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Der Israelit · 1876-07-26 · Heft 30 (26.7.1876) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 30 (26.7.1876)
Date
1876-07-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XYI1. Jahrgang. Zweite Seilage yx tlr. 30 des Israelit. Z eitungSnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Stratzbnrg. Das Budget für den israel. Cultus in Elsaß - Lothringen weist für das Jahr 1877 die Summe von 141,929 Mk. auf, 5940 Mk. mehr als im Jahre 1876. Davon sind 12,000 Mk. für die Besoldungen der drei Oberrabbinen, für die der übrigen Rabbiner 60,080 Mk. und für die Gehälter der Vorsänger 38,160 Mk., für Unterhaltungskosten 16,200 Mk. und Bureaukosten 11,320 Mk. bestimmt. Oesterr.-Ungarische Monarchie. Krakan, im Juli. Ein hartesUnglück hat die jüd. Gemeinde zu Krakau mit dem Absterben des Rabbinats - Vertreters, Abraham Jener, welches den 3. Juli l. I. erfolgte, getroffen. Am folgenden Tage um 2 Uhr Nachmittags wurde die irdische Hülle des Abraham Jener unter den seinem Range gebührenden Trauerfeierlichkeiten, begleitet von den Kindern, Verwandten und fast von allen Juden der Stadt Krakau, zur Erde bestattet. Der Entschlafene wurde im Jahre 1804 zu Janow (Polen) geboren. Im 22. Jahre seines Lebens ist er nach Krakau gekommen und erlangte in früher Jugend die Stelle eines Richters „pn" •uV'iO’, als welcher er 40 Jahre fuugirte. Er gehörte zu den größten Talmudisten seiner Zeit. Seine Beschäftigung war nicht nur mit talmudischen und jüdischen Lehren, er war auch ein wahrer Freund anderer Wissenschaften, der mit tiefer Innigkeit und Tbeilnahme den Gang der Bildung beobachtete, und der überall öffentlich und im Stillen auf vielseitige Förderung der Wohlfahrt der Gemeinde bedacht war. Alle großen und guten Eigenschaften vereinigten sich in ihm. Sein Scharfsinn und seine Menschenliebe waren allgemein anerkannt, sein Name wurde allgemein verehrt. Seine Werke, „Celisu Deabraham" und „Birkas Abraham" (,L."w>28i jods cmüN rd-o) zeigen an, wie groß und geistreich dieser Mann war. Abraham Jener war nicht allein eines Jeden Gönner und Wohlthäter, der sich eines jeden Menschen mit Liebe und Eifer annahm, er bahnte auch Jedem den Weg zum wohlbegründeten Fortkommen. Sein unvergeßliches Leben beschloß er in feinem 72. Lebensjahre, von seinen Kindern betrauert und von der ganzen jüd. Gemeinde Krakau's beweint. Isaak Markovia. R ii nt ä n i e n. Bukarest. Dem „Jew. Ehr." wird von hier geschrieben, daß der amerikanische Consul, Herr Peixotto, im vorigen Monat Bukarest verlassen hat und nach kurzem Aufenthalt in Deutschland nach Amerika zurückkehren wird. Es ist sehr zweifelhaft, ob Herr P. seinen bisherigen Posten in Bukarest wieder antreten wird. Italien. Turin. Unsere Tempelfrage wurde in der Gemeindeversammlung vom 4. Juni vorläufig dahin entschieden, daß man den bis jetzt errichteten Bau der Stadt zu einem Preis überlassen will, durch den die Gemeinde in Stand gesetzt wird, ein bescheideneres und den Verhältnissen der Gemeinde mehr entsprechendes Gebäude aufzuführen. Für den Fall, daß mit der Stadtbehörde keine dahingehende Einigung erzielt werden kann, will man den dastehenden Bau so weit als möglich beschränken. (Arch. Jsr.) Frankreich. Paris. Unser junger Glaubensgenosse, Herr Emil Svldi, welcher in Rom den großen Preis erworben, zeichnet sich nicht blos als Künstler (Sculpteur) aus, wie dies seine in der hiesigen Kunstausstellung ausgestelltenWerke, die von Baronin James v. Rothschild erworben worden sind, bezeugen, sondern er malst sich auch durch seine literarischen Kenntnisse bemerkbar. Nachdem ein Memorandum über Archeologie von ihm in der Akademie der Inschriften verlesen worden ist, hat er den ersten Band eines größeren Werkes „die egyptische Sculptur" betitelt, bereits veröffentlicht. (Arch. Jsr.) Paris. An die Stelle des verstorbenen Rabbiners Bigard wurde Herr Emanuel Weill, bisher Rabbiner in Versailles, zum Rabbinatsassessor ernannt. ‘ (Arch. Jsr.) Versailles Der Deputirte Alfred Naquet, von Geburt Israelit, hat der Deputirtenkammer einen Gesetzentwurf zur Wiedereinführung der Ehescheidung vorgelegt. Die Ehescheidung wurde in Frankreich mehr aus religiösen als politischen Gründen abgeschafft.

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