Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1876)
- Date
- 1876-07-26
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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706 In seinen Motiven sagt der Bericht deS Herrn N.: Die unauflösbare Heirath errichten ist nichts anderes als die Entziehung der Freiheit der Juden und Protestanten, deren Religion die Ehescheidung erlaubt, ist ebenfalls eine Entziehung der Freiheit der Freidenker, die gar keine Religion haben. Hingegen ist die gesetzliche Zulassung der Ehescheidung durchaus keine Unterdrückung der Katholiken, da Niemand sie zwingen wird, von der Freiheit, die sie in dem Gesetze finden, Gebrauch zu machen. (Arch. Jsr.) England. Perth. Zum erstenmal seit Perth existirt, wurde dahier im Interesse der jüdischen Sache ein Bazar abgehalten. Aber man denke sich nicht, daß derselbe errichtet worden, um arme Israeliten zu unterstützen oder einer isr. Wohlthätigkeitsanstalt aufzuhelfen. Nein, es geschah, um Unfrieden in ihrer Mitte zu stiften. Man will nämlich aus dem Erlös ein Missionshaus im Ghetto zu Rom für den Missionär Philipps errichten. Aber die Herren Seelenfänger werden in Rom gerade so großen Erfolg in ihrem edlen Waidgeschäfte erzielen, wie auf allen ihren übrigen Stationen. (Jew. Ehr.) A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. KkKmtMilchW, die Eröffnung der Lipschütz'fchen Bersorgnngsanstatt betreffend: Die auS den Mitteln der Julius- und Benno-Lipschütz'schen Stiftung in München zu errichtende Versorgungsanstalt für Israeliten soll baldmöglichst in's Leben gerufen werden. Nach den Bestimmungen der Stiftungsurkunde und des Status der Anstalt sollen in dieselbe alte erwerbsunfähige Israeliten beiderlei Geschlechtes und zwar männliche nach zurückgelegtem 66sten, weibliche nach zurückgeleatem 55sten Lebensjahre — letztere bei Aufnahme von Ehepaaren und in Fallen besonderer Hilflosigkeit auch bei einem Alter von 50 Jahren — ausgenommen werden und sind die Aufnahmsgesuche in der Reihenfolge zu berücksichtigen, daß zunächst A. Verwandte der Stifter, nach diesen 6. in Baiern beheimathete Personen, hierauf 0. Angehörige der übrigen deutschen Bundesstaaten, endlich D. Ausländer zugelassen werden. Im Vollzüge dieser Bestimmung werden hiermit vorerst etwaige Bewerber aus der Kategorie A. und B. aufgefordert ihre Gesuche bis 20. August ds. Js. bei der unterfertigten Verwaltung einzureichen Den Gesuchen sind beglaubigte Nachweise über Heimath, Alter, Leumund. Vermögen, sowie Gesundheitsverhältnisse der Bewerber beizulegen. Für die Kategorien 0. und D. wird, falls sich ein Anlaß hierzu ergeben sollte, ein besonderer Bewerbungstermin anberaumt und bekannt gegeben werden. München, den 17. Juli 1876. Verwaltung -er israel Gnltusgemeinde: Der I. Vorstand: Aub. Der Secretair: »r. Kohnffarnrn. [1834