeutendes und Geringes erstrebten, so hätte man ein Recht uns zu verhöhnen. Wir aber erstreben das Größte und Höchste. Das wirklich Große und Bedeutende reift nur langsam. Daß alle Menschen vernünftig werden, daß ein ewiger Friede die Völker wereine, daß die Gott eserkenntniß allgemein werde auf Erden, daß Laster und Verbrechen verschwinden und daß von uns ausstrahle das Licht der Wahrheit, welches das Weltall erleuchte — das find Ziele, zu deren Erreichung Jahrhunderte nur als kleine Zeitmaaße angesehen werden können. Unterdessen dürfen wir uns nicht genügen lassen am Hoffen und Harren, wir dürfen der Enttvickelmig nicht unthütig und träumerisch entgegenschauen; wir dürfen nicht denken, daß eine so langsame Reise zu fordern unserer schwachen Kraft versagt sei. Auch wir müssen denken und handeln. Nur dürfen wir nicht sofort die Frucht unserer Thätigkeit sehen wollen; wer für die Ewigkeit zu wirken strebt, darf nicht sogleich Einkünfte fordern. Unablässig ringt'und kämpft unser Volk seit Jahrtausenden; unablässig arbeitet es an seiner Veredlung und kömmt so der Vollkommenheit