Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1876)
- Date
- 1876-07-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447645-2447673--12737-2468575- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Prešov 1× ep/1045481
OCR text
XVII. Jahrgang. M 80. Der Israelit. G in entral - Organ für das orlhodore Iudenlhuw. ^7 HerauSgkgeben von Dr. Lehwann in Mainz. Mittwoch, den 26. Juli 56 3 6 (1 8 7 6). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserat, 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Dnecte Francozusendung unter Streifban! vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die. ErveditiogH^nd) einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Anregungen. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Ulnr. Berlin. Berlin. Usfheim. — Oest. - Ungar. Monarchie: Pesth. Eperies. Brodi. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris. — England: LondSn. — Feuilleton: Binjamin. Inyatt der ersten Weilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Stuttgart. Dedhcim. Feuilleton: Proselytcn. Inhalt der zweiten ISeitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: .Straßburg. — Oeft.-Ung. Monarchie: Krakau. — Rumänien: Bukarest. — Italien: Turin. — Frankreich: Paris. Versailles. England: Perth. — glätter für jüdische Wist enschast und Pädagogik. Literarischer Bericht. — Eutstadt. — Das Eewicht einer Thräne. Leiterrdee Artikel..' Anregungen. ii. Mainz, 17. Juli. Auch das schmerzliche Ereigniß, dem unsere nationale Trauer gilt, auch die Zerstörung unseres Heiligthums, ist uns ein Beweis der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit. Nicht uns hat Gott verworfen, nicht uns hat Er vernichtet. Er hat lieber Sein eigenes Haus zerstört, um uns zu erhalten für eine erhabene Zukunft. Die größten Geschenke, dieGotr dem Menschen verliehen, sind die Vernunft und der freie Wille; die Vernunft, um die Wahrheit zu erkennen und das Gute vom Schlechten zu sondern, den freien Wil^M, um in verantwortlicher Wahl handeln und so dös höchsten Lohnes würdig werden zu können. Aber der Geist erstarkt nicht in dumpfer Trägheit und die Freiheit gedeiht nicht in erschlaffender Unthätigkeit. Daher führt Gott den Menschen durch das harte Gesetz der Noth, aus daß er lerne, die ihm verliehenen Gaben des Geistes anzuwenden und von der ihm geschenkten Freiheit des Willens den rechten Gebrauch zu machen. Hilflos wird der Mensch geboren, hilflos im Vergleich mit den Thieren des Feldes, den Vögeln des Himmels. Während diese ihre Kleider, ihre Waffen mit zur Welt bringen, muß der Mensch sich Alles selbst schaffen, selbst erfinden. Aber den Menschen lehrt seine Vernunft, sich zum Herrn zu machen der Thiere des Feldes, der Vögel des Himmels, sich zu schützen gegen das Horn des Stieres, gegen bie| Kralle des Löwen; sie weist ihn. an, der unfruchtbaren Erde Nahrung abzugewinnen, Wohnungen zu bauen zum Schutze gegen die Witterung, große Gesellschaften zu bilden zum gemeinsamen Leben und sie durch weise