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Der Israelit · 1876-07-26 · Heft 30 (26.7.1876) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 30 (26.7.1876)
Date
1876-07-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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700 Er sprang auf sie zu, schloß die Wankende in seine Arme und drückte sie fest an seine Brust „„Du hier?"" stammelte sie, noch immer ihren Augen nicht trauend. „Hat der Doctor Dir nicht gesagt, daß er mir telegraphirt hat?" Sie schüttelte verneinend das Haupt. „Gestern um Mitternacht erhielt ich die Depesche, daß ich eilen müsse, wenn ich — den Vater noch treffen wollte," fügte er mit erstickter Stimme hinzu — „eine Stunde später befand ich mich im Waggon." Hermine starrte sprachlos zu ihm auf. Das, das hatte sie nicht gewußt — ein unartikulirter Schrei entrang sich ihrer Brust, sie stürzte zum Bette des Vaters und sank laut weinend an demselben nieder. Was in diesem Moment in ihrem Innern vorging — wer vermöchte es zu beschreiben? - Sie sah sich als die Mörderin ihres Vaters an — in diesem Moment hätte sie mit Freuden ihr Leben, ja selbst ihre Liebe dem Vater geopfert — und wenn er nun gar wüßte, was sie vor kaum einer Stunde geplant — doppelt und dreifach würde er des Todes sterben — sie jammerte laut und stieß in wildem Schmerz mit der Stirn auf das Holz des Bettes. „Vater!" schluchzte sie, „Vater, schau' auf mich! — nur einen Blick — auf Dein unglückliches Kind!" Der Arzt und ihr Bruder suchten sie zurückzuhalten, doch sie ergriff die herabhängende Hand des allem Anscheine nach Bewußtlosen und bedeckte sie mit ihren Thränen und Küssen. Und es war, als ob der Ausbruch der Verzweiflung seines Kindes die bereits schwindenden Lebensgeister des Kranken zurückgerusen. — Langsam öffneten sich die schweren Augenlider und sein Blick traf die vor ihm kniende Tochter. — Es war ein Blick unsäglicher Liebe und unsäglicher Angst — er bewegte die Lippen, als wollte er reden; sie neigte sich über ihn mit angehaltenem Athem lauschend. Da versagte ihm die Kraft, seine Augen schlossen sich wieder Hermine wähnte, es sei für immer und brach mit herzzerreißendem Weheruf ohnmächtig zusammen. (Fortsetzung folgt.) A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Reduction nicht verantwortlich. Am 1. November d. I. soll die Stelle eines Religionslehrers und Cantors, der zugleich Schochet sein muß, hierselbft neu besetzt werden. Gehalt beträgt 1650 M. (und zwar 1350 M. Fixum, sowie M. 300 garantirt für Schechita) mit nicht unbeträchtlichen Nebeneinkünften. Bewerber, welche musikalisch gebildet oder in fremden Sprachen bewandert find, finden bei der ihnen zu Gebote stehenden freien Zeit Gelegenheit zur Ertheilung von Privatunterricht Die gestellten Bedingungen sind sittlich religiöses Vorleben, angenehme geübte Stimme und Nachweis über perfecte seminarische Vorbildung. Offerten beliebe man baldigst zu richten an den Vorstand der Israelitischen Cultusgemeinde Gotha, 1740) Gustav Ledernrann. ine ganz neue, sehr schön geschriebene und genau durchgesehene min -ibd ist zu einem mäßigen Preise zu verkaufen. Zu erfragen beim Cantor Jfaik Kraschewitz in Schubin, Provinz Posen. [1770 ie Synagogengemeinde Heinsberg beabsichtigt einen unverehelichten Cantor zu engagiren gegen ein jährliches Salair von 800 bis 900 M. Hierauf Reftectirende, welche auch gleichzeitig be- Migt sind, Religions-Unterricht durch Privatstunden zu ertheilen, wollen sich melden an den Unterzeichneten Repräsentanten der Synagogengemeinde Heinsberg. Heinsberg (Reg.-Bez. Aachen), 7. Juli 1876. 1721) Levh Schwarz. tüchtig in Buchführung «uv Correspondeuz, sucht per sofort Stellung in einem Weingeschäfte. Prima-Resereuzeu und Zeugnisse. Ges. Offerten au die Exped. d. Bi. unter Nr. 1768.

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